Undies und das

 

Kein Zweifel, wir leben im Zeitalter des Coachings: Bereits fürs unfallfreie Geradeauslaufen benötigt der Deutsche einen Kurs – zumal im Tango. Da darf die wichtige Frage nach dem „Drunter“ kein Tabu sein. Auf der Facebook-Seite eines Paars, das sich als „professionelle Tangotänzer und Lehrer“ bezeichnet, hat nun der weibliche Part seine Geschlechtsgenossinnen entsprechend aufgeklärt.

Aus „offensichtlichen Gründen“ werde sie aber keine Abbildungen posten. Ach Mönsch, gerade das offen Sichtliche hätte uns doch interessiert! Man kann sich ja sonst gar kein Bild machen…

Generell empfiehlt die Fachfrau „hautfarbene, nahtlose Tangas oder Shorts mit hoher Taille“. Klar, dann scheint nix durch, wenn mal was durchscheint. Ich kann aber versichern, dass Männer in solchen Fällen mühelos zwischen 1537 Beige-Tönen unterscheiden können!

Für figurbetonte Kleider eigneten sich besonders nahtlose Dinger, die „weniger Reibung“ verursachten. Na ja, höchstens beim Betrachter…

Wahlweise gleich Tangas oder – für weite, leichte Röcke: Shorts. Der Punkt sei: „Die Unterwäsche muss über oder weit unter dem Po sitzen.“ Diese Alternative dürfte sogar Männern einleuchten.

Eine hohe Taille sei besonders für „Shapewear“ empfehlenswert (also die Dinger, welche eine Kollegin gerne als „Speckdrücker“ bezeichnet).  

„Weiter oben“ sei der „richtige Halt“ entscheidend. Wobei Männer eher zum „falschen Halt“ tendieren…

Bei dünnen, figurbetonten Kleidern sei ein Futter unbedingt nötig, insbesondere im Brustbereich. Typisch Weiber: Dünn, aber gefüttert… ja, was’n jetzt?

Bei hochwertigen Kleidern mit offenem Rücken seien zusätzliche Cups eingenäht. Mein Gott, „offener Rücken“ – hört sich irgendwie ungesund an!

Weiterhin mag die Autorin „beim Tanzen nicht viele verschiedene Schichten“, also lieber Kleider „mit integriertem Futter, Korsett, Bodysuit, Cups usw.Kriegt man das Ding dann in einem Arbeitsgang runter? Sehr praktisch!  

„Noch weitere Fragen?“ Nein, alles klar!

Quelle: https://www.facebook.com/watch/?ref=saved&v=1341191221404011

Denjenigen, welche sich nun über mein niveauloses Geblödel aufregen, sei beschieden: Ich harre an diesem Pfingst-Morgen noch der Niederkunft des Heiligen Geistes, der sich wohl etwas verspätet hat.

Zudem halte ich den Text vor allem deshalb für sexistisch, da die Autorin kein Wort fürs „männliche Drunter“ übrighat. Ich darf daher eine selbsterlebte Geschichte nachliefern:

Tatsächlich verschlug es mich vor Jahren auf einer Milonga einmal in eine Garderobe, wo ich eigentlich nur die Schuhe wechseln, ein Kollege – er gilt als Tangolehrer – wohl auch die Hose tauschen wollte. Was nach Herunterlassen der verknitterten Jeans zum Vorschein kam – ich habe nur kurz hingesehen – waren olivgrüne lange Unterhosen mit Hängehintern, sintemalen bei der Bundeswehr als „Nato-Schlüpfer“ bezeichnet!

Ohne Zweifel: Bei den Herren der Schöpfung ist in Punkto „Undies“ noch viel Luft nach oben! 

