Von einem einzigartigen Geschäft
„There's no business
like show business
Like no business I know
Everything about it is appealing
Everything that traffic will allow
Nowhere could you get that happy feeling
When you are stealing that extra bow
Es gibt kein Geschäft wie das Showbusiness
Wie kein anderes Geschäft, das ich kenne
Alles daran ist reizvoll
Alles ist erlaubt
Nirgendwo sonst kriegst du dieses Glücksgefühl
Wenn du dir die Extra-Verbeugung holst“
Nicht jeder mag das Showgeschäft – klar, es ist oft lärmig und oberflächlich. Zu seinen Kritikern gehört anscheinend auch Klaus Wendel, der es weiterhin nicht lassen kann, mir Texte zu widmen.
Wieder mal musste ein „Nachtrag“ her, den er „Die Bühne bestätigt sich selbst“ betitelt. Ja, wer denn sonst?
Für sensationell hält er, dass ich mich öfters mit seinen Artikeln beschäftige. Als Widerspruch betrachtet es der Autor, dass ich mich als „Anwalt der freien Einzelmeinung“ geriere, aber es nicht dabei belasse, sondern auch die Ansichten anderer auf die Bühne hole, sie bewerte und dem Publikum erkläre, was von ihnen zu halten sei. Skandal!
Wobei einzuschränken ist: Ich gebe nur meine eigene Meinung wieder. Wie die Leserinnen und Leser urteilen, ist ihre Sache.
„Ihm geht es nicht nur um Klärung, sondern um Sichtbarkeit, Wirkung, Publikum.“ Aber, lieber Kollege, um was denn sonst? Was man nicht auf die Bühne stellt, kann nicht beachtet werden – und damit auch nicht beurteilt.
Glücklicherweise ist Wendel auch nicht frei davon – jedenfalls glaube ich nicht, dass er sein 29 Seiten-PDF zu meiner Person mit der Bitte um Geheimhaltung versehen hat.
Es gehe mir nicht nur um „Wahrheit“, sondern um „rhetorischen Vorteil“. Ich bin mit dem Begriff „Wahrheit“ sehr vorsichtig: Je plakativer er benutzt wird, desto eher weicht er von der Realität ab.
Dass man Fragezeichen setzen kann, ohne zu fragen, ist dem Kollegen unbekannt. Und natürlich sind hohe Zugriffe kein Qualitätsargument. Niedrige auch nicht. Ich freue mich einfach über Interesse, weil es mir ermöglicht, meine Ansichten zu verbreiten. Das ist der Grund, wieso man Bühnen meist nicht in den Keller stellt, sondern auf eine erhöhte Rampe.
Quelle: https://www.tangocompas.co/warum-ich-auf-dieser-buehne-nicht-mehr-mitspiele/
Aber ich gebe ja zu: Mich hat diese Bühnenwirkung schon immer beschäftigt. In dieser Hinsicht unterscheidet Harald Schmidt ja „Bühnenmenschen“ von „sprechenden Rollkragenpullovern“: Er könne in kürzester Zeit zwischen den beiden Spezies unterscheiden.
Mich haben als Kind schon Persönlichkeiten wie Kulenkampff und Carrell fasziniert. Sie waren Meister der Kommunikation. Als Kontrast hat Schmidt einmal Politiker beschrieben, die ihre Wutanfälle vom Blatt ablesen.
Dieter Hildbrandt hat einmal erzählt, wenn früher im Bundestag Herbert Wehner das Wort ergriff, habe er das Essen in der Küche kalt werden lassen. Bei den Auftritten heutiger SPD-Politiker dagegen mache er sich was zum Essen…
Mich hat diese Wirkung mein Leben lang beschäftigt. Als Lehrer, Zauberkünstler, Moderator, Tänzer und Autor war und ist für mich die Wirkung des „Showbiz“ entscheidend: Warum wird es im Publikum automatisch still, wenn einer auftritt – während man den anderen kaum zur Kenntnis nimmt? Man kann noch so kluge Ideen haben – wenn man sie nicht „über die Rampe“ bringt, ist es so, als hätten sie nie existiert.
Und – das ist die traurige Nachricht an manche Kollegen: Diese Fähigkeit ist schlicht nicht erlernbar: Man hat sie oder hat sie nicht.
