Ronda für Fortschreitende


Meine Methode, besonders drollige Äußerungen zum Tango zu zitieren, oft auch zu kommentieren, löst bei den Betroffenen keine reine Freude aus. So schrieb gestern Theresa Faus auf der FB-Seite von Thomas Kröter (Post vom 21.10.19):

Wenn einen eine Diskussion unter Dritten nicht interessiert oder man ihr nicht folgen kann – wie wäre es damit, sich einfach rauszuhalten, anstatt ihnen vorzuwerfen, dass sie auf ein anderes Thema nicht eingehen, oder auf verborgene Motive der Diskutanten zu schließen?“

Wie man das auch sehen mag – fest steht doch: Ich reagiere lediglich auf schrecklich schöne Dinge, welche andere zu unserem Tanz ins Netz stellen. Dass es manchem recht wäre, wenn es nur noch ihre orthodoxe Lehrmeinung zu lesen gäbe, kann ich verstehen, diesen Wunsch aber leider nicht erfüllen. Aber klar: Pluralität ist für gewisse Naturen ein Schreckgespenst…

Dennoch berichte ich weiter:

Drei Tage ist es nun her, dass in der FB-Gruppe „Tango München“ Milko Tansek seine KollegInnen schlicht gefragt hat, ob sie ihn für einen „rücksichtslosen Tangotänzer“ hielten (Post vom 21.10.19). Überraschendes Ergebnis: Manche finden, er übertreibe es schon ziemlich – andere dagegen können gut damit leben. Hätte ich ihm vorher sagen können.

Wie weiter zu erwarten war, ist nun aus der Beantwortung einer sehr persönlichen Frage eine Verkündigung der reinen Lehre von der unbefleckten Ronda geworden. Was aber endgültig den Satiriker auf den Plan ruft: So ganz einig werden sich selbst die Verkünder nicht mit ihren komplizierten Verkehrsregeln. Soweit ich intellektuell folgen konnte, geht es um die Frage des Spurwechsels in der Ronda. Einige Zitate, weil man sowas nicht erfinden kann:  

Lala Pringsheim: Warum findest Du schrecklich, rechts vorbei/neben das voran tanzende Paar zu tanzen? Sobald es möglich ist, rechts vorbei/neben das vorantanzende Paar zu tanzen, impliziert das, dass das vorantanzende Paar seine ursprüngliche (Außen-)Spur verlassen hat und sich für die innere Spur entschieden hat. Ich finde es durchaus legitim, auf den in der Außenspur frei gewordenen Platz nachzurücken. Das voran tanzende Paar, das in die Innenspur gewechselt hat, sollte nicht zurück in die Außenspur wechseln.“

Joost Rot: „Der Raum rechts von ihm (= die rechte Seite) eines in enger Haltung tanzenden Menschen ist (in Abhängigkeit von der Körpergröße) komplett nicht sichtbar. D.h., ich verlasse mich als führende*r Tänzer*In (in der Außenronda) darauf, dass sich dort (im von mir gewählten Abstand) Wand/Stühle/Tische/Theke o. ä. befinden. Taucht dort plötzlich neben einem ein Tanzpaar von hinten auf, ist dies ein Schreckmoment.
 
Der kann entstehen, wenn rücksichtslos und ohne Augenkontakt in die Ronda gegangen wird. Der kann aber auch entstehen, wenn nachfolgende Tänzer*Innen sofort rechts vorbei tanzen, wenn ein* Führend*er 30 cm nach innen tanzen oder v. a. Ecken abschneiden. Das hat NICHTS damit zu tun, in die 2. Ronda gewechselt zu haben (und dann rückte das nachfolgende Tanzpaar rechts auf), sondern es passiert in Situationen wo z. B. Anfänger*Innen im Führen auf rücksichtslose nachfolgende führende Tänzer*Innen treffen, die jedes ‚nicht hundertprozentige Verteidigen der Außenronda‘ damit beantworten, dass sie in diese rechte hintere Ecke tanzen und für eine Schrecksekunde sorgen, sobald sie bemerkt werden.(…)


V. a. wenn führende Tänzer*Innen sehr klein und/oder sehr schlank sind, verlassen sie zwar nicht die Außenronda und tanzen in der 2. Ronda, füllen aber dennoch die Außenronda nicht komplett aus, so daß rechts neben ihnen ein kleiner Raum (in ihrem absolut toten Winkel) entstehen kann. Das ist noch kein ‚auf zwei Rondas tanzen‘“.

