Von Hirntod und Tangolehrern


Eine Frage, die mich auch schon öfters beschäftigt hat, stellte kürzlich ein Mitglied einer geschlossenen Facebook-Gruppe (wie immer zitiere ich ohne Namensnennung, dafür jedoch rechtschreibkorrigiert):

„Warum tanzen (manche/viele) Tangolehrer/innen nicht (nur selten) auf Milongas?
(…) Die meisten Menschen, die Tango unterrichten, tauchen nur sehr selten auf Milongas auf (…). Wenn sie tanzen, tanzen einige nur mit Ausgewählten, ich kenne auch manche, die sich immer nur eine Person zum Tanzen mitbringen und dann nur mit dieser einen Person tanzen. Andere gehen auf Milongas und tanzen gar nicht. Oder, das häufigste Phänomen: Sie tauchen erst gar nicht auf Milongas anderer Veranstalter auf.
Kennt ihr das auch? Ist es der Job? Wenn Tango unterrichtet wird, wird sonst etwas anderes gemacht? Natürlich kann ich Menschen verstehen, die Familie haben, doch davon gibt es nicht so viele unter den Tangolehrer/innen. Ich habe auch letztens mal die Aussage eines anderen Tangotänzers gehört: ‚Der ist Lehrer, der tanzt nur mit den Frauen, die Privatstunden bei ihm nehmen‘.
Wie erklärt ihr euch dieses Phänomen?“

Die erste Antwort:

„Das Verhalten, das du beschreibst, beobachte ich auch bei den Tango Unterrichtenden (…). Über die Gründe kann man nur mutmaßen. Vielleicht ist für viele schwierig, Beruf und Privates zu trennen. Ein Maurer verbringt seine Freizeit ja auch nicht am Bau. Nur die Tangolehrer*innen selbst könnten uns ihr Verhalten ERKLÄREN. Ich bin gespannt, ob jemand wahrheitsgemäß antwortet.“

Ich vermutete sogar, dass sich zu dem peinlichen Thema überhaupt keiner auslassen würde. Immerhin zwei taten es dann doch:

Eine Vollzeit-Tanzlehrerin bezog sich auf den nötigen Ausgleich zwischen Beruf und Freizeit.

Ein Nur-Tangolehrer, den man mit Recht als „Urgestein“ bezeichnen kann, argumentierte sehr ausführlich: Im Ergebnis fühle er sich bei Anwesenheit von Schülern zu stark beobachtet und bewertet – zumal, wenn auch noch Kollegen anwesend seien. Das arte dann in einen Wettbewerbsdruck aus. Ebenfalls fürchte er Eifersüchteleien unter seinen Schülerinnen. Und Frauen würden nervös, wenn sie mit ihm tanzten. Am ehesten besuche er daher weit entfernte Veranstaltungen, wo ihn keiner kenne. Vorsichtshalber bringe er dann lieber seine Partnerin mit.

Fahrt nahm die Debatte auf, als man ihm riet, doch beim Tanzen einfach „den Kopf auszuschalten“. Er wolle zwar nicht „den Neurologen raushängen lassen“, so unser Tangofachmann, „einfach nur tanzen“ sei aber eine Floskel. Schließlich sei er nicht „gehirntot“.

Da war unser Tanzlehrer aber an die Falsche geraten! Ich durfte die Dame schon einmal kennenlernen, als sie sich auf Facebook mit einem Tangoveranstalter kloppte, der es gewagt hatte, ein Foodie mit einem Schinken-Brotzeitbrettl nebst einem Flachwitz über Veganer zu veröffentlichen. Die anschließende Moralpauke ging über mehrere Seiten.

Im vorliegenden Fall haute sie dem Tanzpädagogen ihr wohl etwas isoliert angelerntes naturheilkundliches Fachwissen über Faszien um die Ohren. Die steuerten nämlich die Bewegungen und nicht die Grütze hinter unseren Glubschern. Den Kopf könne man daher bedenkenlos (!) ausschalten. Mithin wohl ein fasziierender" Tango...

Dummerweise hatte ich auch schon einige Male mit besagtem Tangolehrer zu tun. Man kann sich bei ihm fest darauf verlassen: Führt man eine Debatte nur lange genug, ohne ihm beizupflichten, wird er ausfallend. So hatte er mich früher schon mit verbalen Liebkosungen wie „Greenhorn“ und „geistiger Dünnpfiff“ verwöhnt und behauptet, ich hätte ihn mit meinem Tangobuch betrogen und er wolle sein Geld zurück.

