Von Meinungen, Blogs und Skandälchen
Endlich mal hat Kollege Wendel eine Überschrift verwendet, die wirklich passt: „Eine persönliche Abrechnung“ betitelt sich seine neueste Kreation. Sie beginnt mit einem „Prolog“ und … ja, was? Einen Hauptteil oder gar einen Epilog finde ich nicht. Na gut, vielleicht kommt noch was. Der Kollege schreibt sich ja von einer Eingebung zur nächsten. Immerhin gibt es schon mal ein „Update“ (6. August 2026, 13:52). Lassen wir uns überraschen!
Anlass war mein gestriger Text „Auf zur musikalischen Toleranz“, zu dem er zunächst um 21.48 Uhr folgenden Kommentar schrieb:
„Lieber Herr Riedl,
zum ersten Mal bin ich Ihnen tatsächlich dankbar. Ja, wirklich. Dankbar dafür,
dass Sie Ihre Methode hier so offen und für jeden Leser nachvollziehbar
vorführen. (…)
Sie haben meinen Text nicht widerlegt. Sie haben ihn verdreht, mit persönlichen Gemeinheiten versehen und daraus erneut eine Streitgeschichte konstruiert. Dafür danke ich Ihnen tatsächlich: Deutlicher hätte man Ihre niederträchtige Methode kaum sichtbar machen können.“
https://www.tangocompas.co/ueber-musikgeschmack-laesst-sich-nicht-herrschen/#comment-1147
Bald darauf ließ die Dankbarkeit nach: Mit großem Getöse verlangte er um 23.30 Uhr Änderungen des Textes. Tiefere Ursache war, dass der Kollege jeden Halbsatz auf sich bezieht. Gut, an zwei Stellen meines Artikels hätte man meinen können, gewisse Behauptungen habe er persönlich getätigt. Ich habe die Formulierungen noch in der Nacht geändert und auch auf den Zusammenhang hingewiesen.
Sorry, kann vorkommen – man hätte damit die Sache auf sich beruhen lassen können.
Nicht so Klaus Wendel, denn nun hatte er ja wieder sein Skandälchen, das er zur Über-Lebensgröße aufblasen konnte!
Deshalb musste auch der jetzige Artikel her: Der Kollege fürchtet, mein Text könnte eine „toxische Wirkung“ auf die Leserschaft entfalten. Also ja nicht anschauen – Vergiftungsgefahr!
Meine Korrekturen machten „die ursprüngliche Vorgehensweise nicht ungeschehen.“ Verjährung ist da nicht vorgesehen – da ist Wendel ebenso kompromisslos wie die Katholiken mit der Erbsünde!
Meine ursprüngliche Darstellung wirke wie der Versuch, ihn „wieder aus der Reserve zu locken“. Ich frage mich nur: Aus welcher Reserve denn? Es ist zu erwarten, dass der Kollege versuchen wird, die Sache noch längere Zeit am Kochen zu halten.
Irgendwie scheint er aber doch zu ahnen, dass dieser Kram allein nicht die nötige Durchschlagskraft entwickeln könnte. Daher hat er einen meiner alten Texte (vom Januar 2019) gefunden, in dem es überhaupt nicht um ihn geht, sondern um einen Artikel der Münchner DJane und Tangoveranstalterin Theresa Faus. Die hatte damals einen riesigen Fanclub, der wiederholt auf Facebook kräftig über mich herzog:
Hier eine kleine Kostprobe des Tonfalls ihrer Anhänger:
https://milongafuehrer.blogspot.com/2022/10/in-memoriam-tango-pegida.html
Methode Wendel: Meinen damaligen Artikel hat er genauestens auf wenige Passagen untersucht, mit denen er ein neues Skandälchen zu inszenieren hofft. Über den wirklichen Inhalt erfährt man so gut wie nichts. Bei Bedarf bitte nachlesen:
https://milongafuehrer.blogspot.com/2019/01/theresas-tanzbarkeit.html
Na ja, wir werden sehen, wie es weitergeht. Meine Seite hat schon viele Stürme überstanden. Auch diesmal mit ziemlich kräftigen Zugriffszahlen.
Um abschließend ein Missverständnis auszuräumen: Mein Blog ist kein „ergebnisoffenes Diskussionsforum“. Eher sehe ich ihn als Kolumne, also ein Podium journalistischer Meinungsbeiträge.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kolumne
Ich sehne mich inzwischen nach den Zeiten zurück, in denen man Neuigkeiten vor allem den Zeitungen (und den öffentlich-rechtlichen Medien) entnehmen konnte. Da gab es Blätter ganz verschiedener Ausrichtung – mit Texten, die halbwegs professionell gestaltet waren. Und wo man zwischen Information und Meinung unterschied.
Kaum jemandem fiel es damals ein, ein solches Medium müsse ihn dringend als Autor akzeptieren, ihm unbedingt dabei behilflich sein, seine zweizeiligen Ansichten zu publizieren. Was blieb, war der Stammtisch mit wenigen Zuhörern, wo man seine Erleuchtungen ins Bier brabbeln durfte.
Heute erwartet man von Blogs, bei der Verbreitung des Schwachsinns beliebiger Leser behilflich zu sein. Alles andere sei „Zensur“ und damit undemokratisch.
Nein, liebe Leute: Was Ihr hier findet, sind ausschließlich Texte, die mir gefallen. Die dürft ihr lesen oder es lassen. Für seelische Stürme oder Engpässe seid ihr selber zuständig! Ich sehe mein Blog nicht in erster Linie als „Diskussionsforum“, sondern als Autorenseite.
Ich möchte nun lieber nicht wie mein Kollege mit einem Terrier oder Schwein enden, sondern mit Johann Wolfgang von Goethe:
„Gegner glauben uns zu widerlegen, indem sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsre nicht achten.“
https://zitate.net/meinung-zitate
Quelle: https://www.tangocompas.co/eine-persoenliche-abrechnung/
| Illustration: www.tangofish.de |


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