Die weiteren Aussichten


„Dann wird einer kommen, der wird eine gradezu donnernde Entdeckung machen: Er wird den Einzelmenschen entdecken. Er wird sagen: Es gibt einen Organismus, Mensch geheißen, und auf den kommt es an. Und ob der glücklich ist, das ist die Frage. Dass der frei ist, das ist das Ziel.“
(Kurt Tucholsky: „Blick in ferne Zukunft“, 1930)

Seit etwa acht Wochen gibt es nun keine Milongas mehr – der Tango ist faktisch zum Erliegen gekommen. Die Lehrer und Veranstalter bemühen sich tapfer, mittels Online-Fakes die Restbestände (und sich selber) am Leben zu erhalten. Und bitten um Spenden.

Sicher – man kann nun digital auch Unterricht bei Lehrkräften nehmen, die sich selbst für Tango-Reisegewohnheiten zu weit weg befinden. (Schon hier wäre die Frage: Warum eigentlich erst jetzt?) Und es ist schon fast rührend zu sehen, wenn einsame Tangomusiker oder DJs in leeren Studios so tun, als spielten sie für eine dreistellige Zahl von Tanzenden.

Offiziell ist der Ton noch optimistisch: Ja, man freue sich darauf, einander „bald“ wieder zum Tanzen zu treffen und die alte Tangoseligkeit zu reanimieren.

Nun bin ich der Letzte, der sich in die Reihe der Klugschwätzer einreihen und – möglichst mittels Wissenschafts-Mimikry – voraussagen möchte, wann es denn mit unserem Tanz weitergehe, endlich ein wirksames Medikament oder ein Impfstoff gefunden werde.

Ich frage nur: Wenn öffentlicher Paartanz wieder möglich wäre – wie sähe der dann aus? Meine Antwort: Jedenfalls auf lange Zeit nicht so, wie wir ihn bisher kennen.

Die hierzu geäußerten Vorstellungen sind gelegentlich von geradezu kindlicher Naivität: So las ich neulich die Ankündigung einer bekannten Tangoveranstalterin, die erste Milonga nach der Krise sei kostenlos für alle. Na klar: Wie ich die Szene kenne, wäre der Laden in zehn Minuten überfüllt, was kaum den seuchenrechtlichen Vorgaben entsprechen dürfte. Die nächsten Gäste kämen dann wohl in Uniform.

Eher würde ich vorschlagen, zum Neustart-Ringelpiez mit Anfassen die 20 Kunden einzuladen, welche vorher die meisten Online-Stunden gebucht hatten. Mehr als 10 Paare auf hundert Quadratmetern wird das Gesundheitsamt nämlich nicht zulassen – und natürlich jeder nur mit festem Tanzpartner und spätestens nach Verlassen des Parketts mit Gesichtsmaske. (Nebenbei: Die „Ronda-Disziplin“ könnte dann als Thema endgültig ausgedient haben… so haben auch Krisen ihr Gutes.)

Und wer darf überhaupt rein? Nur die mit Antikörper-Nachweis? Wie lange ist der gültig? Oder alle Geimpften? Da habe ich schlechte Nachrichten: Selbst wenn es eine solche Immunisierung geben sollte, wirkt die bei Menschen im durchschnittlichen Tangoalter wohl nicht hundertprozentig. Stichwort: Immunoseneszenz.

Wenn man denn ein wirksames Corona-Medikament fände: Wie viele ältere Tanzende wären bereit, sich dem Risiko einer mittleren Staupe auszusetzen, welche sie zwar überleben dürften, die aber gleichwohl nicht lustig ist?

Und ja: Ich freue mich jetzt schon auf die heftigen Auseinandersetzungen mit „Corona-Blockwarten“, welche dann akribisch überprüfen werden, ob sich Veranstalter an alle Auflagen halten, und sie bei Verstößen sofort auf Facebook verbellen. Und auf die hitzigen Debatten über die Gültigkeit welcher medizinischer Unbedenklichkeits-Nachweise. Auf die Vorwürfe, wer Mindestabstand und Masken-Handling nicht korrekt beachtet habe. Das Ganze dürfte die bisherigen „Cabeceo-Kriege“ noch um ein Mehrfaches übertreffen!