Auch hier endete die Debatte nach viel Medizinischem mit den Vorwürfen, beleidigt worden zu sein respektive seine Zeit mit Sinnlosem vergeudet zu haben.

Ich äußere mich in solchen Debatten aus leidvoller Erfahrung meist nicht direkt, freue mich aber über neuen Satirestoff.

So bleibt wieder festzustellen: Wenn sich in sozialen Foren zwei in die Haare kriegen, deren Ego schon einzeln nicht durch die Tür passt, geht das Thema flöten.

Damit das auf meinem Blog nicht passiert:

Wieso besuchen Tangolehrer nur wenige Milongas und tanzen dort kaum – und wenn schon, dann mit dem eigenen Partner?

Ich meine, man geht bei solchen Fragen von zwei Voraussetzungen aus, welche stimmen können, es jedoch bestimmt nicht müssen:

1.    Jemand, der sehr gut tanzt, muss dies auch prima unterrichten können (oder im Umkehrschluss: Tangolehrer können selber toll tanzen).
2.    Jemand, der Tango lehrt, hat viel Freude daran, selber zu tanzen.

Selber tanzen und Tanz unterrichten sind zwei völlig verschiedene Baustellen. Manche können halt super erklären und bei der Beobachtung von Tanzpaaren sofort die richtigen Schlüsse ziehen. Nicht zu vergessen die soziale Komponente: Man muss mit den Schülern „können“, eine kommunikative Basis finden. Für einen Showtanz hingegen ist ein gerütteltes Maß an Autismus gar nicht verkehrt – vorausgesetzt, man ist konditionell und sportlich in Höchstform, kann sich Choreografien leicht merken, ist resistent gegen Lampenfieber und plagt sich gerne bei stundenlangen Trainingseinheiten mit dem Partner.

Ebenso ist die Freude am Tanzen (gar noch mit vielen Partnern) nur ein Weg, der zum Tangolehrer führt. Die alten argentinischen „Maestros“ aus den 1970-er und 80-er Jahren waren echte Milongueros, welche jede Stunde ihrer Freizeit zum Besuch von Milongas nutzten. Als sich das Zusatzverdienst des Tangolehrers bot, nahmen sie dies gerne an. Vermitteln konnten sie jedoch wenig – außer anderen zu zeigen, wie sie es selber machten.

Und ist es so abwegig, wenn man in einem wirtschaftlich schwachen, krisengeschüttelten Land auf die Idee kommt, es wäre vielleicht doch angenehmer, Tango zu unterrichten und so an die begehrten Devisen zu kommen, anstatt in der Fabrik zu arbeiten, Klos zu putzen oder arbeitslos zu sein? Eine spezielle Liebe zum Tango oder gar zu nächtelangen Milongabesuchen ist hierfür nicht nötig, ja vielleicht sogar kontraproduktiv.

Bei uns hingegen sehe ich die Entwicklung zum Tangolehrer oft an der Freude, andere (zumal Frauen) zu belehren – zunächst während des Tanzens auf der Milonga, später dann (wofür ich dankbar bin) in Kursen. „Tangolehrer“ ist ja keine geschützte Berufsbezeichnung – man ist es, wenn man es behauptet.

Das Gigantische daran ist, dass man mit einem solchen „Titel“ sofort in der Szenen-Rangordnung gewaltig aufsteigt, was „Nur-Tänzer“ oft erst in Jahren oder gar nicht erreichen. „Der ist ja Tangolehrer“, raunen anschließend die Tangueras hinter vorgehaltener Hand und mit Glanzlichtern im ehrfurchtsvollen Blick. Natürlich gehört es dann zum üblichen Imponierverhalten, nicht mehr mit Greti und Pleti zu tanzen…

Den „Freizeit-Ausgleich“ zum anstrengenden Unterrichten nehme ich dem Gros der Tangolehrer freilich nicht ab: Im Gegensatz zum Vollzeitjob eines „normalen“ Tanzlehrers, den man mit 40 Wochenstunden wohl eher optimistisch einschätzt, können die Lehrenden im Tangobereich das nicht für sich in Anspruch nehmen: Für viele ist es ein Hobby oder bestenfalls eine Teilzeitbeschäftigung mit nicht mehr als 10 Wochenstunden.

Ich fürchte, der Hauptgrund für die „VIP-Tanzunlust“ ist sehr einfach: Natürlich kennt das Lehrpersonal die irrige Annahme, dass man super tanzen können muss, wenn man Tango unterrichtet. Dass dem nicht so ist, möchte man lieber für sich behalten als es auf Milongas zur Schau zu stellen.