Vielleicht habe ich diesen Artikel ja auch nur geschrieben, um an einen Welthit zu erinnern:
Auch den Produzenten des Musicals „Annie get your Gun“ gefiel der Song nicht. Sie hätten ihn beinahe aus dem Programm gestrichen. Ja, Experten können irren…
https://de.wikipedia.org/wiki/Annie_Get_Your_Gun_(Musical)
There's no people like
show people
They smile when they are low
Even with a turkey that you know has fold
You may be stranded out in the cold
But still you wouldn't change it for a sack of gold
Let's go on with the show, let's go on with the show
Es gibt keine Leute wie die Show-Leute,
Sie lächeln sogar, wenn sie traurig sind.
Selbst bei einem Stück, von dem du weißt, dass es floppen wird
Und du vielleicht demnächst auf der kalten Straße sitzt
Trotzdem würdest du es nicht gegen einen Sack Gold eintauschen
Und weiter geht’s mit der Show!
https://lyricstranslate.com/de/theres-no-business-show-business-es-gibt-kei.htmlhttps://lyricstranslate.com/de/theres-no-business-show-business-es-gibt-kei.html
https://lyricstranslate.com/de/theres-no-business-show-business-es-gibt-kei.html
https://genius.com/Ethel-merman-theres-no-business-like-show-business-annie-get-your-gun-lyrics
https://lyricstranslate.com/de/theres-no-business-show-business-es-gibt-kei.html
Der Song von Irving Berlin aus dem Jahr 1946 hat die Welt erobert – auch dank der Stimme von Ethel Merman: Let’s go on with the show!
https://www.youtube.com/watch?v=PIiQMsDQ0Uo
Und nochmal…
https://www.youtube.com/watch?v=2NoIiDAwjJI
Zugriffe 18.5.: 2441


Klaus Wendel hat nun seinen „Nachtrag“ weiter ergänzt:
AntwortenLöschenKlar dürfe jeder seine Meinung haben – er sollte sie anscheinend nur nicht dazu benutzen, sie gegen andere Meinungen zu stellen: „Er greift fremde Texte auf, zitiert sie, deutet sie um, macht sie lächerlich, stellt Personen in bestimmte Ecken und erklärt seinem Publikum, was von ihnen zu halten sei. Er reagiert auf andere Blogger, Kommentatoren, Lehrer, Veranstalter und Szenemenschen. Er nutzt deren Aussagen als Material für Pointen, Spott und Abwertung. Das ist nicht mehr bloß: ‚Ich habe eben eine andere Meinung.‘ Das ist aktive öffentliche Bearbeitung anderer.“
Ja, sicher. Aber das ist doch im öffentlichen Meinungskampf normal!
Wendel hat nicht unrecht, wenn er in meiner Schreibweise Show-Elemente entdeckt. Ich möchte nämlich Interesse wecken. Er selber verliert kein Wort über die Musikbeispiele – kein Wunder: Da ist er nicht zu Hause. Bezeichnend, dass er die Namen Carrell und Kulenkampff falsch schreibt. Mit Entertainment hat er’s nicht. Schade – er könnte da viel lernen.
Im Schlusssatz stellt Wendel fest, meine „Show“ sei seit Jahren gescheitert, weil ich nichts „kläre“. Na ja, demnächst werden die Gesamt-Zugriffe 2 Millionen erreichen. Ich kann mir schlimmeres Scheitern vorstellen…
Quelle: https://www.tangocompas.co/warum-ich-auf-dieser-buehne-nicht-mehr-mitspiele/
Hier ein Kommentar von Benedikt Schreiner:
AntwortenLöschenEin faszinierendes Plädoyer für das Showgeschäft! Es stimmt: Man muss Dinge über die Rampe bringen, damit sie wirken. Wer allerdings das Showbiz zitiert, sollte auch dessen Gesetze beherrschen. Große Entertainer wie Carrell oder Kulenkampff zeichneten sich vor allem durch eines aus: Souveränität, Schlagfertigkeit im direkten Dialog und die Größe, das Gegenüber glänzen zu lassen.Wer die eigene Bühne jedoch wie eine Festung bewacht, unliebsame Stimmen im Backstage (bzw. im Filter) verschwinden lässt und Monologe hält, betreibt kein Showbiz – er betreibt Zensur aus Angst vor dem unskripteten Dialog.Dass Reichweite mit „Klärung“ verwechselt wird, ist ein klassischer Irrtum der Quoten-Kultur. Die Bild-Zeitung hat auch hohe Zugriffe, klärt aber selten auf. Wenn die „aktive öffentliche Bearbeitung anderer“ (Zitat Wendel) nur dann erlaubt ist, wenn der Scheinwerfer exklusiv dem Regisseur gehört, verliert die Rampe ihren Glanz.Am Ende bleibt die traurige Nachricht an das Publikum: Man kann noch so laut „Let’s go on with the show“ rufen – wenn man aus Angst vor Widerspruch den Vorhang für das Publikum schließt, spielt man irgendwann allein im leeren Saal.In diesem Sinne: Applaus für die Inszenierung, Punktabzug für die Substanz.
