Wie ich mich beim Neotango manchmal fühle


Wegen des leichten Männerüberschusses kommt es zunächst zu einer längeren Mirada. Anschließend versucht man, sich Tempo und Bewegungsrichtungen auf der Piste anzupassen. Gegen Ende erleben wir die Abenteuer der aktiven Akquise eines Partners, der Synchronisation im Paar sowie die Gefährlichkeit extremer Aktionen:



„Hatari!“ (das Swahili-Wort für „Gefahr“) entstand 1960/61 im heutigen Tansania und kam 1962 in die Kinos. Die Action-Komödie beschreibt die Abenteuer von Tierfängern und könnte heute im Zeichen ökologischer Bestimmungen nicht mehr so gedreht werden. Unter der Regie von Howard Hawks spielen u.a. John Wayne, Hardy Krüger und Elsa Martinelli. Die Filmmusik schrieb Henry Mancini.

Nach Auskunft des Regisseurs wurden im Film keine Stuntmen eingesetzt. Damit ist die Parallele zum Tango vollkommen…

Kommentare

  1. Die wilde Steppe des Tango Nuevo? In meinem heimischen Biotop nur ganz vereinzelt in den Milongas oder Übungsabenden zu beobachten, in die ich mich verschlage. Allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob ich da den 'Rumble in the Jungle' oder lediglich artistische Pausenfüller aus einem Provinzzirkus beobachte. Die Kollateralschäden, denen ich bisher bei den Begegnungen mit den anderthalb hier ortsansässigen Nuevoeros ausweichen konnte, wären allerdings zumindest ebenso beträchtlich gewesen, wie das was das Rhino in dem Filmschnipsel mit John Wayne und Hardy Krüger selig angerichtet hat. Nur dass in meinem Beisein noch niemand aufgespießt wurde.

    Im günstigeren Fall werden großzügig zirkuläre Sequenzen zelebriert. Oftmals lässt der Nuevoero hierbei seine Dame wahlweise
    * zügig-elegisch auf dem Stück Pista quer zur Tanzrichtung hin und her schweben, das ich eigentlich gerade betanzen möchte, oder
    * dramatisch in einer Pose erstarren, die mir ebenso den Weg abschneidet, oder sonstwie für mich und meine Hinterleute den Tanzfluss behindert.

    (Lediglich anmerken möchte ich, dass ich bei diesen und den im folgenden geschilderten Aktionismen gelegentlich den Eindruck habe, dass das Einhalten des Rhythmus oder musikalischer Akzentuierungen lediglich eine Option von Zweien darstellt - 1.) ... kann man, 2.) ... muss man aber nicht)

    Im ungünstigeren Fall wird zwar das zirkuläre Bewegungsmuster beibehalten, allerdings um eine gewagt kontruierte gemeinsame Achse beider Nuevoero/as gezwirbelt. Speziell einen der anderthalb praktizierenden Nuevoeros beobachte ich dabei immer wieder, wie er Unterschenkel seiner wechselnden Damen um das Knie seines Standbeines wickelt, obenrum auch irgendwie festhält und beide dann ein Ringelreihen hinzirkeln, bei dem der weibliche (getragene) Part völlig ohne Bodenkontakt auskommt.

    Bei einer Variante dieses Frauenkreisens bin ich mir mit dem Abstand der Jahre allerdings nicht mehr sicher, ob ich das wirklich gesehen habe. Ich meine, ja! In meiner Erinnerung rufe ich also folgendes Video ab: Besagter Unterschenkel einer der Damen war im Nacken(!!!) dieses Tänzers mit einem seiner Arme verschränkt. Die Achse wurde von ihm allein gebildet und die Dame schwang - kopfauswärts - wie ein Kettenkarussell an der tanzenden / übenden Konkurrenz vorbei.

    Da können Wayne und Krüger mit ihrem Rhino einpacken.

    Abschließend eine in ihrer political correctness entschärfte und auf den Tango umgearbeitete Sentenz eines befreundeten Südafrikaners: 'You may get the tango out of the jungle, but you never get the jungle out of the tango.'

    Unartistische Grüße aus Freiburg
    Joachim Gutsche

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    1. Lieber Joachim Gutsche,

      wie Sie hier ein Tangothema federleicht, aber nicht schmerzfrei abhandeln, verdient ein großes Kompliment!

      Sie werden nicht überrascht sein, dass ich Szenen wie die von Ihnen beschriebenen durchaus kenne. Vielleicht noch ein ergänzendes Szenario: Man kann auch durch völlige körperliche Trennung zwei noch weit weniger kalkulierbare Bewegungszentren schaffen.

      Bei den von Ihnen erwähnten Optionen wird übrigens meist die zweite gewählt!

      Ein Vergleich hinkt natürlich noch stärker als der getroffene Tierfänger: Das arme Rhino will ja gar nicht mitmachen!

      Insgesamt ist mir allerdings etwas Dschungel im Tango lieber als ein Tanz mit „Untoten“!

      Vielen Dank und herzliche Grüße
      Gerhard Riedl

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