Lala Pringsheim: „Meiner Meinung nach wäre es für Anfänger im Führen angemessen, auf der inneren Spur zu tanzen, aus Rücksicht auf den Tanzfluss der Außenspur, und gerade, um die beschriebene Situation zu vermeiden, in der man als nachfolgendes Paar den ständigen Spurenwechsel des Vordermannes kompensieren muss. Ich persönlich finde es aus Sicht des nachfolgenden Führenden nicht rücksichtslos, den Platz einzunehmen, der vor ihm frei gemacht wurde, unabhängig davon, ob der (ehemalige) Vordermann den Platz bewusst freigemacht hat oder es sich durch Ecken abkürzen und dergleichen ergeben hat. Sobald ein Tanzpaar (mit normalem Körperbau) neben/rechts vorbei tanzen kann, sind es deutlich mehr als 30 cm, die man sich von der Außenspur wegbewegt hat, und man sollte damit rechnen, dass dies als Wechsel in die Innenspur ausgelegt werden kann. (…)

Ich verstehe leider nicht das Argument, ‚schlanke Tänzer füllen die Außenronda nicht komplett aus‘, denn aus meiner Sicht wäre dann die einfache und plausible Lösung, den ‚nicht ausgefüllten Bereich‘, falls es einen solchen gibt (da ich ein Wohlstandsbäuchlein habe, fülle ich die Außenronda komplett aus) auf die Innenseite zu verlegen und darauf zu achten, dass man den äußeren Teilbereich der Außenronda komplett ausfüllt, so dass niemand auf die Idee kommen könnte, man hätte auf die Innenspur gewechselt.

In meiner Führungsanfängerzeit hatten mir meine Lehrer berichtet, dass es auf besonders traditionellen Milongas üblich ist/war, dass Paare, die von der Außenronda abweichen, von den erfahrenen Milongueros ganz bewusst geblockt werden/daran gehindert werden, wieder in die Außenspur zu wechseln.

Habe ich das richtig verstanden: Ist es nun auch noch vom Körperbau abhängig, in welcher Ronda-Spur ich wie tanzen darf? Sollte man dann, wie beim Boxen, beim Betreten der Milonga nicht erst per Wiegen das Kampfgewicht bestimmen?

Nein, im Ernst: Das Ganze ist lebensferner als die berüchtigte EU-Bananenverordnung.
Regeln, die in einen Satz passen („Du sollst nicht rempeln“) haben eine Chance auf Beachtung – Quark, den man erst seitenlang breittreten muss, nicht.

Ich verstehe aber durchaus, was Verfechter des regulierten Ronda-Tanzens daran fasziniert. Der Musiker Klaus Hörberg drückt es so aus:
Floorcraft im Tango: Wir tanzen nicht nur alleine, sondern mit allen im Raum, es entsteht eine Ronda, die alle mitnimmt, und damit eine wunderbare Energie. Wie in der Musik, alleine spielen macht Spaß, im Ensemble noch mehr, und wenn alle gut vorbereitet sind, ein gutes Niveau haben und konzentriert sind, gibt's nichts Schöneres.“

Schon – nur muss dann halt jeder Musiker genau das spielen, was in der Partitur steht. Und deshalb stimmt es eben nicht, was Theresa Faus meint:

„Und für die, die gerne ‚wild‘ tanzen: In einer richtig gut funktionierenden Ronda zu tanzen, lässt einem den Freiraum, sich ausschließlich auf Musik, Tanz und Partner zu konzentrieren.“

Klar, konzentrieren schon – nur halt unter drastischer Reduzierung der tänzerischen Freiheitsgrade.

In der Politik kennen wir diese Auseinandersetzungen: Wer ein Maximum an Sicherheit fordert, kriegt das nur in Verbindung mit einem Minimum an Freiheit. Dies kennzeichnet das rechte bis reaktionäre Lager. Grenzenlose Freiheit unter Aufgabe von Sicherheit sind (zumindest in der Theorie) die Zielvorstellungen linksradikaler bis anarchistischer Kräfte. Dazwischen gibt es eine Haltung, die man liberal nennt: Die Vorstellung, dass der Staat zwar Sicherheit anstreben, aber nicht alles regeln muss, dass der mündige Bürger vieles in seinem Leben durchaus selbstständig auf die Reihe bekommt, wenn man ihn nur lässt.    