Benedikt Schreiner
na- kannst du dieses Mal schlagfertig antworten oder wird es wieder eine Zensur wegen des unklaren Namens?
Lieber Benedikt Schreiner (oder wie Sie sonst heißen mögen),
Löschenich würde mich nie mit großen Entertainern vergleichen. In meinem Artikel steht (wenn Sie das nochmal lesen mögen), dass ich sie bewundere. Und ich glaube nicht, dass es reicht, das „Showbiz“ zu zitieren, um es zu beherrschen.
Der Vorwurf der „Zensur“ ist völlig unbegründet. Um beim Beispiel zu bleiben: Halten Sie es auch für Ihr Anrecht, in einer Fernsehsendung aufzutreten, und werfen Sie dem Sender widrigenfalls „Zensur“ vor?
Man hat durchaus die Möglichkeit, seine Gedanken zu verbreiten. Das Internet bietet dazu viele Möglichkeiten. Aber keine Publikations-Plattform ist verpflichtet, jederzeit ein Gastrecht zu gewähren.
Ich habe das in der Vergangenheit mit fast 5500 veröffentlichten Kommentaren sehr großzügig gehandhabt. Dass es dann in unerträgliche anonyme Beschimpfungen ausartete, habe ich nicht zu verantworten, sondern die Schreiber.
Herr Wendel hat sich hier in einer dreistelligen Zahl von teilweise sehr heftigen Zuschriften austoben können. Eine Angst vor „ungescripteten Dialog“ kann ich bei mir nicht feststellen. Aber wenn es nur noch in Grobheiten mündet, ist irgendwann Schluss. Ich kommentiere auch nicht mehr bei ihm, ohne dass es meinem Blog schadet.
Sicher würde es den Kollegen freuen, wenn Sie Ihre Wortmeldungen direkt an ihn richten.
Mit besten Grüßen
Gerhard Riedl
Werter Herr Riedl,
AntwortenLöschenIhr Vergleich zwischen einem privaten Meinungsblog und einer öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt hinkt nicht nur, er bricht komplett in sich zusammen. Ein Fernsehsender wird über Zwangsabgaben oder Werbung finanziert und hat einen gesetzlichen Sendeauftrag – Ihr Blog hingegen ist eine reine Selbstdarstellungsplattform. Sich selbst in die Rolle des unnahbaren „Intendanten“ zu flüchten, der gnädig über das „Gastrecht“ entscheidet, bestätigt im Grunde genau die Eitelkeit, die man Ihnen vorwirft.Wer seitenlang betont, keine Angst vor dem „ungescripteten Dialog“ zu haben, aber zeitgleich die Tür abschließt und die Kommentarfunktion verriegelt, hat die Debatte faktisch verloren. Das ist kein Showbiz, das ist das trotzige Schmollen im Sandkasten, weil die Fragen des Publikums nicht mehr ins eigene Skript passen.Dass Sie sich überhaupt genötigt sahen, einem wildfremden Absender einen so langen Rechtfertigungstext zu schreiben, zeigt ohnehin nur eines: Die Nadeln saßen tief und der getroffene Hund bellt.Viel Spaß weiterhin beim einsamen Walzer im leeren Saal.
Beste Grüße,
Benedikt Schreiner
Lieber Herr Schreiner,
Löschenman sollte schon zwischen dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen und den Privatsendern unterscheiden. Dass Sie von „Zwangsabgaben“ sprechen, lässt tief blicken.