Das Lustigste dabei: Bereits bisher (und auch in Zukunft) kann man sich beim Tanzen einen Infekt wie Influenza einfangen, an der man – gerade in höherem Alter – ebenfalls sterben kann. Da fragte bislang keiner nach dem Impfausweis. Bei Corona garantiert!

Ich stelle mich daher schon jetzt auf viel satirisches Material ein…

Im Ernst: Selbst wenn es optimal liefe – wollen wir dann wirklich so weitermachen wie bisher?

Mit all den Regel-Aufstellern, welche uns auch im Tango Zucht und Ordnung beibiegen wollten?
Mit Tangogrößen, welche um sich das Fluidum höherer Weihen verbreiteten und für welche die „Parkett-Parias“ Luft waren?
Die unfehlbaren Tangolehrer, die uns mit ihren Buenos Aires-Totschlagargumenten in Schach hielten?
Die ganzen Ego-Darsteller, für welche unser Tanz vor allem ein vertikales Rangordnungsspiel darstellte?
DJs, welche sich mit allwissendem Nimbus einen Dreck darum scherten, zu welcher Musik die Gäste wirklich tanzen wollten?
Die Tango-Machos, welche hartnäckig darauf bestanden, die Tänzerinnen hätten sich durch Liebreiz und Unterwerfung ihren Ansprüchen anzupassen und Frauen in Beuteschemata und femininen Müll sortierten?
Tango-Zicken, welche nach Alpha-Männchen als Trophäen fahndeten?
Frontkämpfer, welche für Menschen mit abweichendem Geschmack nur das Exil-Argument übrig hatten: „Dann bleibt doch weg!“

Ehrlich, Leute, dann sage ich euch: Ich werde dieses Jahr Siebzig und hatte 20 Jahre am Tango Spaß, trotz alledem. Aber ob ich mir das Ganze dann noch länger öffentlich geben muss, bezweifle ich. Wenn die Szene sich als derartig lernresistent erweisen sollte: Ich habe durchaus noch andere Hobbys.

Meine zarte Hoffnung: Man könnte, wie Tucholsky es formuliert hat, zukünftig eine donnernde Entdeckung machen: den Einzelmenschen – schon deshalb, weil es auf den zukünftigen Milongas nicht viel mehr geben dürfte. Und sich mal um den kümmern.

Gestern schrieb Marlies Derendorf auf Facebook der Berliner Tangoszene ins Stammbuch: 

„Es geht nicht um reich und arm, sondern um Ausbeutung. Derzeit funktionieren die billigen Preise in Berlin nur durch Selbstausbeutung der Tangoschaffenden. Wir, die Kunden, sind die Ausbeuter, weil wir keine Preise bezahlen wollen, die den Tangoschaffenden einen angemessenen Lebensunterhalt ermöglichen. Das ist in meinen Augen unsozial und muss sich ändern.“

Sätze, die ich natürlich unterschreibe. Ich frage aber: Kann man im Tango eigentlich nur noch in kommerziellen Maßstäben denken? Klar, dann müssen die zukünftigen Milongas sehr viel teurer werden. Da geht es nicht um 8 oder 10 Euro, sondern – bei 10 Paaren auf 100 Quadratmetern – eher um 25 bis 30 Euro Eintrittsgeld. Schon diese Rechnung zeigt: Die geschäftliche Tangoszene ist bereits jetzt tot. Dass sie sich noch äußert, ist reine Routine…

Nebenbei: Hätte ich mich selbstständig gemacht, wäre für mich die Voraussetzung gewesen, mittelfristig so viel zu verdienen, dass ich Geld hätte zurücklegen können – und so eine „Dürreperiode“ von mindestens einem halben Jahr zu überstehen. Ansonsten hätte ich diese Tätigkeit wieder aufgegeben. Wer lediglich von der Hand in den Mund lebt, darf sich über derartige Engpässe nicht wundern.

Aber – und auch das frage ich gerne noch zehn Mal: Muss man Tango – gerade nach dieser Krise – eigentlich zwangsläufig als Geschäft sehen? Diese Beschäftigung hat es halt – anders als beispielsweise Fußball oder Skifahren – nicht geschafft, dass massenhaft Leute erhebliches Geld ausgeben, um sich dann zu infizieren. Und deren einflussreiche Lobby schon bald Öffnungen ertrotzen wird.

