Tango für Physiker
Ich fürchte, die ehemalige Online-Freundschaft mit dem Kollegen Wolfgang Balzer alias Yokoito ist nicht mehr zu kitten. Während er mir vor Jahren noch freundliche Kommentare schickte und sich mit Cassiel Wortgefechte lieferte, hat er sich nun wohl dem konservativen Trend im Tango angepasst und findet meine Texte daher grottenschlecht – obwohl sie auch nicht anders sind als damals.
Na ja, der Typus des „Tango-Wendehalses“ ist weit verbreitet.
Jüngst las ich seine veritable Drohung:
„Gerhard, mein Nicht-Freund, Du kannst wirklich froh sein, daß ich unter Künstlernamen blogge und genau deshalb das Gefühl habe, mich besonders zurückhalten zu müssen. Wenn ich irgendwann mal beschließen sollte, das zu ändern, wirst Du feststellen, daß sich alles, was ich zuvor in Deine Richtung geschrieben habe, nur so eine Art freundliches Streicheln war.“
Ja gut… nur was heißt hier „Künstlername“?
Auf der oben verlinkten „Crap-Seite“ veröffentlicht er seit einige Zeit abwertende Sprüche zu meinen Texten. Was mich aber freut: Er verlinkt sie auch!
Ich habe bislang auf Rezensionen seiner Artikel verzichtet, da ich die meisten schlicht für uninteressant hielt und sie daher oft gar nicht ganz durchgelesen habe. Beispielsweise schreibt der gelernte Physiker unter dem Titel „Die Rumsfeld-Matrix und der hedonistische Imperativ“:
„Die Rumsfeld-Matrix, bekannt geworden durch den ehemaligen US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, ist ein strategisches Rahmenwerk, das Wissen in vier Quadranten einteilt, um Unsicherheit zu managen: Bekanntes Wissen (Dinge, von denen wir wissen, dass wir sie wissen), Bekanntes Unbekanntes (Dinge, von denen wir wissen, dass wir sie nicht wissen), Unbekanntes Wissen (Dinge, die wir wissen, uns aber nicht bewusst sind) und Unbekanntes Unbekanntes (Dinge, von denen wir nicht wissen, dass wir sie nicht wissen).“
https://tangoblogblog.wordpress.com/2025/12/19/die-rumsfeld-matrix-und-der-hedonistische-imperativ/
Balzer hat eine fünfte Kategorie vergessen: Dinge, von denen wir wissen, dass sie uns nicht interessieren!
Die Verständlichkeit wird auch nicht besser, wenn der Kollege sie auf Englisch postet:
„Feedback for the ‚playlist evolution‘ experiment has been zero so far. I am a bit surprised because resonance in the Tango DJ Facebook group has been quite nonzero, with a couple of people signalling their interest and willingness to participate. Well, we shall see how this develops – as a physicist, I think every experiment has a result, and ‚no data‘ one too.“
(„Bislang gab es noch null Feedback zum Experiment ‚Playlist Evolution‘. Das überrascht mich ein wenig, denn in der Facebook-Gruppe für Tango DJs gab es durchaus Resonanz, einige Leute haben ihr Interesse und ihre Bereitschaft zur Teilnahme bekundet. Nun, wir werden sehen, wie sich das entwickelt – als Physiker bin ich der Meinung, dass jedes Experiment ein Ergebnis hat, auch eines ohne Daten.“)
https://tangoblogblog.wordpress.com/2025/10/03/another-experiment-new-metrics/
Na eben: Keine Reaktion ist auch eine! Aber in Tango DJ-Gruppen laufen sicherlich etliche Technokraten herum. Tänzer eher nicht.
Texte werden auch nicht attraktiver (außer für Physiker), wenn man sie mit jeder Menge wissenschaftlicher Kurven versieht:
https://tangoblogblog.wordpress.com/2025/10/19/the-new-metric-experiment-first-data/
Da nützen auch verbale Erklärungen wenig. Zumal, wenn man sich dann fragt, wer hier eigentlich der „Oberlehrer“ ist:
„Hier hat die „Flow-Zone“ Keilform, was man so interpretieren kann, daß mit zunehmenden Fähigkeiten die Chancen steigen, in einem bestimmten Anforderungsumfeld den Flow-Zustand zu erreichen (beziehungsweise daß die Chance auf Flow bei niedrigem Fähigkeitslevel eher klein ist).“
https://tangoblogblog.wordpress.com/2026/01/13/flow-und-genus/
Auch ein Kochrezept schien nicht den erhofften Erfolg zu bringen:
https://tangoblogblog.wordpress.com/2025/12/01/vor-wahrend-oder-nach-der-milonga/
Okay, jeder schreibt, wie er meint – und muss mit den Folgen (oder deren Ausbleiben) leben. Aber man wird mein Blog nicht dadurch wegbekommen, indem man zu jedem meiner Artikel dumme Sprüche publiziert – sondern nur, wenn man selber interessante Themen findet. Und auch Talent zum Schreiben hat.
Daher bitte ich um Verständnis, dass ich weiterhin zu Yokoitos Schöpfungen schweigen werde. Da „triggert“ mich einfach zu wenig. Vor allem, wenn man mit „Crap-Seiten“ noch Wendels „Radio Riedl-Wahn“ unterbietet.
Dass es ausnahmsweise sogar studierte Physiker gibt, die gute Satire können, beweist der Kabarettist Vince Ebert: Er berichtete einmal, dass sich ein Physik-Professor nach einem Studienkollegen erkundigte, von dem er schon länger nichts mehr gehört habe. Die Antwort: Der habe das Studium aufgegeben und schreibe nun Romane. Die Antwort des Professors: „Ich habe immer gewusst: Der Kerl hat keine Fantasie!“
Hier eine amüsante Berechnung:
https://www.youtube.com/watch?v=LzgPmr8OEd0
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