Doch lassen wir mal einen Tangolehrer vortanzen (ab 2:00) – und urteilen Sie selbst:

(Sapperlot, jetz hat man's gelöscht - zu schade... So schlecht wars auch nicht!)

Und, was bleibt? Immerhin haben wir zu unserer Beruhigung erfahren, dass Tangolehrer nicht gehirntot sein müssen. Das ist doch schön – ich würde mir aber dennoch einen Lehrenden heraussuchen, der ein Minimum an Sozialverhalten mitbringt und zumindest gelegentlich so tut, als mache ihm das Tanzen mit mehreren Partnerinnen Freude. Sorry, aber das gehört für mich zum Job…

Gefreut habe ich mich über einen Diskussionsbeitrag, der für mich in die Sparte „gerechte Selbstbestrafung“ gehört:

„Mir hat mal eine Tango-Lehrerin erzählt, dass sie, seit sie Tango Unterrichtet, so (aus dem Unterricht) auf das Korrigieren von ‚Fehlern‘ fixiert ist, dass sie das Tanzen nicht mehr wirklich genießt (oder nur noch mit sehr, sehr wenigen Personen). Sie bedauert das, aber sie kann es nicht ändern.

Vielleicht wird das ja mal als „Berufskrankheit“ anerkannt!

Kommentare

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    1. Herzlichen Dank für den Beitrag - er illustriert noch einmal den Diskussionsstil, welchen ich in meinem Text karikiert habe.

      Allerdings werde ich weitere Kommentare mit unangemessener Wortwahl ("Beleidigung") nicht mehr freischalten.

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  2. Zitat: „Eine Frage, die mich auch schon öfters beschäftigt hat, stellte kürzlich ein Mitglied einer geschlossenen Facebook-Gruppe ….“

    Zum wiederholten Mal fällt mir auf, dass hier im 'öffentlichen Raum' Zitate 'geschlossener Gruppen' veröffentlicht werden.

    Ob legal oder gesetzeswidrig – ich halte das für keine korrekte Vorgangsweise. Noch dazu, wo man selbst ganz penibel auf gutes 'Benehmen' Wert legt und Beiträge zensuriert (wozu der Blogbetreiber natürlich berechtigt ist). Privat (geschlossen) sollte eben privat bleiben. Doch machen ist das schnurzegal.

    Und jetzt folgt natürlich eine ordentliche Beleerung:

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    1. Nein, lieber Herr Schön,

      Sie haben ja rechter, als Sie glauben!

      Ich sehe zwar schon einen Unterschied zwischen einer privaten Kommunikation (wo ich mir wirklich meine Gesprächspartner individuell raussuchen kann) und den Unterhaltungen in geschlossenen Facebookgruppen: Die haben oft tausende Mitglieder, und es liegt am Moderator, wen er aufnimmt oder nicht.

      Die Frage, ob ich aus dortigen Unterhaltungen zitieren darf oder nicht, ist juristisch interessant - hoffentlich verklagt mich mal einer, damit das geklärt werden kann: Das Persönlichkeitsrecht der Betreffenden verletze ich nicht, da ich die Urheber der Äußerungen nicht nenne. Allenfalls hätte der Zitierte das Recht auf Namensnennung, an dem er wohl weniger interessiert ist. Allerdings auch nur, wenn seine Äußerung nicht banal ist, sondern eine gewisse "Schöpfungshöhe" aufweist.

      Spannend, gell? Bei der Gelegenheit: Da Ihnen der Datenschutz so wichtig ist, wundere ich mich schon über die vielen Hochglanzfotos, welche Sie von sich und Ihrer Tanzpartnerin veröffentlichen. Aber das ist ja nicht mein Problem...

      Ansonsten freue ich mich auf weitere Beiträge von Ihnen - gerne auch inhaltlicher Art, falls Sie dem Tango argentino nahestehen!

      Beste Grüße
      Gerhard Riedl

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    2. Na, die Beleerung ließ ja nicht lange auf sich warten ;-).

      Wissen Sie, Herr Riedl, der juristische Kram interessiert mich nicht. Allerdings akzeptiere ich Entscheidungen von Mitmenschen und setze mich darüber nicht einfach hinweg. Dazu gehört für mich die Entscheidung, etwas in einer 'geschlossenen' Gruppe zu posten. Sie respektieren so eine Entscheidung nicht.

