Freitag, 30. Oktober 2015

Liebes Tagebuch… 3



In meinem Blog werden mir die Suchbegriffe angezeigt, welche auf meine Seite geführt haben. Neulich las ich: „Albtraum Verwandtentreffen“. Als ich selber den Begriff bei Google eingab, war ich verblüfft zu erfahren, dass mein Blog die einzige Quelle war („Nicht nur zur Tangozeit“). Nach meinen Erfahrungen ist dieses Problem doch weltweit verbreitet!
Was immer Sie gerne tun, ob Tango tanzen, Briefmarken sammeln oder spazieren gehen: Erzählen Sie es nicht Ihrer Verwandtschaft – sie wird Ihnen diese Tätigkeit vermiesen! Der Prophet gilt nichts im eigenen Lande, ja er kann froh sein, wenn er nicht aus diesem verwiesen wird!
Von Samuel Shem stammt der Ärztebuch-Klassiker „House of God“, welcher in zynischer und deshalb wahrer Weise den Krankenhausalltag verunglimpft. Eine besonders zeitraubende Patientengruppe sind dort die „GOMERs“ („Get out of my emergency room“).

Für junge Ärzte formulierte Samuel Shem 13 Regeln. Ich habe diese einmal auf die „gemeine Hausfamilie“ adaptiert, welche nach Tucholsky „in Europa wild vorkommt und gewöhnlich in diesem Zustande verharrt“:
 
1.    Verwandte sterben nicht.
2.    Selbst wenn sie verstorben sind, wirst du noch jahrzehntelang mit ihren Ansichten konfrontiert.
3.    Bei Kritik aus der Familie sollten Sie das Problem dort vermuten.
4.    Ihr Verwandter ist derjenige, welcher spinnt.
5.    Die Erstmaßnahme bei Verwandten ist, sie loszuwerden.
6.    Es gibt keine Stelle in Ihrer Seele, welche Verwandte nicht mit einer spitzen Bemerkung und einer starken Anspielung erreichen können.
7.    Alter + Zahl der Zuhörer = Dauer des Redeflusses
8.    Sie können dich immer noch mehr verletzen.
9.    Ein guter Verwandter ist ein toter Verwandter.
10. Wenn Sie nichts von sich erzählen, können Sie auch nicht kritisiert werden.
11. Zeigen Sie mir einen Verwandten, der meine Arbeit nur verdreifacht, und ich werde ihm die Füße küssen!
12. Wenn Onkel und Tante sich beide absolut sicher sind, kann es nicht stimmen.
13. Die beste Art, sich um Verwandte zu kümmern, ist, sie zu ignorieren.

Hier noch die Regeln dieses absolut empfehlenswerten Buches im Original:
1.    Gomers don't die
2.    Gomers go to ground.
3.    At a cardiac arrest, the first procedure is to take your own pulse.
4.    The patient is the one with the disease.
5.    Placement comes first.
6.    There is no body cavity that cannot be reached with a #14 needle and a good strong arm.
7.    Age + BUN = Lasix dose
8.    They can always hurt you more.
9.    The only good admission is a dead admission.
10. If you don't take a temperature, you can't find a fever.
11. Show me a BMS who only triples my work and I will kiss his feet.
12. If the Radiology resident and the BMS both see a lesion on the chest X-Ray there can be no lesion there.
13. The best delivery of medical care is to do as much nothing as possible.


P.S. Natürlich bestätigen überaus nette Verwandte als Ausnahme diese Regeln!

Dienstag, 27. Oktober 2015

Don’t feed the trolls?



In dem Forum www.tanzmitmir.net verfolgt mich seit Anfang Oktober ein Troll der besonderen Art. Besser gesagt: Ich habe ihn mir zugezogen (oder ins Profil getreten).

Ein nach eigenen Angaben studierter, zirka 44-jähriger Herr aus Erkrath (NRW) sucht unter dem Pseudonym „NocheroSoy“ dort eine Tanzpartnerin – und nach dem bisherigen Verlauf wage ich die Prognose: Er wird sie nicht dauerhaft finden.

