Coaching für Coaches

 

Auf den Autor Dimitris Bronowski und sein Buch „Tangofulness“ („Tangofülle“, in 14 Sprachen übersetzt) habe ich schon öfters hingewiesen – hier ziemlich ausführlich:

https://milongafuehrer.blogspot.com/2023/01/hach-prosa-vom-ceo.html

Bronowski hält mit seinen Leistungen nicht hinterm Berg:

Er habe die „Tango Partner app“ mit mehr als 30000 Downloads herausgebracht (an der er aber wegen ernsthafter Probleme nicht mehr mitarbeitet).

Der Mann ist anscheinend ein Meister des Marketings – auf Tango-Facebook-Seiten kann man ihm nur schwer entgehen.

Wir lesen: „Meine Vision ist es, eine Million Menschen zum Tango zu bringen.“

Das erinnert uns an den Satz des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“

Freilich, so räumt der Autor ein (und wir dachten es uns schon), schaffe er das nicht allein.

Er habe Hunderte von Tangolehrern, Organisatoren und DJs zusammengebracht, um verschiedene Tango-Projekte zu starten.

Den Vorwurf, er betreibe sehr viel Marketing, bestätigt er. Aber es funktioniere!

Nun wartet auf Kunden wie Tangolehrkräfte ein neues Angebot: Wie kriege ich mehr Tangoschüler?  

Im Laufe der Jahre habe er Ausbildern und Veranstaltern, die an ihn herantraten, geholfen, ihre Schulen auszubauen und mehr Teilnehmende für ihre Events zu gewinnen.

Dabei habe er gemerkt: Dinge, die ihm offensichtlich erschienen, waren es für sehr viele Tango-Profis nicht. Die meisten hatten keine Ahnung von einfachen Ideen, die ihnen helfen könnten, ihre Kurse zu füllen und mehr Geld zu verlangen.

Ja, lieber Dimitris, da sagst du was…

Auf jeden Fall kann man nun bei ihm „8 bewährte Wege, mehr Tangoschüler anzuziehen“ kennenlernen.

Was wollen gemeine Tangoausbilder nicht?

„Sie wollen nicht, dass potenzielle Studierende nicht wissen, dass es Sie gibt.

Sie wollen kein Geld für Marketing ausgeben, ohne zu wissen, ob es sich lohnt.

Sie wollen nicht, dass Schüler Ihre Kurse ausprobieren, um nie mehr wiederzukommen.

Sie wollen nicht, dass Schüler, die bei Ihnen lernen, wieder gehen.

Sie wollen nicht mit weniger bezahlt werden als dem, was Sie wert sind.

Sie wollen nicht Ihre Tage damit verbringen, auf Instagram und Facebook zu posten.“

(Ich füge hinzu: Oder auf Blogs mit dämlichen Kommentaren aufbaumen!)

Noch wichtiger dürfte freilich sein, was man als Tangolehrkraft möchte:

Sie wollen, dass neue Schüler an Ihre Tür klopfen und begeistert Tango tanzen wollen.

Sie wollen Schüler, die Ihnen dankbar das zahlen, was Ihr Angebot wert ist.

Sie wollen genug Anfragen haben, um sich die idealen Schüler aussuchen zu können.

Sie möchten einen Einfluss auf das Leben der Menschen haben und sie am Ende ihres anstrengenden Tages lächeln sehen.

Sie möchten Zeit haben, um mit ihnen in Kontakt zu treten, sich wie eine Familie zu fühlen, und Zeit für sich selbst haben.

Sie wollen, dass Ihre Schüler zu begeisterten Fans werden, die anderen erzählen, dass sie Tango mit Ihnen ausprobieren sollten.“

So funktioniert das Angebot:

„Wenn Sie über künftige Online-Sitzungen informiert werden möchten, wie Sie Ihre Tangoschule ausbauen, das Einkommen der Schule steigern und Ihre Arbeitsbelastung verringern können, melden Sie sich zum Newsletter für Tangolehrer an.

Bonus: Wenn Sie sich anmelden, erhalten Sie alle 4 Tage eine kurze E-Mail mit Tipps zu den drei oben genannten Themen. Sie können sie lesen, das Gelesene anwenden und mit dem Wissen weiterarbeiten, dass Sie etwas getan haben, das Ihrer Tangoschule helfen kann zu wachsen.“

Wie schön!

Ich fürchte, da haben doch einige Kommentatoren auf meinem Blog gravierende Fehler begangen! Es hilft ja nichts, jemand mit Hohn und Spott zu überschütten und dann zu glauben, er würde Geld für ihre Angebote ausgeben. Noch schlimmer: Auch andere potenzielle Kundinnen und Kunden könnten abgeschreckt werden, wenn man herumholzt wie ein Bierkutscher. Oder Andersdenkenden psychische Verirrungen unterstellt (steht in einer unveröffentlichten Zuschrift).

Na ja, jeder, wie er meint (und kann)!

Zweifellos leben wir im Coaching-Zeitalter:

Im ersten Schritt bietet man Kurse für Leute an, die etwas lernen wollen. Das ist noch relativ naheliegend (wenn auch nicht immer der einzige und beste Weg). Lohnender noch ist es natürlich, Menschen darin auszubilden, anderen etwas beizubringen. Den Vogel aber schießt man ab, wenn man Ausbilder darin unterrichtet, wie sie mehr Kunden zur Ausbildung kriegen. Oder so…

Also nicht nur „Nasenbohren für Anfänger“, sondern über „Wie werde ich Nasenbohr-Coach“ hin zu „Wie kriege ich als Nasenbohr-Lehrer mehr Kunden?“

Fehlt nur noch das Online-Seminar: „Wie finde ich den besten Nasenbohr-Lehrer?“

Was wir vom Tango abschauen könnten: Es muss doch einen Volksstamm geben, von dem wir das „authentische Nasenbohren“ lernen könnten – verbunden mit den entsprechenden Códigos

Wahrlich: Auf uns warten noch viele unentdeckte Traditionen!

Lernen wir vom Experten:


https://www.youtube.com/watch?v=N9HVLqviNyE

Quelle: https://thecurioustanguero.com/8-proven-ways-to-get-more-tango-students/

Kommentare

  1. "Fehlt nur noch das Online-Seminar: „Wie finde ich den besten Nasenbohr-Lehrer?“
    Jetzt überkam mich ja fast die Versuchung, doch auch ein Online-Seminar anzubieten....
    Allerdings bin ich der Meinung, *den besten* Lehrer für alle und jede/n gibt es nicht. Jeder Mensch lernt anders, d.h. nicht jeder Lehrer wird die Bedürfnisse jeden Schülers bedienen können.
    Ich kann also höchstens herausfinden, welcher Lehrer bzw. welche Unterrichtsart für mich und meine Ziele am besten funktioniert. Und auch, wie man das herausfindet dürfte ziemlich individuell sein.
    Jm2c
    Carmen

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    1. Da kann ich nur zustimmen: Jeder und jede muss den eigenen Weg zum Tango finden.

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