Stefanie Werger: Flamenco Touristico



Während ich seit einigen Jahren die „Argentinophilie“ verblödle, hat die österreichische Sängerin schon 1989 in ihrem Album „ bzw - beziehungsweise“ die „Hispanophilie“ aufs Korn genommen. Fazit: Außerhalb der Tangoszene hat man Humor und daher viel Spaß mit der „Pferdeschwanz-Mimikry“!

Zum vergnüglichen Start ins Wochenende hier ein Textausschnitt (mit Dank an den Kommentator „helmishali“ vom österreichischen Forum www.tanzmitmir.net, durch den ich auf dieses Kleinod aufmerksam gemacht wurde):

Ich tanzte einen Tango mit Herrn Meier,
da erschien ein wunderschöner Don Juan.
Sein Blick aus schwarzen Augen war wie Feier,
den Meier ließ ich steh’n, i wollt an Mann.
Die Damen seufzten schwach „Mein Gott, José!“
und lüfteten entzückt ihr Dekolleté.
Doch nur mit mir trank er die sechs Tequila,
und nur mit mir ging er in seine Villa.

Er schenkte mir noch eine milde Rose,
bei ihm daheim gab’s Burgenländer Wein.
Dann aß er noch ein Goulasch aus der Dose,
bei seinem ersten Kuss schlief ich fast ein.
Dann sagte er perfekt im Dialekt:
„I hab di mit dem Spanier nur geneckt!
Wannst Josef hast, dann brauchst an g’scheit’n Namen,
sonst hat man hier kein Leiberl bei den Damen!

Flamenco Touristica auf Gran Canaria,
die halbe Welt is da, nur kane Spanier!
I wollt nix anders als Amor, Amor
mit an echten spanischen Senor. Por favor!"


Zum Anhören hier das gesamte Kunstwerk:


Kommentare

  1. Lieber Gerhard

    Da hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen.

    Unsere etwas laxe, gemütliche und schmähreiche Lebensweise erhält noch einige freiere Milongas. Aber es gibt auch bei uns schon die Hardliner mit den Minimalbewegungen und den schmalen Sehschlitzen im Visier, wenn es um den Blick auf viele Jahre von Musik ginge, einschließlich der jeden Tag neu entstehenden Schöpfungen von Tango-Musik.

    Warum gibt es so viele Leute bei Euch, die auf den Milongas in der Spur bleiben, wenn man sie bei uns auf den Autobahnen meist gerade am gegenteiligen Verhalten erkennt, lange bevor die Nummerntafel zu sehen ist?

    Übrigens: schmähreich ist kein vertipptes schneereich.........es bedeutet, vieles nicht (nur) ernst zu nehmen, wie Stefanie Werger und andere AustropopperInnen es in ihren Texten zeigen...........

    Herzliche Grüße vom Traunsee
    Peter

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Peter,

      was "an Schmäh führn" bedeutet, ist mir auf Grund meiner böhmischen Abstammung schon klar. Da haben wir ja beide viel Freude dran...

      Jüngst zog ja die Benimmexpertin Theresa Faus gen Innsbruck, um dort den wilden Austriaken die deutsche Regelkunde beizubiegen. Und der Verein dort heißt auch noch "Libertango"!

      Ich habe anlässlich dieses Events bei den Herrschaften vom Tangoverein mal nachgefragt, worauf sich der Name bezieht: Er wurde damals wegen der Einschränkungen des "Tiroler Tanzlehrergesetzes" gewählt. Ich habe darauf hingewiesen, dass nicht nur dieses den Tango einschränkt.

      Herzliche Grüße aus dem Voralpenland
      Gerhard

      Löschen

Kommentar posten

Bitte geben Sie im Kommentar Ihren vollen (und wahren) Namen an und beziehen Sie sich ausschließlich auf den Inhalt des jeweiligen Artikels. Unterlassen Sie herabsetzende persönliche Angriffe, gegen wen auch immer. Beiträge, welche diesen Vorgaben nicht entsprechen, werden – ohne Löschungsvermerk – nicht hochgeladen.
Sie können mir Ihre Anmerkungen gerne auch per Mail schicken: mamuta-kg(at)web.de – ich stelle sie dann für Sie ein.

Hinweis zum Kommentieren:

Bitte geben Sie im Kommentar Ihren vollen (und wahren) Namen an und beziehen Sie sich ausschließlich auf den Inhalt des jeweiligen Artikels. Unterlassen Sie herabsetzende persönliche Angriffe, gegen wen auch immer. Beiträge, welche diesen Vorgaben nicht entsprechen, werden – ohne Löschungsvermerk – nicht hochgeladen.
Sie können mir Ihre Anmerkungen gerne auch per Mail schicken: mamuta-kg(at)web.de – ich stelle sie dann für Sie ein.