Die Blumenuntersetzer-Ronda
Meine tänzerischen Fähigkeiten werden ja ein ums andere Mal angezweifelt. So schrieb kürzlich ein Kommentator:
„Sollte sich eine Person über einen längeren Zeitraum vehement gegen die Teilnahme an Absprachen wie die Ronda in Milongas aussprechen und diese Ablehnung wiederholt auf ihrem Blog thematisieren, ist davon auszugehen, dass diese Person die entsprechenden Regeln ablehnt und sich auch auf der Tanzfläche entsprechend verhält. (…) Aber wenn man Ihnen auf einer Piste einen Blumentopf in die Mitte stellt (Ihr bevorzugter Tanzraum auf Pisten, während andere schön und der Ihnen verhassten Ronda tanzen, sind Sie hilflos. Dann sind Sie aufgeschmissen und verlassen empört und schmollend den Veranstaltungsort. Oder wollen Sie das auch noch leugnen?).“
Bin ich wirklich hilflos?
Auch schon vor mehr als 10 Jahren wurde mir die Fähigkeit abgesprochen, in einer achtsamen Ronda einen Blumenkübel zu umkreisen.
Heute stieß ich zufällig auf ein Video aus dem Jahr 2015, als wir auf ähnliche Vorwürfe reagierten und daher zum konservativen Titel „El Choclo“ (gespielt von unserer Hauskapelle, dem „Duo Tango Varieté“) den Gegenbeweis antraten. Mit unserer vorsichtigen, kleinschrittigen Tanzweise wären wir zur Zierde jedes Encuentros geworden. Und meine Partnerin tanzte sogar auf dem Blumenuntersetzer!
In der Anfangssequenz bewiesen wir ebenfalls, dass uns die Aufforderung per Cabeceo nicht fremd ist. Nur die in Tangokreisen nötige Anonymisierung ist uns erst am Ende gelungen!
Versichern darf ich: Wir hatten damals eine Riesenspaß! Ich danke meiner lieben Frau, die im sagenumwobenen Pörnbacher Wohnzimmer die Kamera bediente und den Ton einspielte – und natürlich meiner Tanzpartnerin Manuela, die sich für diesen Schabernack zur Verfügung stellte.
Was ich erst heute zu meiner riesigen Freude feststellte: Das Video erreichte auf YouTube sagenhafte 2016 Aufrufe!
Allen, die das Zeitzeugnis noch nicht gesehen haben oder es nochmal erleben wollen, wünschen wir viel Vergnügen – oder eine gerechte Empörung:

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