Mein „Verbrechen“ bestand wohl darin, auf dieser Internetplattform einen meiner Blogbeiträge ("Tango: Standard oder Stand-Art?") erwähnt zu haben. Umgehend platzte jener Herr in eine sachliche Diskussion mit anderen Teilnehmern und rüpelte mich unter der Überschrift Qualitätsproblem bei Bloggern“ gleich einmal an: Da ich wohl die nach seinem Geschmack falschen Videos verlinkt hatte, attestierte er mir „haarsträubende Aussagen“ und gab an, welche Software ich zur Überwindung von GEMA-Sperren bei YouTube im provinziellen Pörnbach einzusetzen hätte. Weitere Belehrungen folgten, unter anderem zum „Balett“.

Ich gebe ja zu, meine Antwort war leicht ironisch: Ich wisse nicht viel vom Ballett, mir sei allerdings die richtige Schreibweise bekannt. Dies war der Auslöser für eine Lehrerschelte unglaublichen Ausmaßes, welche in Formulierengen wie nach Gutsherrenart - Verzeihung: Oberlehrerart“ oder  Gymnasialoberstudienratknappdanebensogarnochwichtigernämlichalsoberstudiendirektorküssdiehandundhabedieehre“ ausartete. Zudem würde ich in meinem Blog einen BILD-Zeitungsstil pflegen, da mir Inhalte unwichtig seien. Meine Entgegnung, schon einmal für die SZ geschrieben zu haben, mündete in ein inquisitorisches Verhör nach Auflagenzahlen etc.

In diesem Verlauf etablierte sich beim Schreiber offenbar eine Gehirn-Endlosschleife, und in ständig sich wiederholenden solchen stellte er mich als jemanden hin, welcher egozentrisch sei und in pathologischer Verirrung „nur gelesen“ werden wolle. Einige Zitate hierzu:

Ich habe schon verstanden: Hauptsache: Du wirst gelesen.“
„Denn das Allerwichtigste bleibt weiterhin: Hauptsache Du wirst gelesen ...“
„Damit beispielsweise Postzusteller und Prospekteverteiler dezent darauf hingewiesen werden, dass Du gelesen wirst...“
"Ich werde gelesen. Also bin ich. Ich. ICH. ICH! ICH!! ICH!!! ICH!!!! ...."
„Da ist ein Mensch, der getrieben wird, sich stets in den Mittelpunkt zu stellen, um sich seiner Existenz immer wieder zu versichern.“
„Später am Abend hört man wieder Gebrüll im Dorf: ‚Ich habe einen neuen Blogeintrag. Ich. Ich! ICH!! ICH!!!!....‘"

Auch die nette Drohung, durch eine ihm bekannte Fachkraft für Informationstechnologie per externem Computerprogramm meine Zugriffsstatistiken zu manipulieren, war ihm nicht zu schäbig – ebenso wenig die Behauptung, ich würde andere Forumsteilnehmer mit „Raubkopien“ versorgen wollen.

Als Krönung startete er heute unter dem Titel Wie ein Tango-Blogeintrag entsteht“ einen eigenen Thread, den er mit einer absurden Geschichte über einen wahnsinnigen Blogger einleitet, welcher sogar noch Prospekteverteiler und Postboten würgt, um den Ruhm seiner Internetseite zu verbreiten. Selbstredend läuft es auf den Dreh hinaus, des Gegners behandlungsbedürftige Psyche bloßzustellen: Die Idee, den Übergeschnappten mit einer Anzeige wegen Ruhestörung zur Raison zu bringen wurde verworfen, da er in seinem bedauernswerten Zustand offenkundig nicht schuldfähig sein kann.“

Ich mag nicht weiter zitieren – mir ist übel genug. Wer fürchtet, ich könnte schon wieder einmal „aus dem Zusammenhang reißen“, darf die vollständige Soße gerne auslöffeln:

Ich bin nun seit Jahren solche Anwürfe gewöhnt (wohlgemerkt von anonymen gegen namentlich bekannte Personen). Letztlich sind es immer wieder die gleichen Zutaten: Man wird sofort persönlich, unterstellt dem anderen Arroganz, Geltungssucht und Überheblichkeit, rückt seine Psyche ins Pathologische, droht mit digitalen Manipulationen und zieht die uralte „Oberlehrer-Masche“ ab, wenn der Dialogpartner mal so dreist ist zu glauben, er wisse etwas besser.

