Donnerstag, 28. September 2017

Einladung zur Wohnzimmer-Milonga am 21.10.2017



Liebe Tangofreunde,

wir laden Euch herzlich ein zu unserer nächsten „Wohnzimmer-Milonga“

am Samstag, 21. Oktober 2017, 15.30 – 19.00 Uhr
Am Gaißberg 8  85309 Pörnbach

Wieder einmal gibt es Live-Musik des „Duo Tango Varieté“:
Bettina Kollmannsberger (Akkordeon)
Karin Law Robinson-Riedl (Violine, Gesang)




Die beiden Damen arbeiten ständig an der Erweiterung ihres Repertoires. Wir hören von ihnen Tangos, Milongas und Valses, aber auch Ausflüge in verwandte musikalische Gebiete. Lasst Euch überraschen!

Zwischen den drei Sets legt diesmal Manuela Bößel ihre Auswahl moderner Tangomusik auf. Eine frühere Titelliste von ihr kann man hier sehen:
     
Anmeldung zu unserer Milonga erforderlich telefonisch (08446-732) oder per Mail: mamuta-kg@web.de

Eintritt frei, Getränke und hausgebackenen Kuchen gibt es zum Selbstkostenpreis.

Die Playlist unserer letzten Milonga findet man da:

Herzliche Grüße
Gerhard

Mittwoch, 27. September 2017

So tanzen wir in Pörnbach!

Eine kleine Originalszene von unserer letzten "Wohnzimmer-Milonga": Hier tanzen wir zur "Habanera" von Las Sombras.
Videoaufnahme: Manuela Bößel


Das nächste Mal gibt es wieder Live-Musik vom "Duo Tango Varieté"...

Dienstag, 26. September 2017

Dumm gelaufen




„Die ganze nationalsozialistische Agitation ist ein dauernder Appell an den inneren Schweinehund im Menschen. Wenn wir irgendetwas beim Nationalsozialismus anerkennen, dann ist es die Tatsache, dass ihm zum ersten Mal in der Politik die restlose Mobilisierung der menschlichen Dummheit gelungen ist."
(Kurt Schumacher am 23.2.1933 im Reichstag an die Adresse von Joseph Goebbels)

Über den Wahlerfolg der AfD ist in den letzten zwei Tagen sehr viel geschrieben worden. Warum nun auch noch ein Artikel von mir? Vielleicht kann ich mir als unabhängiger Blogger, der weder gewählt werden will noch um seine feste Stelle in den Medien fürchten muss, die Betonung eines kaum angesprochenen Aspekts leisten:

Der Triumph einer solchen „Protestpartei“ ist zuvörderst auch ein Sieg der Dummheit.

Gewiss, unser Wahlrecht ist nicht an einen Mindest-Intelligenzquotienten oder das Bestehen eines Grundwissenstests in politischer Bildung gebunden. Und das ist auch gut so. Jeder darf bei uns seine Meinung sagen – auch wenn sie total bescheuert und ungetrübt ist von jeglicher sachlichen Information. Und dann auch entsprechend wählen.

Das Internet – und das zeigt sich ja schon bei „harmlosen“ Themen wie dem Tango – hat diesen Prozess erheblich forciert: Haufenweise gibt es in den sozialen Netzwerken Äußerungen, in welchen keine drei Wörter hintereinander richtig geschrieben sind und deren intellektueller Gehalt durchaus mit dem Oberschlundganglion eines Regenwurms zu bestreiten wäre.

Kritisiert man das oder übt sich gar in Ironie, so kriegt man den Prekariats-Spruch vom „Oberlehrer“ um die Ohren. In seinem Text „Heimat“ (1929) sagte allerdings bereits Altmeister Kurt Tucholsky: „Wir, die wir besser deutsch schreiben und sprechen als die Mehrzahl der nationalen Esel.“

Und ebenso, wie diese das Recht haben, ihre Sprüche von „Volksverrätern“ und „Lügenpresse“ zu blöken, dürfen wir anderen dazu feststellen: Das ist schlicht entsetzlich dumm.

Populisten halten von der Intelligenz der Masse nicht eben viel:

„Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß. Aus diesen Tatsachen heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwenden, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag. Sowie man diesen Grundsatz opfert und vielseitig werden will, wird man die Wirkung zum Zerflattern bringen, da die Menge den gebotenen Stoff weder zu verdauen noch zu behalten vermag."
(Adolf Hitler: „Mein Kampf“)

Mehr Sozialkundeunterricht könnte helfen. Und mich interessiert dabei die neueste heilige Kuh, welche man durchs Bildungssystem treibt – Digitalisierung genannt – kein bisschen. Erziehen können am besten richtige Menschen, solche, die selbstbewusst Standpunkte vertreten und daher junge Menschen begeistern. Wer dann einmal kapiert hat, wie kompliziert unser politisches System ist , weil es sich auf verschiedenste Interessen und Zuständigkeiten einstellen, Pluralität gewähren muss, wäre nicht mehr so anfällig für Primitiv-Formeln.