Aber auch ein kleiner Lokalsender entscheidet, wen er ans Mikrofon lässt. Eine Verpflichtung, jeden Quatsch zu veröffentlichen, besteht nicht mal bei Anzeigenblättchen.
Komisch, jetzt kommen Sie schon wieder zu Wort und beklagen trotzdem „Zensur“…
Tja, ob ich nun Kommentare veröffentliche oder nicht – ich mache es anscheinend immer falsch.
Leider verschieben Sie Ihren Tonfall zunehmend ins Aggressive. Wenn Sie das fortsetzen, ist allerdings Schluss. Kapiert?
Beste Grüße
Gerhard Riedl
Gerade erreichte mich ein Kommentar von Paul Haug:
LöschenHallo Herr Riedl,
ich habe inzwischen auch das PDF von Herrn Wendel gelesen. Nach dieser Lektüre wirkt dieser Kommentarstrang fast wie eine kleine Live-Demonstration seiner Analyse.
Erst wird das Showbusiness bemüht, dann die Rampe, dann die Souveränität des Entertainers. Sobald aber ein Kommentar nicht in die gewünschte Dramaturgie passt, wird aus der Bühne sehr schnell ein kontrollierter Raum mit Hausrecht, Gastrecht und der Drohung: „Wenn Sie das fortsetzen, ist allerdings Schluss. Kapiert?“
Genau darin liegt der Widerspruch. Wer die Bühne feiert, muss auch den unberechenbaren Zwischenruf aushalten. Wer fremde Texte öffentlich bearbeitet, kommentiert und bewertet, kann sich nicht sofort auf das Hausrecht zurückziehen, sobald die eigene Inszenierung Gegenlicht bekommt.
Besonders aufschlussreich fand ich auch Ihre Bemerkung über Wendel:
„Er selber verliert kein Wort über die Musikbeispiele – kein Wunder: Da ist er nicht zu Hause. Bezeichnend, dass er die Namen Carrell und Kulenkampff falsch schreibt. Mit Entertainment hat er’s nicht.“
Das ist eine erstaunlich willkürliche Schlussfolgerung. Dass jemand in einem Text über Ihren Kommunikationsstil nicht auf jedes eingestreute Musikbeispiel eingeht, beweist nicht, dass er dort „nicht zu Hause“ wäre. Es beweist nur, dass diese Musikbeispiele für den analysierten Punkt nicht entscheidend waren. Und ein Schreibfehler bei Namen wie Carrell oder Kulenkampff sagt wenig über das Verständnis von Bühne, Wirkung oder Entertainment aus.
Genau hier scheint mir der Mechanismus sichtbar zu werden, den Wendel beschreibt: Ein Randpunkt wird herausgegriffen, vergrößert und zur persönlichen Kompetenzabwertung benutzt. Nicht der Einwand wird beantwortet, sondern der Einwendende wird markiert.
Natürlich ist ein privater Blog keine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt. Aber wer Öffentlichkeit sucht, andere öffentlich einordnet und sich auf Showbusiness beruft, sollte nicht überrascht sein, wenn das Publikum gelegentlich nicht nur klatscht, sondern zurückruft.
In diesem Sinne: Die Rampe steht. Der Vorhang ist offen. Nur der Dialog scheint weiterhin streng nach Regieanweisung stattfinden zu sollen.
Mit freundlichen Grüßen
Paul Haug
Lieber Herr Haug,
Löschenes ist schon komisch: Nun wird mir laufend in Kommentaren, die ich veröffentliche, vorgeworfen, keine Kommentare zu veröffentlichen…
Vor einigen Monaten war mein Blog in der Situation, dass sich unverschämte und dumme Sprüche in Kommentaren häuften. Auf die Dauer hätte das dem Ansehen meiner Seite empfindlich geschadet. Daher musste ich Einschränkungen vornehmen – und Sie können sicher sein: Das wird auch so bleiben. Aber ganz gesperrt war meine Seite nie.
Sie schreiben, ich könne mich nicht sofort auf das Hausrecht zurückziehen. Doch, kann und werde ich weiterhin! Was ich aushalten muss, bestimmen nicht Sie.
Ansonsten empfehle ich, Herrn Wendels Klagemauer zu benützen. Die ist derzeit etwas verwaist.
Beste Grüße
Gerhard Riedl