Die Argentinier, welche im Tango als „alte Milongueros“ verehrt werden, hatten mehrheitlich einen anderen Beruf. Tango war ihre große Freizeit-Leidenschaft. Davon könnten wir lernen!

Es gibt doch wahrlich genug große Wohnzimmer, Nebenräume oder Werkstätten, die man zum Tanzen ausräumen könnte, um kleine Milongas zu organisieren – ohne finanzielle Zwänge und privat unter Freunden. Da hielte sich auch das Ansteckungsrisiko in Grenzen. Und man würde die weitere donnernde Entdeckung machen, dass man auch auf diese Weise – und gar zu abwechslungsreicher, nicht ideologisch sortierter Musik – viel dazulernen kann. Wenn man einander hilft anstatt zu warten, was einem die Tango-Industrie dann wieder vorsetzt.   

Tragischerweise hat es solche Veranstaltungen ja schon immer gegeben – ob in Buenos Aires, Pörnbach oder sonst wo. Die selbsternannte Tango-Elite hatte dafür jedoch nur Verachtung übrig. Nur große Festivals und internationale Stars zählten: Citius, altius, fortius Dieter Hildebrandt hat dieses olympische Motto einmal so übersetzt: „schneller verdienen, höher stapeln, weiter schwindeln“.
Apropos: ja, ebenfalls abgesagt…

Ich glaube, irgendwie habe ich direkt Angst davor, dass es mit dem Tango zu rasant wieder aufwärts geht. In diesem Metier lernt man nicht eben schnell – die Gefahr ist groß, dass dann alles bleibt, wie es war.

Die weiteren Aussichten?

Satiriker sind von Natur aus Pessimisten. Kurt Tucholsky beendete seinen oben zitierten Text mit den Worten:

„Und dann wird sich das auswirken, und hunderttausend schwarzer, brauner und roter Hemden werden in die Ecke fliegen und auf den Misthaufen. Und die Leute werden wieder Mut zu sich selber bekommen (…). Und das wird dann so gehen, bis eines Tages ...“

 

Kommentare

  1. hallo gerhard!

    beim durchlesen deines artikels stellen sich mir doch einige fragen.

    1. "Online-Fakes"

    der begriff fake wird ja seit geraumer zeit inflationär benutzt. oft bezeichnet er nur dinge die nicht dem eigenen meinungsbild entsprechen.

    was meinst du also mit "Online-Fakes"?

    2. "wenn einsame Tangomusiker oder DJs in leeren Studios so tun, als spielten sie für eine dreistellige Zahl von Tanzenden."

    nur als anmerkung. es gibt durchaus veranstaltungen wo djs oder musiker ein publikum haben, dass von der anzahl der gäste im bereich deiner wohnzimmermilongas liegen. und es gibt von der anzahl der gäste auch internationale großveranstaltungen, die du ja nicht so sehr magst.

    3. "Nebenbei: Hätte ich mich selbstständig gemacht, wäre für mich die Voraussetzung gewesen, mittelfristig so viel zu verdienen, dass ich Geld hätte zurücklegen können – und so eine „Dürreperiode“ von mindestens einem halben Jahr zu überstehen"

    nicht mal firmen wie die lufthansa schaffen das.

    4. gebe ich zu bedenken, dass wenn wir zeitgenössische musik in hoher qualität haben wollen, wir profis brauchen. gute musik entseht nun mal nicht so einfach nebenbei.

    lieben gruß
    andreas

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    1. Lieber Andreas,

      vielen Dank für deine Fragen! Also:

      1. Mit „Online Fakes“ meine ich die ganzen digitalen Versuche, im Tango das zu erhalten, was ihn bislang für viele faszinierend gemacht hat. Ich fürchte halt, dies wird eine echte Milonga oder analogen Unterricht nicht ersetzen können.

      2. Auch das wird die Atmosphäre größerer Milongas oder Konzerte nicht ersetzen können. Und was unsere Wohnzimmer-Milonga betrifft: Da war der Laden halt oft auch voll – und nicht in einer Situation, dass wegen des Abstandsgebots alle zwei Meter jemand sitzt.