      Und was wundert Sie an meiner Fotogalerie? Sämtliche Fotos sind im Internet öffentlich zugänglich bzw. wurden von meiner Tanzpartnerin und mir hier veröffentlicht. Nichts aber auch gar nichts wurde aus einer geschlossenen Gruppe hier gepostet. Wo sehen Sie also ein Problem? Tut mir leid, dass Sie so viel Hochglanzpapier verschwendet haben. Das ist aber nicht mein Problem...

      Dem Tango Argentino stehe ich so nahe wie allen anderen Tänzen auch. Und wie heißt es so schön:
      Alles Walzer!
      http://www.apoll-edition.com/temp/rec/mp3/WalzerFuerGerhard.mp3

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    3. Lieber Herr Schön,

      Sie müssen sich halt entscheiden, ob Sie eine Antwort haben wollen, wenn Sie einen Kommentar posten oder nicht. Ich beklage mich ja auch nicht, wenn Sie mich „belehren“, wie Sie an meiner Stelle einen Blog betreiben würden.

      Den „juristischen Kram“ finde ich schon interessant: Er regelt das Zusammenleben in einer menschlichen Gemeinschaft, indem er zumindest Grenzen setzt. Diese nicht zu überschreiten wäre schon mal eine gute Sache. Erinnern Sie sich noch an die vergangenen Zeiten auf „tanzmitmir“? Da geht es hier doch wirklich gesittet zu…

      Alles, was darüber hinausgeht, ist wesentlich vom persönlichen Geschmack abhängig. Da dürfen Sie gerne einen anderen haben als ich. Meine Wenigkeit würde beispielsweise nicht ganze Galerien von Fotos veröffentlichen, die mich in „Siegerpose“ ablichten. Wäre mir zu viel „Ego-Show“. Sehen Sie, so hat halt jeder seine eigenen Empfindungen. Aber ich kritisiere das nicht – meine Frage betraf das Problem, wieso Sie überhaupt diese Menge an Persönlichem veröffentlichen, wenn Ihnen der Datenschutz derart wichtig ist.

      Aber die persönlichen Reaktionen wollen wir getrost denen überlassen, welche ich gelegentlich – ohne Namensnennung und so gut anonymisiert wie möglich – aus geschlossenen FB-Gruppen zitiere. Übrigens in völliger Übereinstimmung mit der Presse: „Aus gut unterrichteten Kreisen verlautet…“

      Und woher wissen Sie, dass es all diesen Personen etwas ausmacht, dass ich sie zitiere? Vielleicht sind sie froh, ihre Meinung zu lesen, ohne mit ihrem Namen dafür einstehen zu müssen. Wäre im Internet nicht ganz ungewöhnlich…

      Ansonsten glaube ich, dass wir nun die Formalien inklusive zugehöriger ethischer Einstellungen genügend beleuchtet haben. Als Tangoblogger bin ich in erster Linie an inhaltlichen Diskussionen interessiert: Das Thema hier war, warum Tangolehrer so selten Milongas besuchen und dort selber tanzen. Wenn Sie dazu etwas beitragen können und wollen, werde ich das gerne veröffentlichen. Ansonsten nicht mehr.

      Mit besten Grüßen
      Gerhard Riedl

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    4. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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    5. Leider wurde meine Aufforderung, zum Thema des Artikels zu schreiben, missachtet - und dies in einem zunehmend aggressiven Tonfall.

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  3. Es ist bezeichnend, mit welcher Häme Sie, Herr Riedl, in ihrem Blog Zitate aus Diskussionen geschlossener Facebook-Gruppen herausfischen, aus dem Zusammehang reißen, um ihre vorgefertigte Meinung zu bestätigen, Videos herausfischen um Ihre Widersacher vorzuführen, wie sie sich in Ihrer geifernden Schadenfreude über persönlich Differenzen einiger Facebook-Mitglieder lustig machen und persönliche Statements dieser Menschen zu Ihrer Belustigung an die Öffentlichkeit zerren. Das spricht für eine typische Charaktereigenschaft Ihrerseits.
    Ich werde Ihren Beitrag incl. dieser Stellungnahme widerum in dieser besagten Facebookgruppe veröffentlichen, um zu erreichen, dass man Sie ausschließen wird.

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    1. Na gut, mein Lieber,

      einmal dürfen Sie Dampf ablassen, das gestehe ich Ihnen zu. Hinfort reißen Sie sich aber zusammen und befleißigen sich eines angemessenen Tonfalls, sonst ist dies wieder für längere Zeit Ihr letzter Kommentar hier, gell?