Da Letzteres nicht nur mich, sondern auch meine Lehrerkollegen betrifft: Vielleicht lesen solche gefühlt schulgeschädigten Gegner einmal Bücher wie das der bislang jüngsten Nobelpreisträgerin: „Ich bin Malala“. Möglicherweise begreifen sie dann, dass sie hierzulande ihre Restbildung einem freiheitlichen (und kostenlosen) Bildungssystem verdanken, das in vielen Ländern (und schon gar für Frauen) nicht selbstverständlich ist – und überlegen sich dann noch einmal den Gehalt ihres dämlichen Geschwätzes.

Die Strategie ist stets die gleiche: Von Inhalten ablenken, weil man auf diesem Terrain eine Auseinandersetzung scheut (gerne auch noch mit der Unterstellung, dass es dem Gegner nicht darum  ginge).

Habe ich Revanchegelüste? Ach, inzwischen kaum noch. Wie immer stelle ich halt die ärgsten Sprüche auf meine Plattformen, das mag man in dieser Szene gar nicht! Und zudem: Eine solche „Diskussionskultur“ legt man ja beim Übergang in die analoge Welt nicht ab. Bedauernswert ist da eher das persönliche Umfeld solcher Menschen, das wohl Einiges auszuhalten hat.  

Don't feed the trollsfüttere die Deppen nicht auch noch an: Diesen Rat hört man immer wieder, und er hat sicher auch seinen Sinn. Was mich persönlich daran stört, ist die Passivität: Stillhalten, bis der andere gnädigst geruht, sich ausgetobt zu haben?

Ich halte es daher eher mit dem Kabarettisten Michael Mittermeier, welcher zurzeit wegen seines Engagements für Flüchtlinge massenhaft Hass-Mails erhält. Seine Reaktion:  
„Er lese die beleidigenden E-Mails aber dennoch: ‚Weil, wenn du auf eine Bühne gehst und das Wort erhebst, da muss ich wissen, was gesagt wird.‘ Erst wenn er 400 dumpfe und rassistische Parolen in seiner Post gelesen habe, könne er ‚ganz reinen Herzens‘ auf die Bühne gehen und sagen: ‚So, jetzt gibt's auf die Fresse zurück.‘“

Und: Ich bin sehr glücklich, dass ich auf meinem Blog nur Kommentare mit Klarnamen zulasse. Auf das Charakterdefizit, bestimmte Dinge nur anonym äußern zu wollen, kann man sich in solchen Zusammenhängen nämlich fest verlassen.

Montag, 26. Oktober 2015

Two years for Gerhard and two cents for Melina



Vor genau zwei Jahren habe ich mit meinem Tangoblog begonnen – und ich bereue davon keinen Tag! Gerade habe ich meinen Beitrag zum „Einjährigen“ gelesen und mich gewundert, worüber ich mich damals noch freute. Inzwischen gestalten sich die Zahlen mit weit heftigerem Trend nach oben:

Die Zahl der Zugriffe auf mein Blog hat sich im zweiten Jahr um 133 Prozent auf knapp 70000 gesteigert, die der Posts um 90 Prozent auf insgesamt 151; die Rate der Kommentare ist ziemlich gleichbleibend bei zirka 3 pro Artikel. (Wenn ich nicht etliche anonyme Wortmeldungen hätte löschen müssen, läge sie höher – aber um die is ned schad…). Und auch wenn auf einem anderen Forum ein Hansel unter dem Pseudonym „NocheroSoy“ mir dies immer wieder mit der Kreativität einer gesprungenen Schallplatte vorwirft:

Ja, ich möchte gelesen werden – und ich freue mich riesig, dass dies so ist!

Und wenn man inzwischen bei „Google“ das Suchwort „Tango Blog“ eingibt, steht an erster Stelle „Gerhards Tango Report“ (und nicht mehr „Tangoplauderei“) – ja, wer hätte das vor fünf Jahren gedacht…

Derzeit gibt es nur noch zwei deutschsprachige Tangoblogs, auf denen aktuell Beiträge erscheinen: meinen und den hier kürzlich besprochenen „Tangoblogblog“. Die meisten der Formate werden in englischer Sprache verfasst – auch eines, welches eine deutsche Tangolehrerin herausgibt: Melina Sedós „two cents“ – aber was tut man nicht alles, um „international“ zu erscheinen, selbst wenn man dann mit deutschen Kommentatoren auf Englisch parlieren muss.