      3. Der Unterschied ist aber: Bei solchen Großunternehmen landen im Fall eines Konkurses die Manager nicht bei Hartz IV. Und um die Arbeitslosen kümmern sich Sozialversicherung und Steuerzahler. Der einzelne Selbstständige darf sich dann einen anderen Job suchen oder um Sozialhilfe betteln. Da wäre ich vorsichtig geblieben.

      Nebenbei: Für manchen Gigantismus sind die Firmen schon selber verantwortlich: Da muss dann nach zwei Startbahnen unbedingt noch eine dritte her. Und so lange es gut geht, soll sich der Staat nicht einmischen. Wenn’s schlecht läuft, ruft man nach staatlichen Hilfen…

      4. Ich kämpfe seit vielen Jahren darum, zeitgenössische Tangomusiker für Milongas zu verpflichten. Lange ist dies zu wenig passiert. Die Verantwortlichen dafür, dass die Künstler vielleicht zu wenig Rücklagen bilden konnten, sitzen im Tango auf der anderen Seite.

      Allerdings leben Musiker generell nicht nur von Konzerten, sondern vom Verkauf der Tonträger. Aber da galt es ja bei manchen DJs als chic, mit Raubkopien zu arbeiten oder gleich nur das alte Zeug zu spielen. Auch daran bin ich nicht schuld. Ich habe hunderte von Euro für den Kauf von CDs moderner Tangomusiker ausgegeben.

      Mit besten Grüßen
      Gerhard

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    2. G.R.: "Allerdings leben Musiker generell nicht nur von Konzerten, sondern vom Verkauf der Tonträger."

      Woher haben Sie diese Weisheit?

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    3. Die ist mir ganz allein eingefallen.

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    4. Ja, so stellen sich das viele Laien vor. Hat halt mit der Realität nix zu tun. Einer der zahllosen Online Fakes.
      Was meinen Sie denn, was ein Musiker an einem Tonträger verdient?

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    5. Gut, jetzt Klartext:

      Ich habe mich in meinem Text nicht über die Einkommenshöhe von Musikern geäußert. Die dürften nämlich zwischen den Rolling Stones und einem Tango-Ensemble ziemlich differieren.

      Wenn Sie dazu konkrete Informationen haben - bitte. Ansonsten landen Ihre Kommentare wieder im verbalen Sondermüll.

      Fest steht jedenfalls: Tangogruppen haben derzeit und noch sehr lange keine Möglichkeit mehr, zu erträglichen Honoraren auf Tanzveranstaltungen zu spielen. Also werden sie sich andere Einkommensquellen suchen müssen - innerhalb der Musikbranche oder eben außerhalb.

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    6. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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    7. Zu meinem letzten Beitrag, den Sie erwartungsgemäß als Sondermüll entsorgt haben, gibt es auch den passenden Cartoon:
      https://www.trendsmap.com/twitter/tweet/1260436836805234690

      Und zum letzten Gastkommentar schreiben Sie: "Einen Kommentar fand ich derartig gut geschrieben, dass ich die Autorin fragte, ob ich ihn als Gastbeitrag für mein Blog haben könnte."
      Bei Kommentaren, die Ihrer Meinung nicht entsprechen, fragen Sie nicht so höflich nach, gell? Aber so sind Sie halt: höflich nur zu jenen, die Ihrer Meinung sind. Bei uns nennt man solche Leute 'Kotzbrocken'.

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    8. Ich lasse das mal ausnahmsweise stehen, damit meine Leser sehen, mit welchen Existenzen ich mich zeitweise herumschlagen muss.

      Und ja, ich suche mir schon aus, wem ich auf meinem Blog Gastbeiträge anbiete und wem nicht. Auch Zeitungen erlauben ja nicht jedem Vollidioten, bei ihnen seine Artikel zu veröffentlichen.

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    9. Nun ja, Herr Riedl, dann müssten Sie auch meinen vorherigen Beitrag, den Sie liebevoll als Sondermüll bezeichnet haben, veröffentlichen, damit Ihr geschätztes Lesepublikum weiß, worum es überhaupt geht. Tun Sie aber ganz bewusst nicht.

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    10. Nein.

