Die Mädels vom Ponyhof

„Dideldum, didlda,
auf der Mundharmonika,
didldum, didldi,
so geht die Melodie.“
(„Die Mädels vom Immenhof“, 1955)
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_M%C3%A4dels_vom_Immenhof

Sorry, aber bei dem, was derzeit im veröffentlichten Münchner Tango abgeht, hilft nur noch ein kräftiger „Trappatoni“:

Was erlaube Maren?!

Zum Sachverhalt:

Der Müchner Tanguero Joachim Beck, den man getrost als Liebhaber gepflegter Polemik bezeichnen darf, hatte etwas gewagt, was vor längerer Zeit schon meiner Blogger-Kollegin Manuela Bößel schlecht bekommen war: Auf der FB-Seite „Tango München“ einen satirischen Text zu veröffentlichen (Manuela hatte ihren sogar nur verlinkt). Löschungen bzw. Sperrung der Kommentarfunktion beweisen: Man sieht dort keinen Zusammenhang zwischen Satire und Tango.

Das hier besonders Pikante: Die missliebige Satire richtet sich gegen mich. Autor Beck verfasste eine ganz nette „biologische“ Beschreibung „des Riedl“, eines gefräßigen Wesens, welches regelmäßig Vertreter des Münchner Tango anfällt.

Offenbar hatte man erwartet, dass ich mich über den Text aufrege. So schrieb ein Kommentator:
Beste Satire... das Problem ist, Riedl kann nicht gut einstecken. Die beste Beschreibung von GR seit Jahren.“
Und ein anderer machte den ironischen Vorschlag:
„Vielleicht veröffentlicht das Riedl Joachims Text in seinem Tango Blog? Denn Ehre, wem Ehre gebührt!“

Ja doch, hatte ich schon längst getan – noch dazu mit durchaus positivem Kommentar (Satiriker müssen schließlich zusammenhalten). Wahrlich, das Intelligenzniveau solcher Auseinandersetzungen leidet vor allem daran, dass jeder von seinem eigenen ausgeht…

Daher flaute der anfängliche Jubel in dieser Szene allmählich ab. Eine der beiden Moderatorinnen der Facebook-Gruppe, Maren Gehrmann, wollte schon die vorherige Debatte über Códigos beenden:

Die müßige Dauerdiskussion über Codigos aller Arten endet immer gleich.

Nun aber, so ihr Befund, müsse endgültig Schluss sein:

Joachim, kannst du deine Meinung auf deiner eigenen Site veröffentlichen, Tangomünchen soll dafür nicht die Plattform bieten! Das haben wir doch mehrfach diskutiert hier! LEUTE was ist denn heute los?“ (…)“ Aus ihrem privaten Chat-Fach wisse sie: „Viele wollen Deinen Kommentar gelöscht sehen, haben aber keine Lust auf Diskussion.

Über die Gründe muss man nicht rätseln: „Tango München“ ist eine fast reine (und kostenlose) Werbeseite. Inhaltliche Diskussionen ziehen natürlich die Aufmerksamkeit weg von den kommerziellen Angeboten. Zudem schaden kontroverse Debatten dem Image des Tango als „Glücklichmach-Ware“.

Nach einigem Hin und Her wurden die Kommentarmöglichkeiten für die Einträge gesperrt. Findige Leser stellten daraufhin die Satire über mich erneut als Beitrag ein:

Ansonsten finde ich es auch reichlich unhöflich, inmitten einer Diskussion den Gästen den Mund zu verbieten.“

Nützte nichts: Flugs wurden auch dort die Kommentare gesperrt. Und Maren Gehrmann ließ eine deutliche Ansage folgen:

 „Leute, Leute nun ist gut!
Wie ihr seht, hatten wir den Text ja stehengelassen, damit sich jeder dran ‚erfreuen‘ kann. Das jetzt noch ein paarmal zu kopieren und wieder einzustellen, langweilt. Macht gerne dafür eine passende Gruppe auf, wir können ja dann hier einen Verweis auf diese posten, wenn es News gibt, wenn Euch die Ausnutzung genau dieser Plattform oder die Reichweite dafür so wichtig ist. Soweit ich weiß, kann man den Text inklusive aller Anmerkungen verschieben. Dann kann nahtlos weiterdiskutiert werden und eine ‚lebendige‘ Gruppe entstehen.“

In Kurzform: Leben soll man woanders – hier geht es um Reklame.

Und auch der Autor der Satire war nun ziemlich angesäuert:

„Ich habe einen kleinen Witz gemacht über jemanden, der sich bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit über die Münchner Tangoszene lustig macht. Und ich finde, es ist der passende Ort, in ‚Tango München‘ zurück zu sticheln. Ein paar lustige Leute fanden das ja auch ok, ein paar nicht so lustige Leute finden das absolut ‚disgusting‘. Ich hab's kapiert, ‚Tango München‘ ist der Ort, an dem bekanntgegeben wird, wer wo seine Milonga macht und wer wo seine Tango-Hosen-Kleider-Schuhe usw. verkauft.“

Tja, lieber Joachim – schön, dass du’s jetzt auch kapiert hast! Bliebe noch hinzuzufügen: Und seine Fotos anpreist...

Klar, dass nun etliche Kommentatoren meinten, sie hätten es ja schon immer gesagt.
Originaltext, weil man sowas nicht erfinden kann:
„Ich lese hier oft von lieben Menschen und das reicht mir.“

Damit wir uns nicht missverstehen: Natürlich obliegt es den Moderatoren einer Gruppe, zu bestimmen, worum es gehen soll und welche Themen oder Diskussionsweisen nicht akzeptiert werden. Nur solle man das in der Gruppenbeschreibung klar definieren. Im betreffenden Fall ist tatsächlich in erster Linie von Veranstaltungen die Rede, aber nicht nur. Und die Begriffe unpassende und respektlose Postings“ sind ziemlich verwaschen.

Der Titel „Tango München“ jedenfalls  ist eine Themaverfehlung – „Münchner Tango-Reklame“ würde es eher treffen.

Vor allem aber: Wenn dann etwas kommt, das man nicht dulden will, muss man sofort einschreiten und dies sauber begründen. Es zuerst laufen zu lassen und irgendwann hektisch Strenge zu verbreiten, erinnert mich sehr an erfolglose Lehrerkollegen.

Fazit:

Vermutlich hat man es diesmal gerade noch geschafft, den Geist wieder in die Flasche zu kriegen (für Geist eh ein ungeeignetes Behältnis) – bis zum nächsten Aufreger, über den ich dann gerne wieder berichte. Und, so fürchte ich, hat die Steigerung „Feind – Todfeind – Tangofreund“ in München weiter an Bedeutung gewonnen…

Und klar: Tango hat mit Satire nichts zu tun – wäre ja noch schöner…

Insgesamt, so scheint mir, versucht man mit solchen Methoden grimmig, den „Heile Welt-Muff“ der 50-er Jahre von der Dudelmusik auf den offenen Meinungsaustausch des 21. Jahrhunderts zu übertragen.
Eine lebendige Tango München Szene findest du auf jeder der wunderbaren Milongas in München! So Maren Gehrmann, die sich gelegentlich wenigstens äußert – im Gegensatz zu ihrer lieber nicht genannt sein wollenden Co-Moderatorin.

Klar, Probleme haben nur schlechte Menschen, die anderen haben einander pausenlos lieb – Friede, Freude, Empanadas. Woher kenne ich diesen Duktus? Klar, von den beiden Mädels „Dick und Dalli“ aus der oben zitierten Pony-Schmonzette:

Kommentare

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