      Leider lüften Sie durch diesen Beitrag Ihr Inkognito – ansonsten hätten wohl die wenigsten gewusst, welchen Tangolehrer ich meine. Ebenso beim Video: Ich habe mit keinem Wort geschrieben, dass der dort zu sehende Showtänzer mit dem identisch ist, den ich zitiert habe. Aber Sie können gerne Ihren Kommentar wieder löschen, falls Sie auf Anonymität Wert legen.

      Ansonsten reden Sie sich halt selber um Kopf und Kragen – ich zitiere ja nur. Und wer Tänze von sich ins Internet stellen lässt, darf sich nicht wundern, dass man diese mal verlinkt – übrigens ohne jede Häme: Ich habe meine Leser lediglich aufgefordert, sich ihr eigenes Urteil zu bilden. Und Ihre von mir beschriebene Tendenz, bei Diskussionen aus der Rolle zu fallen, haben Sie ja gerade wieder glänzend bestätigt.

      Ich hatte schon so eine Vermutung, wer in der – von mir weiterhin nicht genannten – FB-Gruppe Stimmung gegen mich macht. Das ist halt der Unterschied: Ich lasse Menschen zu Wort kommen, indem ich sie zitiere – Sie wollen anderen den Mund verbieten. Damit kann ich gut leben.

      Beste Grüße
      Gerhard Riedl

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  4. Herr Riedl, in besagter Facebookgruppe brauchte niemand Stimmung gegen Sie zu machen, das besorgen Ihre Beiträge von ganz alleine. Das besagte Video war noch ohne mein Wissen im Netz und ist mittlerweile beseitigt worden. Es stellt mich in einer gesundheitlich schwierigen Sitution dar, (Astmatische Atemnot). Im Übrigen ist mein Tonfall ihrer spitzen Feder angemessen: Wer austeilt, sei es nun pseudo-satirisch, muss mit Gegenwehr rechnen. Ich würde gern mal den Tonfall unerer Stellungnahmen vergleichen, hinter ihrer freundlichen Fassade stecken viel Häme und viele giftige Pfeile. Meine sind zwar direkter, aber keinesfalls schärfer. Auch hinter Ihrer scheinbar höfliichen Ausdrucksweise können viele Beleidigungen und Verletzungen stecken. Das wissen Sie auch. Und die Spitzfindigkeiten, den Namen des Tanzlehrers nicht zu nennen, ihn aber mit zusätzlichen Beigaben deutlich zu beschreiben, sind sehr typisch für eine nach außen gekehrte Fassade einer sogenannten Nettikette.
    Obendrein ist es sehr zwiefelhaft die Sinnhaftigkeit des Berufes einer Person in Frage zu stellen, der über 30 Jahre mit und von diesem Beruf lebt. Die viel erlebte Profilneurose in der Tangoszene auf alle zu übertragen, die unterrichten, ist eine grobe vereinfachende Verallgemeinerung. Wer mich kennt, und das tuen durch mein Berufsleben viele Tänzer, wird bestätigen, dass ich alles andere als öffentlichkeitsheischend bin. Ausserdem hat die von Ihnen, wahrscheinlich durch ein persönliches Trauma verursachte Tangolehrerphobie und dadurch entstandene abfälliige Meinungen über diesen Berufsstand nichts mit der Realität in der hiesigen Tangoszene zu tun.
    Eine Entstehung der Tangoszene in Deutschland wäre ohne uns ersten Lehrer, und dazu gehöre ich, nicht möglich gewesen. Das kann ich bezeugen, weil ich nämlich bei den ersten entscheidenden Weichenstellungen dabei war.
    Allerdings muss ich Ihnen einigen Punkten recht geben: die inflationäre Ausbreitung unqualifizierter Lehrer hat sehr zugenommen. Und die Zahl derer, die sich dadurch eine Sonderposittion in der Tangoszene zu erheischen ist sehr groß. Aber das berechtigt nicht zur allgemeinen Verunglimpfung eines Berufstandes.
    Ich bin einer der wenigen Tangolehrer in Deutschland, die seit über 20 Jahren davon leben. Es ist eine sehr schwierige Aufgabe vor allem Anfängern einen guten Start in ihren Tango zu geben. Dabei bekommen diese Menschen von mir keine Muster, sondern die Grundlagen zum improvisierten TANZEN. Das ist eine schwierige Aufgabe.
    Ich verachte doch auch nicht Ihren Beruf und behaupte, das ganze in der Schule vermittelte Wissen hätten sich Ihre Schüler auch in Lexika anlesen können.
    Und das Sozialverhakten eines Gymnasiallehrers daran zu messen, ob er auch seine Freizeit mit seinen Schülern verbringt, wäre sehr unfair.