      Es ist ganz einfach: Tragen Sie etwas Inhaltliches zum jeweiligen Artikel vor - egal, ob zustimmend oder kritisch. Und zwar ohne persönliche Attacken oder gar Abwertungen.

      Dann veröffentliche ich es. Ansonsten bleibt es im Nirwana.

      Das haben schon Hunderte von Kommentatoren geschafft. Sollte also nicht so schwer sein.

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  2. Der folgende Kommentar erreichte mich gerade von Thomas Schön. Ich habe ihn um die Passagen mit persönlichen Anwürfen gekürzt:

    „Und jetzt schreibe ich es nochmals ganz deutlich und persönlich:
    Musiker leben nicht von CD/DVD-Einspielungen! Wir leben von Auftritten! Ich weiß gar nicht, auf wie viel CDs ich zu hören bin - und jetzt verrate ich Ihnen meine Einkünfte daraus: 0 Euro! Und die Lizenzeinnahmen? Kann ich Ihnen auch gerne verraten: Für zwei Open-Air Aufführungen bei einer Großveranstaltung im Wiener Museumsquartier erhielt ich 6,04 Euro. Sie haben ja wirklich keine Ahnung, wovon und wie Musiker leben! Wir sind keine lustigen Gaukler, die einem Hobby nachgehen!

    Abschließend noch ein Videoclip von einem der letzten Stücke, das ich spielen konnte, bevor Corona alles bis auf weiteres gestoppt hat:
    https://www.youtube.com/watch?v=SrFB1Bvtw7k
    Dazu noch als Information: Wir Profimusiker spielen so etwas nach zwei Proben. Glauben Sie, das kann ein Hobbymusiker auch? Aber o.k., Sie können natürlich gerne sagen: 'Diese grausliche Sondermüll-Musik braucht eh keiner ...' - Sie treffen dabei den Geschmack von 99%! Aber wir Musiker sind halt unverbesserliche Idealisten.

    Und noch eine kleine 'Anekdote':
    Als ich Saxophonquartett spielte, bat drei Tage vor einem Auftritt ein Veranstalter um Stücke aus der frz. Musette-Musik bzw. um Tangomusik. Ich arrangierte an einem Abend am Wirtshaustisch 'Libertango' und 'Valse a margaux' - natürlich unbezahlt, da beide Werke geschützt sind. Beide Stücke waren ein Riesenerfolg und wurden von uns gerne als Zugabe gespielt. Auch wenn Ihnen 'Libertango' als schwierig und kompliziert erscheint - das ist eines der einfachsten und 'primitivsten' Werke von Piazzolla!

    Wenn Sie jetzt noch immer der Meinung sind, wir Musiker hätten halt Rücklagen bilden sollen, dann frage ich mich, warum das die Lufthansa nicht getan hat .... Aber dort springt ja der Steuerzahler gerne ein - uns Musiker kann man ja verrecken lassen.

    Schönen Tag noch!“

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    1. Lieber Thomas Schön,

      ich glaube, Ihr Hauptproblem besteht darin, sich nicht auf die Gedanken anderer einlassen zu können.

      Daher: Ihre Ausführungen zu den Einkommensverhältnissen von Berufsmusikern will ich generell gar nicht anzweifeln. Sie stimmen sicherlich für das Gros der Branche. Es gibt allerdings sicher auch Musiker, die von Tonträgern leben können – aber dazu sind natürlich hohe Platzierungen in irgendwelchen Charts Voraussetzung.

      Das Problem ist nur: In meinem Artikel ging es darum nicht, sondern um die weitere Entwicklung des Tango argentino. Lediglich in einem anderen Kommentar wurde ich auf obiges Problem angesprochen und habe darauf kurz geantwortet.

      Aber ob nun Musiker, Tangolehrer oder Veranstalter: Man hat sich halt auf eine Branche eingelassen, in der es schon vorher wenig zu verdienen gab. Na und? Ist das meine Schuld? Im Gegenteil: Ich habe mich in der Tangoszene und meinem Blog stets dafür eingesetzt, zeitgenössische Ensembles zu verpflichten. Und das sogar mit zunehmendem Erfolg.

