Liebes Tagebuch… 18



Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht,
dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel.
(Kurt Tucholsky)

Auf dem Forum „tanzmitmir“ geht die Debatte unfröhlich weiter – diesmal ums „gute Benehmen“:
User „masmas“ bedankt sich beim Administrator „für die Zurechtweisung des ungehörigen Benehmens von Gerhard Riedl“, der sich nicht nur „einer seriösen Auseinandersetung hier im Forum entzogen“, sondern es auf dem eigenen Blog noch gewagt habe, „Falschdarstellungen“ zu schreiben, „die letztlich auch den Administrator dieses Forums einbeziehen“ (sprich: „Wolfgang, fass!“).
Abschließend empfiehlt er den (von mir längst verlinkten) Originaltext der Diskussion um das „Cabeceo-Training“ zur „Entlarvung des Lügengebäudes von Gerhard Riedl“. Belege für diese Beleidigung werden selbstredend nicht angeführt:

„Lügenpresse, Lügenpresse…“ – ist ja grad modern!

Der ebenfalls lieber unerkannt bleiben wollende User „Shouhei“ (mit deaktiviertem Nutzerprofil) bittet nun wortreich darum, doch höflich und sachlich zu bleiben „sowie uns nicht persönlich anzugreifen“. Prima! Man möge mir nur bitte nachweisen, inwiefern ich in dem betreffenden Thread bis zum 12.3.16 irgendwen persönlich attackiert hätte – da trat dann jedoch „masmas“ auf, der sofort den „Kritikern an diesem Reglement“ (Mirada und Cabeceo) „hohe Unwissenheit“ unterstellte. Kurz darauf kam dann nochmal „Dummeit“ plus „Unwissen“. Persönliche Herabsetzungen oder gar Beleidigungen meines Gegners habe ich allerdings weiterhin nicht geäußert  - Gegendarstellungen hierzu nehme ich gerne entgegen!

Aber, lieber „Shouhei“, soll ich zu solchen Sprüchen weiterhin „auf Satire, Spott und Hohn komplett verzichten“? Das könnte verschiedenen Herrschaften so passen! Satire ist stets die Gegenwehr des Schwächeren, dessen, der schon persönlich runtergeputzt wurde bzw. dem man mit Reglements kommt.

Aber es wird noch schlimmer: „Hier verstecken sich einige hinter dem Deckmantel der Satire - aber wo bitteschön gibt es denn einen Missstand, den man anzuprangern sich genötigt fühlen könnte?“ Dies ist nun allerdings der O-Ton aller Diktatoren von der DDR bis Nordkorea: Da es gar nichts zu kritisieren gibt, ist „Satire“ nur ein Vorwand für unerlaubtes Handeln.

Um’s mit Tucholsky zu sagen: So siehst du aus…

Ich hoffe, es wird zumindest anerkannt, dass ich diese Gedanken lieber nur auf meinem eigenen Blog formuliere, um Friede, Freude sowie Eierkuchen auf „tanzmitmir“ nicht zu stören. Immerhin, lieber Shouhei, gestehst du mir das Recht auf freie Meinungsäußerung ja noch in einem geschützten Reservat zu: „In einem eigenen Blog mag das ja noch angehen, denn sie sind dafür da, die eigene Meinung und Sicht auf die Welt und die Dinge darzustellen und man kann sie lesen oder nicht“.

Dann setze ich mich doch nach Indianerart vor mein Wigwam am Fluss und warte darauf, dass die Leichen meiner Feinde an mir vorbeitreiben… Howgh!

Kommentare

  1. Lieber Gerhard

    Anonymität beim Schreiben ist für mich gerechtfertigt, wenn der Inhalt mit Verhaftung, Folter und Lagerhaft bedroht ist.

    Wenn’s ums Tanzen geht gehe ich davon aus, dass Leute, die für diese Inhalte Anonymität benötigen weder menschliche Reife, noch Format noch soziale Kompetenz haben.

    Ich vertrete diese Einstellung ohne jeden Abstrich und kann dafür zig Beispiele anführen, die ich auf Milongas beobachtet habe.

    Ich bin als Gutachter tätig und sogar hier, wo wirklich wichtige Dinge mit möglichen Konsequenzen zum Ausdruck kommen, die nicht jedem gefallen, neigt irgendjemand dazu, seine Meinung anonym zu äußern.

    Ich verachte die Anonymität beim Schreiben zutiefst. Das harmloseste Urteil darüber ist „extrem kindisch“.

    Herzliche Grüße aus dem Salzkammergut
    Peter

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    1. Lieber Peter,

      da bin ich sogar noch großzügiger als Du:

      Das betreffende Forum dient ja in erster Linie zum Finden eines Tanzpartners. Dass man da zunächst seinen wahren Namen nicht angeben will, verstehe ich – und in dieser Hinsicht wird es ja auch vom Administrator in den (gut versteckten) „Spielregeln“ empfohlen.

      Von mir aus darf man im Internet über Orchideenarten oder Tanzschritte unter Pseudonym diskutieren. Die Grenze wird für mich überschritten, wenn man einen namentlich bekannten Nutzer persönlich angreift. Der „faire Kampfstil“ macht es dann erforderlich, das Visier endgültig hochzuklappen.

      Was soll eigentlich diese panische Angst vor der Preisgabe der wahren Identität? Hat man Angst, dann im Netz mit Tangowerbung überschüttet zu werden? Für mich kein Problem, liefert mir oft herrliche Ideen für neue Blogtexte! Oder befürchtet man, auf Tangotreffs in Messerduelle verwickelt zu werden oder – noch schlimmer – von den Frauen Körbe zu kriegen, weil man so ein "ganz Böser" ist? (Es gibt welche, die macht genau das an!)

      Ehrlich gesagt hatte ich schon erwartet, dass mir auf Milongas mal der eine oder andere tiefdüstere Konservative ordentlich die Meinung sagt. Ist aber bis heute noch nie passiert (siehe auch: Zivilcourage). Stattdessen schicke ich öfters meine Frau vor mit der Bitte: „Küss schon mal alle, dann muss ich es nicht tun!“ Nützt aber nichts, ich werde beim späteren Eintreten dann ebenfalls geherzt und gedrückt.

      Also, liebe pseudonyme Schattenwesen: Eine Meinung plus einen Namen zu haben, festigt den Charakter, lockert den Geist und intensiviert die Sozialkontakte.

      Herzliche Grüße ins ferne Österreich!
      Gerhard

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  2. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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    1. Lieber Robert,

      ich veröffentliche Kommentare grundsätzlich nur dann, wenn die Identität des Verfassers klar ist. Du kannst deinen Beitrag gerne noch einmal mit vollem Namen einstellen.

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