Die Dame hat dort vor geraumer Zeit (die Posts erscheinen seit Längerem nur sehr sporadisch) einen interessanten Artikel zu den Códigos – Entschuldigung, „tango rules“ veröffentlicht, den ich sehr interessant finde:


Melina beschwert sich dort eingangs über gewisse Anarchisten, welche die Verfechter dessen, was sie irrtümlich „sozialer Tango“ nennt, als „Nazis“ titulierten und fänden, der Tango brauche keine Regeln. Dazu fallen ihr einige soziologische Grund-Sätze ein, welche auf „alles im menschlichen Zusammensein braucht Regeln“ hinauslaufen. Daher seien die von ihresgleichen propagierten Aufforderungs- und Bewegungseinschränkungen richtig.

Nun meine ich nicht, dass es bei diesem edlen Tanz Naturen gibt, welche allgemein oder im speziellen Zusammenhang alle Konventionen des sozialen Miteinanders leugnen, folglich der Meinung wären, man dürfe dabei Rivalen abstechen (gab’s schon mal) oder wenigstens aufs Parkett kacken. Aber so einfach ist es natürlich selbst gemäß Sedó nicht: Es gäbe einerseits universelle Regeln, andererseits aber auch welche, die sich nur auf einen bestimmten Kontext bezögen: „Rules therefore also help define group identities.“ Da hört man dann die saarländische Nachtigall schon etwas deutlicher trapsen: Tango hat sich folglich von dem abzuheben, was in unserer Gesellschaft auf Tanzveranstaltungen sowieso als sozial adäquat angesehen wird.

Zum Cabeceo liefert sie hierfür ein schönes Beispiel: Die sonst übliche verbale Aufforderung genüge beim Tango eben nicht, da es dabei halt sehr viel intimer zugehe. Nun, angeblich hat sie ja früher Standard getanzt, dann könnte sie mir sicher erklären, ob sie den dort üblichen Beckenkontakt weniger intim findet als die Tuchfühlung im oberen Bereich oder gar den weiteren Abstand beim Tango nuevo. Aber: Chacun a son goût…

Der wichtigere Erklärungsbedarf wartet allerdings in der Frage, welche Autorität(en) beim Tango befugt sind, solche über das normale Tanzverhalten hinausgehende Laws und Orders zu dekretieren. In dem Zusammenhang liefert sie uns eine nette Mär:

Schon länger gibt es berechtigte Zweifel, ob die heutigen „traditionellen Milongas“ samt Código-Gewese wirklich auf Tango-Urzeiten zurückgehen (siehe mein Beitrag „Erfundene Traditionen“) – eher scheinen sie eine Entwicklung der letzten zwanzig Jahre zu sein. Melina packt nun den Stier bei den Hörnern: Ja, diese festgeschriebenen Regeln habe es so früher gar nicht gegeben, weil – festhalten, jetzt kommt’s – die einstigen Milongueros in Argentinien sich von selber zu benehmen gewusst hätten. Dann aber seien – raten Sie mal – die ausländischen Touristen „wie Elefanten im Porzellanladen“ in die heiligen Tangostätten eingebrochen. So wären die Veranstalter gezwungen gewesen, das Chaos durch feste Regeln zu begrenzen (ohne hoffentlich das Geld zurückzuweisen, welches der Tourismusfaktor Tango in die gebeutelten Kassen der argentinischen Wirtschaft spült). Auch Mirada & Cabeceo habe es früher in dieser strikten Form nicht gegeben – sie seien eingeführt worden, weil Europäer und Nordamerikaner meinten, jede Frau in Buenos Aires sei verpflichtet, mit ihnen zu tanzen!

