Vielfalt kontra Einfalt

Cassiel, unser aller Kämpfer für einen nötigungsfreien Tango, hat nun ebenfalls Ney Melos Text übersetzt - selbstredend inklusive diesen vorher um Genehmigung gebeten zu haben. Asche auf mein Haupt - habe ich versäumt! Daher wird mein Bloggerkollege auch in Sachen "Wahrung von Autorenrechten und -pflichten" stets unerreichtes Vorbild bleiben...

In seinem Facebook-Umfeld dekliniert man gerade wieder die 99 Gründe durch, die einen vom Tanzen abhalten, und arbeitet sich momentan von "Problembären" über aufdringliche Herrenparfüms bis zu den Analdrüsen von Mardern vor. Auch da kann ich nicht mithalten: Ich kenne, wenn's hoch kommt, ein halbes Dutzend Gründe für das Tangotanzen - auch mit Partnerinnen, die meiner eigentlich nicht würdig sind...

Damit's mir nicht schon vor dem Frühstück schlecht wird, poste ich lieber ein kleines Video (mit Dank an Thomas Kröter): zeitlich sogar EdO, allerdings entartetes Orchester. Ich bitte daher, mehr auf die Bilder zu achten: All das war für die Menschen, welche sie schufen, einmal Tango - und diese Vielfalt hat den Tanz vom Rio de la Plata bis heute erhalten. Auf traditionellen Milongas wären die meisten dieser Stile ein No Go.

Die Schlussfolgerungen überlasse ich meinen Lesern!



     

Kommentare

  1. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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    1. Der Beitrag kam mir spanisch vor. Da eine namentliche Zuordnung nicht möglich war, habe ich ihn gelöscht.

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  2. Im Internet setzt nun in einschlägigen Kreisen das große Lamento über die bösen Männer ein, welche Frauen gnadenlos auffordern und auf der Tanzfläche malträtieren.

    Gewiss, solche Fälle gibt es. Ich habe heute einmal in meiner weiblichen Umgebung nachgefragt, welchen Anteil diese an der Gesamtzahl der Tänze ausmachen. Die Antwort: fünf Prozent oder weniger. Zitat: „Die Langweiler sind häufiger und meist schlimmer.“

    Aus eigenem Erleben kann ich das bestätigen: Es gibt auch Frauen, deren Talentfreiheit sich mit einem enormen Selbstbewusstsein paart, das schon dazu führte, mich gerne auch zweimal pro Milonga aufzufordern. Dennoch bin ich bislang praktisch ohne Korb ausgekommen – irgendwann merkt es die Letzte, dass mir solche Tänze zum Hals heraushängen (kann aber – zugegebenerweise – dauern…).

    Gut, wer meint, da mal einen Korb verteilen zu müssen – ok. Das Gedöns, welches Herr Nelo veranstaltet, reicht jedoch weit darüber hinaus. Nach meinem Eindruck geht es eher um die Etablierung einer herrschenden Kaste, welche mit Mittelmäßigkeit nicht mehr belästigt werden will. Die Parias sollen sich erstmal abstrampeln, um dann nach Bestehen diverser Initiationsriten vielleicht „vorgelassen“ zu werden. Gegen dieses feudalistische Getue habe ich mich gewandt.

    Selber hatte ich jedoch auch mit dieser (schon lange existierenden) Population keine Schwierigkeiten. Mir wäre im Traum nie eingefallen, eine solche – meist schon von Weitem erkennbare – hochnäsige Zicke aufzufordern, zumal sich deren reale Fähigkeiten meist auf den tangoüblichen Siedepunkt von Wasser beschränkten.

    Von wirklich guten und aufgeschlossenen Tänzerinnen habe ich allerdings mehr gelernt als in allen Kursen zusammen – und tue es heute noch.

    P.S. Lustig finde ich, dass sich nun so viele über geruchliche Zumutungen beklagen. Nach meinen Erfahrungen gehören die Tangomenschen zum gepflegtesten Teil der menschlichen Spezies – fast ohne Ausnahme. Aber vielleicht besuche ich die falschen Milongas…

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  3. Mir ist aufgefallen, dass es in dieser Diskussion bisher ausschließlich Männer sind, fordern, dass Frauen schlechte Tänzer ablehnen sollen. Aber bisher hat keine Dame geschrieben: "Oh vielen Dank für diesen Supertipp, da war ich ja noch gar nicht drauf gekommen. Werde ich ab sofort immer machen". Ich habe in selbigem Forum mal gefragt, was die Motive dieser Herren sind. Mal sehen, was für Antworten kommen.

    Grüße Annette

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    1. Liebe Annette,

      in meiner Sicht ist das Ganze eher ein männlicher Wunschtraum: Dass die Tänzerinnen mittelmäßig bis schlecht tanzende Kerle wegschicken. So bleibt mehr Spielraum für einen selber – und es gibt viele Tänzer, welche die eigenen Künste sehr optimistisch einschätzen.

      Bei den Frauen übrigens genau umgekehrt: Viele sehen das eigene Tanzvermögen mehr als kritisch. Schon deshalb wird die vorgeschlagene Strategie nicht funktionieren – in diesem Fall sage ich „Gottseidank“.

      Herzliche Grüße
      Gerhard

      P.S. Ich habe Deine Anfrage bei der „Konkurrenz“ gelesen. Bin sehr gespannt, ob Du überhaupt eine Antwort erhältst!

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