Das spiegelt sich im Mikrokosmos des Tango. Interessant auch, dass man hier ebenfalls versucht, Gewalttaten zu instrumentalisieren:

Josef Minde: Interessante Zeitreise. Wie gut das damals geklappt hat, haben die zahlreichen blutigen Verletzungen gezeigt. Ich bin froh, dass sich die Münchner Tangoszene seitdem etwas weiterentwickelt hat.“

Da ich die früheren Zeiten im Münchner Tango persönlich miterlebt habe, kann ich das nur bestätigen: Ja, wir alle waren doch Zeugen schonungsloser Gemetzel, bei denen dereinst unschuldige Tradi-Jungfern von finsteren Neotänzern (vermutlich mit Migrationshintergrund) hingemeuchelt wurden!

Oder ging die Gefahr eher von den Stilettos der Damen aus?

Das Zitat des Tages lieferte dazu Tom Raphael:

„Häufig kommt dann das Argument: Aber auf meiner Neo-Milonga geht es doch auch! Da ist dann aber auch a) mehr Platz und b) haben die Damen dort in der Regel keine Schuhe mit hohen Absätzen.“

Aber lieber Tom, das kann man doch leicht ändern! Wenn man von konservativer Seite der Tango-Szene weiterhin diese verbissenen Debatten zu den Ronda-Regeln aufdrückt, wird der freie Platz auf jenen Parketts durchaus zunehmen. Tja, und fordert doch in Zukunft auch mal Frauen in Hosen und mit Sneakers auf. Dann müssen die sich nicht mehr bewaffnen…

Man vergebe mir meinen Zynismus – aber der kommt halt vom griechischen „Kynos“, dem Hund:

Ronda hundsgemein * Illustration: www.tangofish.de


Kommentare

  1. Lieber Herr Riedl,

    ich bedanke mich für die namentliche Erwähnung in Ihrem Internetblog. Es wäre sehr freundlich, wenn Sie der Vollständigkeit halber den meinem ersten Beitrag vorangegangenen Kommentar noch ergänzen würden, da ich auf diesen direkt Bezug genommen hatte und ohne diesen mein Beitrag etwas aus dem Zusammenhang gerissen erscheint.

    Weiterhin möchte ich gerne erfragen, was genau sie ausdrücken möchten, wenn Sie meine Beiträge hier wiedergeben. Was genau ist Ihre Aussage zu meinen Beiträgen?

    Ich kenne Sie nicht persönlich und ich weiß vom Hörensagen, dass Sie die Gepflogenheiten des traditionellen Tango nicht in Ihren persönlichen Lebensstil integriert haben. Insofern verstehe ich durchaus, dass Ihnen Diskussionen und Analysen zum Thema Tanzen in der Ronda lebensfern erscheinen. Für mich sind diese traditionellen Werte jedoch wichtig und ich finde es nicht sehr schön, wenn man Werte, die mir wichtig sind, zu entwerten sucht. Sucht man hier nur die Werte zu entwerten, die diesem Menschen wichtig sind, oder sucht man gar den Menschen zu entwerten, dem diese Werte wichtig sind?

    Mit freundlichen Grüßen
    Lala Pringsheim

    "Der Stolze mag missfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken, der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn." Hedwig Dohm



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    1. Liebe Frau Pringsheim,

      vielen Dank für Ihre Anmerkungen. Sie beweisen ja, dass man meine Texte nicht unwidersprochen hinnehmen muss, weil ich lediglich zustimmende Kommentare veröffentliche, wie ja auch gerne behauptet wird.

      Sicherlich haben Sie recht damit, dass ich Gepflogenheiten des traditionellen Tango nicht in meinen Lebensstil integriert habe. Ich möchte sogar behaupten, dass dies für den Tango insgesamt – in welcher Spielart auch immer – zutrifft. Dieser Tanz – und Tanzen überhaupt – ist für mich ein wunderschönes Hobby, mehr aber auch nicht. Für Überhöhungen irgendwelcher Art stehe ich nicht zur Verfügung.

      Und sicher, viele von mir kritisch Zitierte sind der Meinung, ich hätte die Quellen aus dem Zusammenhang gerissen, zu stark gekürzt oder gar unerlaubt verwendet. Ich musste aber schon aus den bislang 72 Kommentaren zu diesem Post eine Auswahl treffen – und ich habe Ihre Äußerungen vergleichsweise sehr ausführlich wiedergegeben. Wer sich den gesamten Kommentarverlauf antun möchte, kann auf Facebook nachschauen. Und Sie dürfen natürlich das, was Ihnen noch erwähnenswert scheint, hier auch als Kommentar anfügen.

