Vorläufig letzte Worte

Mit „Famous last Words“ sollte man sparsam umgehen – sie nutzen sich schnell ab. Ein Meister dieser Disziplin ist sicherlich Kollege Klaus Wendel. Die neueste Nachricht: „Tangocompas räumt auf“ – sinngebend mit einer Mülltonne bebildert:

In seiner Rubrik „Bloggerwelt“ habe sich eine stattliche Anzahl von Texten angesammelt, die sich mit mir beschäftigten. Nun empfinde er diese Beiträge als „Ballast“.

Er wolle sein Blog wieder stärker auf die eigentlichen Tangothemen konzentrieren. Daher werde er diese Rubrik in einer Woche schließen – die Texte also „aus der normalen Veröffentlichung“ nehmen. Die Links seien aber weiterhin aktiv. Wer also weiß, wonach er sucht, wird fündig bleiben. Na gut – ich habe in meinen Besprechungen die Quellen ja stets angegeben. Auf dem Umweg über mein Blog sind sie dann wohl weiterhin erreichbar.

Wieder mal eine prima Werbung für meine Seite!

Das sei aber keine „Umschreibung der Vergangenheit“ – Wendel stehe zu seiner Beteiligung an den Auseinandersetzungen. Er müsse sie aber nicht bis in alle Ewigkeit im „Schaufenster“ seines Blogs belassen. Irgendwann sei ein Thema halt „ausgeschrieben“.

Kündigt eine Zeitung auch an, worüber sie in Zukunft nicht mehr berichten werde? Würde die Kundschaft eher seltsam finden…

Wendel hat viele Male verkündet, sich nicht mehr mit meinen Artikeln zu befassen – und es dennoch immer wieder getan. Nach einem festen Konzept sieht das nicht aus.

Ich möchte dem Kollegen nun nicht irgendwelche „Tipps“ zur Gestaltung seines Blogs geben. Er ist alt genug, um selber zu wissen, was er macht. Es ist aber evident, dass sich unsere Ansätze grundlegend unterscheiden.

Meine Linie ist grundsätzlich: Was geschrieben ist, bleibt so. Vor längerer Zeit habe ich in einer ausnahmsweisen „Aufräumaktion“ einmal zirka 50 Texte meines Blogs entfernt, weil sie mir nicht mehr aktuell genug erschienen. Und nach meiner Erinnerung flog mal ein einziger Artikel kurz nach Veröffentlichung wieder raus. (Die „Fakten-Checker“ werden es ja nachkontrollieren und gegebenenfalls korrigieren, da mache ich mir keine Sorgen…)

Ich halte es für einen schweren Fehler, ständig an der Konzeption eines Blogs herumzuschrauben, Artikel zu verschieben oder wieder verschwinden zu lassen, neue Rubriken zu gründen und anschließend zu verwerfen. Der Leser (und erst recht die Leserin) erwartet, dass die einmal gewählte Ordnung bestehen bleibt, dass man sich möglichst leicht zurechtfindet.

In all den Jahren meiner Blogger-Aktivitäten hatte ich es immer wieder mit Besserwissenden zu tun, die mich darüber aufklärten, dass mein Auftreten, meine Konzeption völlig daneben sei, wie ich es ganz anders hätte machen sollen, welche Themen viel interessanter seien – und ich ja eh immer wieder über das Gleiche schriebe.

Für mich ist die beste Methode, ein Blog zugrunde zu richten, sich an solche Weisheiten zu halten. Viele dieser „Experten“ wissen zwar alles ganz genau, haben sich aber nie daran versucht, es selber in die Tat umzusetzen. Meistens, weil sie dazu gar nicht im Stande wären.

Als ich damals mein Tangobuch herausbrachte, habe ich niemanden gefragt, wie ich es machen solle. Ich hatte lediglich eine hervorragende Lektorin und später noch eine begnadete Illustratorin. Ebenso bei meinem Blog. Zu Beginn schwebten mir ganze drei Artikel vor. Dass später noch über 2000 dazukommen sollten, hätte ich nie gedacht. Ich schrieb halt einfach drauflos, eins kam zum anderen.

Viel geholfen haben mir die Feststellungen meiner Gegner, mein Buch, mein Blog seien ja gar nicht ernst zu nehmen. Daher hätten beide eigentlich überhaupt keine Geltung. Dazu konnte man in einem ellenlangen PDF nachlesen, was ich alles falsch mache.

Ich kenne keine bessere Methode, das Interesse an einem Buch oder Blog zu steigern.

Wie wird es mit der Seite des Kollegen, ja mit den Tangoblogs insgesamt weitergehen? Vielleicht teilen sie das Schicksal des Kabaretts, da man ja auch immer wieder totgesagt hat.     

Jedenfalls passiert in der Tangoszene heute so viel Kabarettreifes, dass ich mit dem Schreiben kaum nachkomme. Das erinnert mich an eine uralte Szene der Münchner Lach- und Schießgesellschaft, in der mir diese Zeilen noch ungefähr erinnerlich sind:

„Das Kabarett ist tot.

Wer sagt das?

Das Kabarett.

Ach, ihr wisst ja: Kabarett übertreibt immer.“

Lustig finde ich auch den Kommentar eines „Zaungasts“ zu einem ähnlichen Wendel-Artikel:

„Ihr habt einfach total verschiedene Ansätze und verbreitet diese so oft, bis es keiner mehr hören mag. Nebenbei vergiftet Ihr im Vorbeigehen die Atmosphäre für einen gepflegten Umgang miteinander im Tango. Du bist nicht nur Opfer. Daß Gerhard komplett neben der Spur läuft, ist seit Jahren klar. Er ist womöglich zu alt um sich zu ändern. Anders kann ich mir versschiedene Beiträge uns Verhaltensweisen (z.B. die Gesschichte mit den Zahlen) nicht erklären. Von Dir hätte ich anders gedacht. Vielleicht klappt es ja diesmal (mit dem Nicht-Reagieren). Dir und den verbliebenen Blogs würde ich es wünschen.“

https://www.tangocompas.co/wenn-ein-weiterer-tango-blog-verstummt/

Äh, dann doch auch meinem? Egal.

Was ist eigentlich ein Zaungast?

„Im übertragenen Sinne bezeichnet man einen Menschen als Zaungast, der ein Ereignis oder einen Ablauf zwar beobachten, aber keinen Einfluss darauf ausüben kann oder bewusst auf eine aktive Teilnahme verzichtet.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Zaungast

Das sollte man beim Bloggen stets bedenken!

Kommentare

  1. Und wieder wird Wendel zitiert und zerlegt. Haben Sie echt nichts Besseres zu tun? Bevor Sie Fehler bei ihm und anderen finden, bessern Sie doch endlich Ihren Rechtschreibfehler vom 16.08. aus!
    Und noch etwas: Der Tango taugt nicht fürs Kabarett und nicht für Satire. Sie dürfen selbst darüber nachdenken, warum das so ist.

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