Wie wird der Bundestag gewählt, wie entsteht ein Gesetz, welche Angelegenheiten sind Ländersache oder fallen unter kommunale Zuständigkeiten? Welche Aufgaben hat ein Stadt- oder Gemeinderat? Was sagt unser Grundgesetz über das Asylrecht, und wieso kann es dabei keine „Obergrenze“ geben? Welche internationalen Verpflichtungen wie die UN-Flüchtlingskonvention gibt es? Bei Beschäftigung mit solchen Themen würde vielleicht auch bei hartgesottenen Naturen das bislang ungeübte Gehirn die Herrschaft über das Rückenmark erringen.

Katastrophenszenarien gehören zum festen Repertoire. Stammt die nachfolgende Rede von der AfD oder doch einer anderen Partei? Am Ende dieses Artikels können Sie es lesen:

„Wenn die SPD in Deutschland in diesen Wochen ein wüstes Geschrei gegen die Regierung (…) erhebt, dann ist doch das der Nachweis dafür, dass sie Angst besitzen, die Diskussion könne sich auf die letzten dreizehn Jahre erstrecken. Sie wissen genau: diese dreizehn Jahre zahlen sie.
Denn ist je ein Volk so erbärmlich regiert worden wie wir diese dreizehn Jahre? Hat man jemals in einer so kurzen Spanne Zeit so viel verwirtschaftet, verludert und verschachert?
Hundert Jahre deutscher Fleiß, deutscher Arbeitsamkeit, deutscher Sparsamkeit haben kaum das schaffen können, was dreizehn Jahre Luderwirtschaft restlos verwirtschaftet haben.
Das ist die Schuld des schwarz-roten Regiments. Es hat die Krisen hervorgerufen, aus der die Weltwirtschaftskrise erst entstanden ist.“

Das ist jedoch nur ein Zwischenschritt: Schuld haben letztlich alle anderen Parteien, das „System“ insgesamt – ob CDU oder Linke, da ist man nicht kleinlich. Und zum Schluss mündet dies in die Conclusio: jagen, aufräumen, ausmisten, weg damit! Das Parlament als „Quasselbude“ (Nazi-Jargon) ist da nur eine Übergangslösung.

Damit wir uns nicht missverstehen auch die Nationalsozialisten haben durchaus real existierende Probleme angesprochen: Reparationszahlungen, Wirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit und einiges mehr. Die Frage ist, wie man mit ihnen umgeht. Und es gab auch damals viele Anhänger, die von einem „nationalen Sozialismus“ träumten. Gregor Strasser und Ernst Röhm waren dafür Beispiele – allerdings nur bis 1934, als sie von den eigenen Leuten exekutiert wurden. Rechtzeitige Rückzüge wie der von Frauke Petry sind also durchaus empfehlenswert…

Den sogenannten „etablierten Parteien“ ist sicherlich oft vorzuwerfen, dass sie die „Nöte des kleines Mannes“ nicht ernst nehmen, die einfachen Menschen nicht genug in ihre Entscheidungen einbeziehen. Niedriger Bildungsstand darf kein Ausschlusskriterium bei der politischen Willensbildung sein. Eine besondere Qualifikation dafür ist er aber noch viel weniger.

Man muss also jeden und jede ernst nehmen. Jeden Quatsch hingegen nicht.
Und das darf man dann auch laut und deutlich sagen…

P.S. Die obige Rede stammt von Adolf Hitler (NSDAP-Versammlung in Kiel am 20.7.1932).
http://www.kurt-bauer-geschichte.at/PDF_Lehrveranstaltung%202008_2009/10_Hitler-Wahlreden_1932.pdf


Montag, 25. September 2017

Wie ich mich beim Neotango manchmal fühle


Wegen des leichten Männerüberschusses kommt es zunächst zu einer längeren Mirada. Anschließend versucht man, sich Tempo und Bewegungsrichtungen auf der Piste anzupassen. Gegen Ende erleben wir die Abenteuer der aktiven Akquise eines Partners, der Synchronisation im Paar sowie die Gefährlichkeit extremer Aktionen:



„Hatari!“ (das Swahili-Wort für „Gefahr“) entstand 1960/61 im heutigen Tansania und kam 1962 in die Kinos. Die Action-Komödie beschreibt die Abenteuer von Tierfängern und könnte heute im Zeichen ökologischer Bestimmungen nicht mehr so gedreht werden. Unter der Regie von Howard Hawks spielen u.a. John Wayne, Hardy Krüger und Elsa Martinelli. Die Filmmusik schrieb Henry Mancini.

Nach Auskunft des Regisseurs wurden im Film keine Stuntmen eingesetzt. Damit ist die Parallele zum Tango vollkommen…