      Insgesamt ist mir nicht klar, welche traditionellen Werte, die Ihnen wichtig sind, Sie in diesen Beiträgen dargestellt oder verteidigt haben. Für mich ist das eher eine verbissene Debatte um Details. Und meine Aussage dazu haben Sie ja selber erwähnt: Ich halte sie nicht nur für lebensfern, sondern auch für weit entfernt von den Traditionen des europäischen Paartanzes.

      Über Sie als Person allerdings habe ich mich mit keinem Wort geäußert, das ist nicht mein Stil. Das sollten Sie mir dann auch nicht unterstellen. Mir ging es lediglich um Ihre Darlegungen. Und da werden Sie sich mit meinen Veröffentlichungen genauso abfinden müssen wie ich mit Ihren. Insofern werde ich meinen Nacken ebenfalls nicht beugen.

      Mit besten Grüßen
      Gerhard Riedl

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  2. Lieber Herr Riedl,

    vielen Dank für Ihre Antwort.

    Können Sie mir bitte sagen, was genau mit den Überhöhungen gemeint ist, für die Sie nicht zur Verfügung stehen?

    Ich hatte Sie gebeten, den vorhergegangenen Kommentar, auf den sich mein Beitrag bezogen hatte, zur besseren Nachvollziehbarkeit einzufügen. Diesen hier unten im Kommentarfeld zu ergänzen bringt aus meiner Sicht nichts, denn nicht jeder liest die untenstehenden Kommentare. Ebenso wenig ist davon auszugehen, dass sich jemand, der nach dem Namen Pringsheim googelt und zufällig auf Ihren Tangoblog stößt, eigens einen Facebook Account eröffnet und sich bei der Gruppe "Tango München" anmeldet, weil er "sich den gesamten Kommentarverlauf antun möchte". Auch hier möchte ich fragen: Warum ist es notwendig, den gesamten Kommentarverlauf durch das Wort "antun" zu entwerten?

    Herr Riedl, ich habe nichts dagegen, kritisch zitiert zu werden, ich habe jedoch etwas gegen Entwertung und pauschale Urteile. Deswegen möchte ich Sie um konkrete Beantwortung meiner oben an Sie gestellten Frage bitten:

    "Weiterhin möchte ich gerne erfragen, was genau sie ausdrücken möchten, wenn Sie meine Beiträge hier wiedergeben. Was genau ist Ihre Aussage zu meinen Beiträgen?"

    Gerne gewähre ich Ihnen Einblick, worum es mir in meinen Beiträgen ging. Der Vorredner hatte sich folgendermaßen geäußert: "Schrecklich finde ich auch, wenn es nicht passt, rechts vorbei/neben das voran tanzende Paaf zu tanzen." In meinen Beiträgen nahm ich auf diese Äußerung Bezug um aufzuzeigen, dass dieses Tanzen "rechts vorbei/neben das voran tanzende Paar" leider zu Unrecht als vermeintliche Rücksichtslosigkeit oder gar Aggression verurteilt wird. Mein Anliegen ist, diese Pauschalverurteilung aufzulösen. Die Diskussion mag für Sie wie eine Debatte um Details ausgesehen haben, mir geht es jedoch um eine grundsätzliche Fürsprache für die zu Unrecht Verurteilten, die zu Recht gehandelt hatten.

    Im Übrigen ist es aus meiner Sicht nicht unbedingt etwas Negatives, wenn jemand die Fähigkeit besitzt Details wahrzunehmen und über sie zu sprechen/zu diskutieren.

    Dass Sie die Traditionen des argentinischen Tango als "weit entfernt von den Traditionen des europäischen Paartanzes" empfinden, liegt in der Natur der Sache. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Traditionen. Haben Sie schon einmal eine japanische Teezeremonie mit einer deutschen Kaffeemaschine verglichen?

    Herr Riedl, mir ist wichtig klarzustellen, dass ich Ihnen nichts unterstellt habe - ich habe lediglich nachgefragt/hinterfragt, wie es eben meine Art ist.