Und daher müssen sich offenbar die Encuentros im Hunsrück und anderswo vor der Invasion der Touristen schützen… Nicht derjenige ist also schuld, welcher andere durch überzogenes und lebensfernes Kasperltheater schurigelt, sondern die Betroffenen haben sich das selber zuzuschreiben! Mir ist ja als Satiriker Zynismus nicht eben fremd, aber bei dieser Dosis werde ich allmählich nüchtern…

Nun könnte man natürlich den Spieß, mit dem man andere piesackt, auch einmal umdrehen: Seit einiger Zeit erleben wir ja hierzulande eine „Invasion“ argentinischer Lehrer, Tänzer und Veranstalter sowie ein daraus resultierendes „Chaos“ von Kursen, Workshops und Showtänzen. Es juckt mich in den Fingern, einmal ein paar Códigos für unsere argentinischen Gäste zu formulieren (wozu ich natürlich nicht befugt bin, aber das ist ja wohl wurscht):

·         Bedenken Sie bitte, dass in Deutschland der alte Hotel-Grundsatz gilt: „Alles, was sich bewegt, wird gegrüßt – und was sich nicht bewegt, wird geputzt.“ Halten Sie sich wenigstens an die erste Hälfte und laufen Sie nicht mit glasigem Blick an Gästen vorbei, die zum x-ten Mal Ihre Milonga besuchen!
·         Deutsch zu lernen dürfte Ihnen nicht schwerer fallen als Syrern und Afghanen. Schon nach drei Monaten Unterricht sollten Sie (je nach Bundesland) ein herzliches „Grüß Gott“ oder „Guten Abend“ hinbringen.
·         Die hispanisierten Ausdrücke für Códigos oder Tanzfiguren behalten Sie hingegen unbedingt bei – sonst fehlt der hierzulande zwingend erwartete Exotikfaktor!
·         Nach einem hierorts unausrottbaren Klischee ist der Ausweis Ihrer Lehrbefähigung ein Pferdeschwanz. Sollten Sie den beim besten Willen nicht hinkriegen, hilft nur die Senkung der Kursgebühren!
·         Für germanische Tangueras ist es der Höhepunkt ihres Tangolebens, einmal mit einem echten Argentinier zu tanzen. Sorry, da müssen Sie durch, anstatt sich in die hinterste Ecke einer Milonga zu verziehen und dort stundenlang tatenlos vor sich hinzustarren oder nur mit Ihrem mitgebrachten „Latino-Schneckerle“ zu tanzen.
·         Obwohl es vielleicht anders aussieht: Manche deutsche Frauen können von alleine stehen oder sogar selbstständig einfache Tanzfiguren ausführen. Es ist somit nicht erforderlich, sie chronisch an Ihre Heldenbrust zu klemmen und wie eine Gummipuppe übers Parkett zu ziehen!
·         Sollten Sie Tango unterrichten: Es gibt bei uns ein Phänomen, welches man als „Emanzipation“ bezeichnet. Erwecken Sie also nicht den Eindruck, eine Tänzerin müsse sich völlig willenlos der männlichen Führung ausliefern!
·         Und seien Sie vorsichtig: Eine Frau per Mirada gnadenlos niederzustarren könnte hierzulande als Zudringlichkeit missverstanden werden und Ihnen von ihr oder dem eifersüchtigen Partner einen Satz Ohrfeigen einbringen. Fordern Sie lieber nach deutscher Manier mit dem freundlichen Satz auf: „Willst du dir den Abend versauen und mit mir tanzen?“

Das Schönste ist aber: Ich brauche ja keine „Tango-Spezialregeln“, somit auch diese nicht. Also macht’s doch, was ihr wollt – falls ich es ebenso darf!

So, dies war, dem Trend entsprechend, mein erster Blogtext mit englischer Überschrift: „Two years, two cents“ – ich hätte es auch kürzer fassen können:

„It takes 2 to tango."

An der Zahl scheint was dran zu sein… 

P.S. Gestern waren wir beim Tango in der "Oldtimerfabrik" in Ulm. Dort spielte - auf Spendenbasis - das "Gabriel Merlino Quartett": vier junge Musiker (Bandoneón, Geige, Klavier und eine Sängerin). Unglaublich, mit welcher Virtuosität und Dynamik vorwiegend "alte" Titel interpretiert wurden! Wer da behauptet, zeitgenössische Tangomusik sei "untanzbar" oder von geringerer Qualität, hat was auf den Ohren oder an den Füßen. Respekt für Tradition und Freude am Neuen sind selbstredend kompatibel.

So soll's weitergehen - daher wird dieses Blog auch im neuen Jahr genug Lobendes enthalten können!