      Durch meine Moderationen arbeite ich mit vielen Musikern zusammen und kenne deren Probleme aus nächster Nähe: Soweit sie – zumindest teilweise – von der Musik leben wollen, wird es schwierig. Viele finanzieren sich über Musikunterricht, der ja inzwischen wieder möglich ist. Aber klar, Kunst ist ein undankbares Geschäft – das war schon zu Mozarts Zeiten so. Auch, was die Zauberei betrifft, kenne ich die Verhältnisse aus nächster Nähe. Wer sich darauf einlässt, muss wissen, was auf ihn zukommt.

      Nur hilft es nicht, nun wieder mal die „Hobbymusiker“ abzuwerten. Ich kenne aus diesem Bereich viele, die durchaus professionell arbeiten, aber klug genug waren, für den Lebensunterhalt einen anderen Beruf zu wählen. Und ich habe schon „Profis“ mit einer erstaunlich schwachen Performance kennengelernt.

      Schauen Sie, nun sind wir schon fast in einen sachlichen Dialog geraten. Ich hoffe, das irritiert Sie nicht.

      Beste Grüße
      Gerhard Riedl

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    2. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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    3. Sorry, wegen persönlicher Anwürfe gelöscht. Ein hoffnungsloser Fall...

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    4. Ich habe gerade auf der Facebook-Seite meines Kritikers nachsehen lassen – selber kann ich es nicht, da er mich gesperrt hat: So viel zu seinen Klagen, wenn ich mal Beiträge von ihm lösche…

      Immerhin hat er dort seinen (österreichischen) Bundeskanzler der „Kotz-Rhetorik“ bezichtigt. Und über dessen Partei schreibt er: „So agieren Profis, die über Leichen gehen!“ Na ja, da bin ich als von ihm so titulierter „Kotzbrocken“ doch in prominenter Gesellschaft!
      Quelle: https://www.facebook.com/thomas.schon.92

      Da grüble ich schon über die Vorstellungswelt solcher Menschen: Zuerst mal dem Gesprächspartner streng befragen und andeuten, er wisse eh nicht Bescheid. Dann gibt es verbale Grobheiten. Wie kann man da erwarten, dass ich von einer solchen Person Gastbeiträge veröffentliche oder ihm ständig wieder geduldig antworte?

      Natürlich kann ich die Nöte von Musikern verstehen, denen jetzt die Einkünfte wegbrechen. Aber ich bin die falsche Adresse für entsprechende Vorwürfe.

      Was ich auch nie verstehen werde: Warum schreibt man einen Kommentar nach dem anderen auf einer Seite, deren Autor man für beleidigend und inkompetent hält? Ich würde dafür meine Lebenszeit nicht verschwenden.

      Und klar: Den Rückschluss auf meine Lebensqualität sehe ich durchaus…

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    5. Lieber Gerhard Riedl,
      wow - 16 Kommentare! Da muss man doch hineinschauen.
      Was man da zu lesen bekommt, ist aber dann schon eine harte Nuss. Ein Profi-Lärmerzeuger will Ihnen weis machen, wie Musiker leben! Ich habe mir dieses "Video" angesehen - also ehrlich: Hobbymusiker können das auch. Sogar ganz ohne Proben, denn um Lärm zu erzeugen braucht man keine Probe. Als Musik wird das wohl kaum jemand ernsthaft bezeichnen.
      Und vielen Dank für den Link zu seiner Facebookseite. Wobei ich die Kritik an diesen Kanzler verstehen kann, wenn man die Begründungen liest. So fair muss man sein.
      Liebe Grüße,
      Karoline Stuerer

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    6. Liebe Karoline Stuerer,

      richtig: So fair muss man sein. Natürlich darf man in einer Demokratie einen Regierungschef kritisieren. Aber es kommt halt auf den Stil an, in dem man es tut.

      Ich bitte, dies auch auf den genannten Musiker zu beziehen. Klar sind auch Künstler nicht über Kritik erhaben, aber Begriffe wie "Profi-Lärmerzeuger" gehen eindeutig zu weit. Und ob es sich fallweise um Musik handelt oder nicht, ist eine höchst subjektive Einschätzung. Ich bitte, dies bei eventuellen weiteren Kommentaren zu beachten.

      Trotzdem Danke für die Nachricht und beste Grüße
      Gerhard Riedl

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