    Es freut mich, dass Ihnen das Zitat von Hedwig Dohm gefällt. Eine Dame, die sich mit Widrigkeiten niemals abgefunden hat. Ihr Gatte Ernst Dohm war übrigens verantwortlicher Redakteur der Satirezeitschrift "Kladderadatsch" und wurde einige Male rechtlich belangt, wenn anderen seine Satire doch zu weit ging. Wegen Kränkung einer Prinzessin musste er gar in Haft, wurde jedoch auf Bismarcks Gnade vorzeitig entlassen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Lala Pringsheim

    "Der Stolze mag missfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken, der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn." Hedwig Dohm

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    1. Liebe Frau Pringsheim,

      na, dann hoffe ich doch inständig, dass mir das Schicksal von Ernst Dohm erspart bleibt! In heutigen Zeiten hat sich ja doch (vielleicht nicht im traditionellen Tango) ein entspannteres Verhältnis zur Satire durchgesetzt.

      Zum Inhalt: Nun haben Sie das Ihnen fehlende Zitat ja noch ergänzt. Übrigens meinte ich mit „antun“ nicht so sehr die Qualität der Kommentare auf FB, sondern deren Quantität.

      Ansonsten nehme ich Anregungen, wie und worüber ich zu schreiben hätte, selten – und Vorschriften dazu nie entgegen. Ich glaube, das machen die meisten Autoren so. Desgleichen liefern sie keine Erklärungen, was sie denn mit einem Text ausdrücken wollten. Unverständnis kann vom Schreiber oder Leser verursacht sein – beides ist hinzunehmen.

      Dennoch vielleicht als Anhaltspunkt: Begriffe wie „Recht“, „Unrecht“ und „Verurteilter“ halte ich bei einem Gesellschaftstanz für hochgradig unangemessen und daher satirepflichtig – ob nun nach japanischen, argentinischen oder deutschen Zeremonien. Dazu passen dann Überhöhungen wie „Entwertungen“ und „pauschale Urteile“.

      Für mich sind solche „Tanzflächen-Benutzungsordnungen“ ziemlich unpraktikabel: Sie erbringen in der Praxis nur endlose Diskussionen und Erbsenzählereien. Da habe ich halt die Reißleine gezogen und, Sie wissen schon – „Kladderadatsch“ – ging dann was zu Boden. Das nennt man „satirische Fallhöhe“.

      Ist schon klar, dass Sie das anders sehen – und das steht Ihnen auch zu. Nur wird der Versuch vergeblich sein, mich so lange zu befragen, bis ich meine gegensätzliche Sichtweise aufgebe.

      Mit besten Grüßen
      Gerhard Riedl

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  3. Lieber Herr Riedl,

    wie ich bereits sagte, macht ein Ergänzen des Kommentars hier unten im Kommentarfeld nicht viel Sinn. Ich hatte Sie deswegen freundlich gebeten, diesen in Ihrem Bericht zu ergänzen, sinnvollerweise oberhalb meines von Ihnen zitierten Beitrags. Warum dies für Sie ein Problem darstellt, erschließt sich für mich nicht.

    Wenn Sie meine Beiträge zitieren und meinen vollen Klarnamen hier auf Ihrem Blog nennen, ist es mein gutes Recht zu erfahren, was genau Sie mit dem Zitieren meiner Beiträge bezwecken bzw. was Sie damit ausdrücken möchten. Warum es für Sie ein Problem darstellt, eine einfache und konkrete Frage zu beantworten, kann ich nicht nachvollziehen. Wenn Sie einen Text frei erfinden ist es eine Sache - eine andere, wenn Sie konkrete Personen unter Nennung ihres vollen Namen mit einbeziehen.

    Dass es in meinen Beiträgen nicht nur um einen Gesellschaftstanz an sich, sondern um grundsätzliche gesellschaftliche Werte geht, ist spätestens nach meinen Kommentaren hier auf diesem Blog offensichtlich. Warum es Ihnen unangemessen erscheint, gesellschaftliche Werte auch im Rahmen der Ausübung eines Gesellschaftstanzes zu leben und zu vertreten, und warum Sie diesen Werten ihren Wert abzusprechen suchen, ist mir unverständlich.