Karikatur: www.tangofish.de

Kommentare

  1. Gerade erreichte mich ein Kommentar von Paul Haug:

    Herr Riedl,
    Auch wenn ich hoffe, dass Sie nach mutiger Wiedereröffnung der Kommentarspalte und gleichzeitiger, heftiger Kritik meinerseits nicht wieder den Rückzieher machen: Ich halte diesen Artikel ebenfalls für sexistisch. Zugleich hat er diesen unangenehmen Ton von Alt-Herren-Witzigkeit, bei dem man offenbar glauben soll, schon durch ein bisschen selbstbezichtigende Blödelei sei alles entschärft.
    Wie man gedanklich und öffentlich so weit unter die Gürtellinie rutschen kann, nur weil es in einem Beitrag um Damenunterwäsche geht, ist mir schleierhaft. Aber wahrscheinlich hat man unter diesem Vorwand als Jugendlicher in Quelle-Katalogen auch gerne Damenunterwäsche betrachtet. Besonders irritierend wird es, wenn Sie dann auch noch der Autorin Sexismus ankreiden, wenn es eben nur um dieses eine Thema geht: Damenunterwäsche – und nicht um Herrenunterhosen.
    Spätestens bei einem Satz wie „Ach Mönsch, gerade das Offensichtliche hätte uns doch interessiert!“ ist der Tiefpunkt erreicht. Das ist nicht originell, nicht satirisch und auch nicht besonders geistreich. Es ist schlicht der alte, äußerst unwitzige Herrenwitz im Blogformat.
    Mit freundlichen Grüßen
    Paul Haug

    PS: Bei Wendel gab's an der Klagemauer nichts zu beklagen, außer vielleicht an der übermäßigen Länge seiner Artikel. Und verstehe auch Ihre Logik nicht: Was soll ich denn dort schreiben, wenn ich ihre Artikel auf diesem Blog kritisiere?

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    1. Lieber Herr Haug,
      interessant, dass Ihnen bei der Lektüre meines Artikels gleich die alten Quelle-Kataloge einfallen – ja, die Jugenderinnerungen…
      Es wird Sie nicht wundern, dass ich Ihre Zeilen für unglaublich spießig und verklemmt halte. Ihr Schreibstil ist Alfred Tetzlaff in Reinkultur.
      Vielleicht könnten Sie uns mal darlegen, was Sie – wenn überhaupt – zum Lachen bringen kann. Aber ich fürchte, da werden wir lange suchen müssen.
      Vielen Dank für Ihren Beitrag, über den wir uns sehr amüsiert haben!
      Beste Grüße
      Gerhard Riedl
      P.S. Man könnte Herrn Wendel auch mal loben – aber das scheint nicht in Ihren Kompetenzbereich zu fallen.

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    2. Hier nochmal eine Replik von Herrn Haug:

      Lieber Herr Riedl,
      dass Ihnen zu meiner Kritik an einem sexistischen Herrenwitz sofort „spießig“, „verklemmt“ und „Alfred Tetzlaff“ einfällt, überrascht mich nicht besonders. Es ist ja ein bekanntes Muster: Wenn die Sachebene unangenehm wird, wird der Kritiker pathologisiert oder lächerlich gemacht.
      Nur zur Erinnerung: Es ging nicht um alte Quelle-Kataloge, nicht um meine angebliche Humorlosigkeit und auch nicht um die Frage, was mich zum Lachen bringt. Es ging darum, dass Sie aus einem Beitrag über Damenunterwäsche einen altbackenen Herrenwitz machen und sich dann hinter dem Etikett „Humor“ verstecken.
      Dass Sie sich darüber „sehr amüsiert“ haben, mag sein. Es beantwortet aber nichts. Auch Alfred Tetzlaff fand sich vermutlich komisch, wenn er andere beleidigte. Genau das macht die Sache nicht besser.
      Und was Herrn Wendel betrifft: Ich wüsste nicht, warum ich ihn unter Ihrem Artikel loben sollte, nur damit meine Kritik an Ihnen besser in Ihr Weltbild passt. Ich habe Ihren Text kommentiert, nicht eine Jahresbilanz über die deutsche Tangobloggerei geschrieben.
      Mit freundlichen Grüßen
      Paul Haug

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    3. Lieber Herr Haug,
      worum es geht, entscheiden Sie nicht allein. Und mit den Quelle-Katalogen haben Sie angefangen.
      Gut, Sie halten meinen Text für einen „Herrenwitz“. Das haben wir nun verstanden. Auch, dass Sie meinen Artikel empörend finden und dieses Urteil mit der Welt teilen möchten.
      Was Herrn Wendel betrifft: Ich dachte, Sie könnten seine Artikel mal loben. Per dortigem Kommentar. Aber vielleicht ist Kritisieren eher Ihre Kernkompetenz.
      Wie dem auch sei – die Sache ist meines Erachtens ausdiskutiert. Weitere Kommentare in gleicher Sache würde ich nicht mehr veröffentlichen.
      Beste Grüße
      Gerhard Riedl

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