Tipps vom Awareness-Team

„Wenn ich dort ankomme, denke ich immer: ‚Vorsicht, Sie verlassen den funktionierenden Teil Deutschlands‘.“ (Boris Palmer über Berlin)

https://www.welt.de/politik/deutschland/article189021551/Boris-Palmer-besucht-Berlin-und-wird-als-Irrer-bezeichnet.html

Gerade hat man mich auf eine imposante Proklamation aufmerksam gemacht, die aktuell von der Berliner Tangoschule „Nou Tango“ herausgegeben wurde.

Um schon mal alle zu animieren, Englisch zu lernen, hat man das Ganze „Code of Conduct“ („Verhaltenskodex“) genannt.

Laut Titel kann man darin lesen, „wie wir an diesem Ort miteinander umgehen wollen“.

Na, wenn wir das eh wollen, braucht es doch keinen solchen Text, oder?

Dennoch könnten Situationen, in denen sich jemand „unwohl oder unsicher“ fühle, auch dort vorkommen. (Vielleicht sogar beim Unterricht?) Das wolle man nicht „dem Zufall überlassen“. Hä? Na gut, man ahnt, wie es gemeint ist.  

Die meisten Gedanken darin, so wird angegeben, seien „intuitiv“. In Anbetracht des akademischen Sprachduktus ist das überraschend.

„Wir achten und respektieren die Persönlichkeiten, Beziehungen und Körper aller Beteiligten und schaffen einen Raum, in dem sich alle wertgeschätzt fühlen.“ Offenbar muss man das in einer Tangoschule gesondert feststellen. Ebenso, dass „Körperhygiene und saubere Kleidung“ erforderlich sind. Na gut – wir sind in Berlin…

„Selbstschutz ist immer wichtiger als das Einhalten kultureller Regeln.“ Okay, ein Hoffnungsschimmer: Vielleicht muss ich mich dort gar nicht an die geheiligte Ronda halten?

Man spräche von „Rollen“ statt von „Männern und Frauen“. Und wenn ich dann doch mit einer Frau statt einer Rolle tanzen möchte? Eventuell gegen Aufpreis?

Zu unserer Beruhigung erfahren wir: Es gäbe vor Ort ein „Awareness Team“. Wie man es findet, wird leider nicht verraten. Aber spätestens drei Tage nach der Belästigung kriegt man eine Rückmeldung.

Zudem ist intern einiges los:

„Das Team pflegt einen kontinuierlichen Prozess der Reflexion über die Themen des
Codes of Conduct und die inklusive Kultur des Nou. Dieser Prozess wird von unseren
zentralen Werten geleitet.

Im Team findet ein regelmäßiger Austausch über Best Practices der Kommunikation
statt. Beispiele: eigene Grenzen markieren und wahrnehmen, Feedback geben, mit
Konflikten umgehen.

Um die inklusive Kultur zu fördern und die zentralen Werte umzusetzen, werden
Inhalte des Codes of Conduct durch Schulungen im Team vermittelt.“

Kommen die dann noch dazu, Tango zu unterrichten?

Na gut, bevor noch jemand vor Schreck die Tasse mit dem Rooibos-Tee entgleitet, beende ich lieber das Lästern!

Also sage ich: Der Weg zur Hölle wird häufig von gutem Willen gebahnt. Sicher finden sich in dem Manifest jede Menge löblicher Absichten. Umso tragischer, die mit einem Text aus dem Soziologie-Hauptseminar zu schreddern. Glaubt der Verfasser wirklich, die Kunden würden einen solchen Text lesen – oder gar kapieren? Oder anders Gestrickte sich gar daran halten?

Ein paar Zeilen mit klaren Ansagen wären weit nützlicher als ein solches blutarmes Gender-Geseich. Na ja, Berlin halt.

In Bayern würde man das Problem mit einem kleinen Schild lösen:

„Wer Weiber belästigt, fliegt raus!“

Schlimmer noch: Früher hätte man das in bayerischen Wirtshäusern sogar umgesetzt. Zuständig gewesen wäre kein „Awareness-Team“, sondern der Bräuknecht.

Quelle: https://noutango.berlin/code-of-conduct/

P.S. Hier noch einige Impressionen aus dem nicht funktionierenden Teil Deutschlands:

https://www.youtube.com/watch?v=AVNKBo9Fnuo

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