    Ich stelle Ihnen Fragen, weil ich Ihre Sichtweise verstehen möchte. Warum ist es für Sie überhaupt erforderlich, eine Reißleine zu ziehen? Was ist der Sinn darin, dass Sie als Außenstehender sich in eine Diskussion einklinken und Teile davon in Ihrem persönlichen Blog zitieren? Was wäre schlimm daran, die Diskussionsteilnehmer die Sache unter sich ausdiskutieren zu lassen? Was macht es für Sie so wichtig, die Diskussion in Ihr Leben bzw. auf Ihren Tangoblog zu holen? Die reine Freude an der Satire an sich kann es aus meiner Sicht nicht sein... was bewegt Sie also zu Ihrem Handeln? Ich gehe davon aus, dass Sie mir die Fragen wohl eher nicht beantworten werden... aber wer weiß...

    Mit freundlichen Grüßen
    Lala Pringsheim

    "Der Stolze mag missfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken, der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn." Hedwig Dohm

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    1. Liebe Lala Pringsheim,

      Sie ahnen es: Weitere inhaltliche Erklärungen wird es von mir nicht geben.
      Und nein, auch Zitierten steht nicht das Recht zu, die Kommentierung so lange erklärt zu bekommen, bis sie es verstanden haben (oder dieses zugeben).
      Weiteres zum Zitierrecht finden Sie über die Suchfunktion dieses Blogs, ansonsten dürfen Sie es sich auch gerne von einem Fachanwalt für Medienrecht erklären lassen.

      Was meine Motive betrifft: Auch wenn Sie es sich nicht vorstellen können – ich schreibe einfach gerne Satiren. Nur: Ein „Außenstehender“ bin ich nicht, sondern genauso Mitglied dieser FB-Gruppe wie Sie. Und es wäre noch schöner, wenn nun nur noch die eine Seite erklären dürfte, wie sie sich Tango vorstellt.

      Mit besten Grüßen
      Gerhard Riedl

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  4. Lieber Herr Riedl,

    wenn Sie meine Fragen als Wunsch interpretiert haben, von Ihnen Ihre Kommentierung "erklärt zu bekommen", so darf ich Ihnen mitteilen, dass dem nicht so ist. Meine Frage war vielmehr - wie bereits mehrfach beschrieben - was Sie damit aussagen möchten, wenn Sie mich in Ihrem Blog zitieren. Ich habe mit Ihrem Blog nichts zu tun, Sie kennen mich nicht persönlich, Sie wissen nichts über meinen Hintergrund und ich habe Sie in meinen Diskussionsbeiträgen auf Facebook in keinster Weise angesprochen, zitiert, angegriffen oder was auch immer eine Motivation sein könnte, Zitate meiner Beiträge hier auf Ihrem Blog bereitzustellen.

    Im Hinblick auf Diskussionen über den traditionellen Tango sind Sie durchaus als Außenstehender zu betrachten, sehen Sie das selbst etwa anders? Thema der Diskussion war nun einmal die Ronda auf traditionellen Milongas. Wenn Sie ohnehin nicht auf traditionelle Milongas gehen - warum ist es Ihnen so wichtig, eine Diskussion, die Sie im Grunde genommen gar nicht betrifft, hier auf Ihrem Blog vorführen zu wollen?

    Im Verlauf dieses öffentlichen Schriftwechsels dürfte klar geworden sein, dass es mir nicht zwangsläufig darum geht, ob Ihre Handlungen gesetzeswidrig sind, sondern dass mich insbesondere der ethisch-moralische Aspekt und die hinter Ihren Handlungen steckende Motivation interessiert. Insofern bedanke ich mich für Ihren Hinweis, auf Ihrem Blog nach Informationen zum Zitierrecht zu suchen bzw. einen Fachanwalt für Medienrecht zu konsultieren, zum aktuellen Zeitpunkt sehe ich jedoch keinen Anlass dazu. Meines Erachtens würde ein Fachanwalt für Medienrecht ohnehin nicht alle Bereiche abdecken, die in diesem Zusammenhang relevant sein können.
    Zumindest beim Beitrag über Suerte Loca scheinen Sie sich entschieden zu haben, auf die Nennung von Klarnamen zu verzichten. Meines Erachtens wäre dies die richtige Vorgehensweise, insbesondere wenn man "einfach gerne Satire" schreibt.

    Sie empfahlen mir die Suchfunktion Ihres Blogs. Ich wäre interessiert an Beiträgen, in welchen Sie sich selbst und nur sich selbst "auf die Schippe" nehmen. Unter welchen Stichworten finde ich diese?

    Mit freundlichen Grüßen
    Lala Pringsheim

    "Der Stolze mag missfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken, der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn." Hedwig Dohm


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