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    1. Na schau‘n Sie, es geht doch auch einige Grade sachlicher!

      Zum Video: Sie haben damals sicher gemerkt, dass da gefilmt wurde – und wenn Sie schlecht beeinander waren (was ich ja nicht wissen konnte), müssen Sie halt dem Veranstalter mitteilen, dass Sie keine Veröffentlichung wünschen. Nochmal: Ich habe keine Wertung des Gesehenen vorgenommen. Wenn Sie es aber wissen wollen: Ich fand es einen ganz normalen Tanz, welcher beweist, dass Tangolehrer vielleicht nicht die übersteigerten Erwartungen erfüllen, die das Publikum (leider) hat.

      Übrigens habe ich den Absatz hinsichtlich der „Tangodanza“ nun aus dem Text herausgenommen – da wären Sie tatsächlich von Lesern dieser Zeitschrift zu leicht identifizierbar. Aber inzwischen haben Sie ja Ihr Inkognito selber gelüftet, was ich an Ihrer Stelle vermieden hätte.

      Weiterhin kann ich sehr gut einstecken, wenn ich das will. Aber man kann sich auch mit jemandem, den man nicht leiden kann, einigermaßen gesittet auseinandersetzen – Ironie gerne zugestanden. Sprüche wie „geifernde Schadenfreude“ oder „typische Charaktereigenschaften“ jedoch dulde ich auf meinem Blog nicht. Das kann man auch höflicher umschreiben.

      Als Moderator der Gruppe, aus der Sie mich entfernt sehen wollen, hätte ich in die Debatte zwischen Ihnen und besagter Dame sehr früh eingegriffen, und zwar mit der Anweisung, beim Thema zu bleiben. So ging die Diskussion leider an der sehr interessanten Ausgangsfrage vorbei. Das fand ich tatsächlich ungeschickt von Ihnen beiden und habe satirisch dargestellt, wie das Thema geschreddert wurde. Übrigens kann man auf FB eigene Beiträge auch wieder löschen, wenn man beispielsweise bemerkt, dass man sich hat verleiten lassen.

      Ihr Statement zur Ausgangsfrage habe ich völlig sachlich dargestellt und auch Ihre Qualitäten als Tangolehrer mit keinem Wort bezweifelt, sondern festgestellt, man dürfe Sie mit Recht als „Tango-Urgestein“ bezeichnen. Über Ihre Unterrichtsmethoden, die ich ja nicht persönlich einschätzen kann, habe ich mich überhaupt nicht geäußert.

      Im zweiten Teil meines Textes habe ich versucht, die Ausgangsfrage selber zu beurteilen, und zwar nach meiner Meinung sehr differenziert. Da dürfen Sie anderer Ansicht sein, aber Sie üben ja selber Kritik an gewissen Missständen. Ich bin mit einigen Tangolehrern sehr gut bekannt – mir generell eine Phobie in dieser Richtung zu unterstellen, ist absurd.

      Abschließend nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass ich dies alles nicht schreibe, weil mich ein Ausschluss aus einer Facebook-Gruppe zum Tango (von denen es weltweit tausende gibt) oder gar irgendwelche Äußerungen dort, die mich nun zum „Sozialschädling“ stilisieren, irgendwie beunruhigen. In unserer eigenen (geschlossenen) FB-Gruppe häufen sich gerade die Mitgliedsanträge, und auf meiner Seite die Freundschaftsanfragen. So hat halt jedes Ding zwei Seiten…

      Ob Sie sich mit ihrer Forderung dort nicht kleiner machen, als Sie sind, überlasse ich Ihrem Urteil.

      Mit besten Grüßen
      Gerhard Riedl

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  5. Wieder hat ein Mechanismus gegriffen, den ich immer wieder erlebe: Je höher es hergeht, desto mehr Leser. Inzwischen steht der obige Beitrag auf Platz 10 der über 700 Artikel auf diesem Blog.
    Man mag das bedauern oder nicht. Mir gefiele es besser, wenn sachlichere Texte weiter oben stünden. Aber jedenfalls haben Versuche, mir das Wort zu verbieten, stets das obige Ergebnis!

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