Freitag, 22. September 2017

Hass und Hetze



Vor zwei Tagen habe ich mir (spätabends) den gleichnamigen Beitrag in der ZDF-Reihe „Zoom“ angesehen, der mich tief beeindruckt hat: Er berichtet von den stark zunehmenden Anfeindungen, denen heute nicht nur Spitzenpolitiker, sondern auch ihre Kollegen auf Landes- und Kommunalebene ausgesetzt sind.

Das beginnt mit kübelweise in den sozialen Netzwerken ausgeschütteten Beleidigungen und Bedrohungen mit Gewalttaten bis hin zum Mord, dem ja die parteilose (!) Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker nur knapp entging. Längst an der Tagesordnung sind Farbbeutel- und Steinwürfe auf Wahlkreisbüros sowie vandalistische Zerstörungsakte wie das Anzünden auch von Privatautos – und sogar tätliche Angriffe. Zum „guten Ton“ gehört es inzwischen, wenn in Parteibussen herangekarrte „Wutbürger“ mit Sprechchören und einem Pfeifkonzert die Ansprachen nahezu unhörbar machen, während in den vorderen Reihen verängstigt wirkende Sympathisanten sich kaum noch zu applaudieren trauen – und den Rednern (auch der Bundeskanzlerin) deutlich anzusehen ist, wie sehr sie (nach Ablesen des Textes) das Ende des Auftritts herbeisehnen.

Mir ist es völlig egal, aus welcher linken oder rechten Ecke ein Verhalten kommt, welches ich für unterirdisch halte. Den politischen Gegner ausreden zu lassen und ihm mit friedlichen, argumentativen Mitteln Paroli zu bieten, ist Grundlage einer Demokratie, welche sich auf Werte wie Menschenwürde, Gleichberechtigung und freie, geheime Wahlen gründet. Welches völkische oder antikapitalistische Paradies mir Menschen auch versprechen, die sich benehmen wie Rotz am Ärmel: Danke bestens, die Vorboten dieses verheißenen Elysiums reichen mir bereits voll und ganz!

Wer findet, unsere politische Ordnung sei versifft, korrupt und daher als Ganzes abzulehnen, sollte sich daran erinnern, dass Begriffe wie „Systemparteien“ oder „Systempresse“ (heute gerne auch als „Lügenpresse“ bezeichnet), zum Vokabular einer politischen Bewegung gehörten, welche die Verheißung des „Tausendjährigen Reiches“ nicht ganz einhalten konnte…

Wer in dem Beitrag des ZDF die ziemlich ratlos wirkenden Justizvertreter und gar unseren verängstigt erscheinenden Bundesjustizminister betrachtet, wird in seinem Mut, gegen solches Gangsterwesen anzugehen, nicht eben bestärkt. Nun gut, ein Zwang zum Heldentum besteht – auch in einer Demokratie – nicht.

Was ich jedoch überhaupt nicht verstehe: Warum lässt man beispielsweise seitenlanges, schwachsinniges Gepöbel auf „Facebook“ eigentlich stehen? Für mich ist die Verrohung der Sprache das entscheidende Fundament für nachfolgende, noch schlimmere Widerwärtigkeiten.

Nun will ich meine bescheidenen Scharmützel im Tango in keinster Weise mit solchen weit schlimmeren Dingen vergleichen. Nur steht für mich eins fest: Solche Kommentare auf den von mir redigierten Seiten hätten keine Chance: Man kann User auf Facebook sperren oder deren Kommentare auf Blogs löschen. Meine Erfahrungen damit sind äußerst positiv: Es macht Maulhelden nämlich überhaupt keinen Spaß, im Orkus der Nichtbeachtung zu verschwinden. Und selbst Foren, in denen unter dem Deckmantel der Beschäftigung mit dem Tango immer wieder übel mit Andersdenkenden abgerechnet wurde, sind inzwischen tot.

Und ich erlaube mir, die gröbsten Hetzer gelegentlich in einem speziellen Beitrag abzufieseln. Das mögen sie noch weniger!

Natürlich wird in solchen Fällen von bestimmter Seite „Zensur“ gerufen und die „Meinungsfreiheit“ bedroht gesehen – speziell von Naturen, welche nicht mal den Hintern in der Hose haben, sich mit realem Namen zu ihren originellen Ansichten zu bekennen. Im Moment darf ich mich gerade wieder mit einer Leseranfrage beschäftigen, welche mich der Löschung eines Kommentars verdächtigt.

Darum wieder einmal zur Klarstellung: Auf meinem Blog darf jeder ohne „Gesichtskontrolle“ Beiträge schreiben – sofern sein Antlitz einen Namen hat und er niemanden beleidigt. Dann kann er sogar behaupten, dass man Tango auf allen Vieren tanzen sollte…

Wer allerdings lediglich beabsichtigt, andere persönlich herunterzumachen, hat bei mir keine Chance: weder auf meinem Blog noch auf Facebook oder in der Wahlkabine. Und dieses Verfahren hat, so jedenfalls meine Erfahrung, Erfolg!

Apropos: Der ZDF-Beitrag ist in der Mediathek noch fünf Tage zu sehen – man sollte ihn sich vor der Stimmabgabe noch ansehen:

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-hass-und-hetze-100.html

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Aus Ihrem Beitrag muss Ihr wahrer Name hervorgehen. Wenn Sie sich unter "anonym" einloggen, müssen Sie diesen im Text des Kommentars nennen. Unterlassen Sie bitte beleidigende und herabsetzende persönliche Angriffe! Nur Anmerkungen, welche diese Voraussetzungen erfüllen, werden veröffentlicht.
Falls Sie mir stattdessen lieber eine E-Mail schreiben wollen: mamuta-kg@web.de