Neues zur Tabaczynski-Affäre
Am 23.7. dieses Jahres veröffentlichte ich einen Artikel, in dem ich die Buchwerbung eines Tangoautors verblödelte:
https://milongafuehrer.blogspot.com/2026/07/unplugged-tango.html
Am 19.8. kriegte ich eine Mail des Verfassers, in der er sich von mir eine Besprechung seines Buches wünschte. Trotz meiner Weigerung (wegen des fremdsprachlichen Textes) blieb er hartnäckig. Schließlich bot ich ihm einen Gastbeitrag an, den er mir noch am selben Tag schickte. Ebenfalls an diesem Datum veröffentlichte ich den ohne weitere Kommentierung:
https://milongafuehrer.blogspot.com/2026/08/ein-gastbeitrag-von-tom-tabaczynski.html
Der Autor teilt mir per Mail seine große Zufriedenheit mit. An der Stelle hätte die Sache harmonisch enden können.
Wäre da nicht Klaus Wendel gewesen.
Eine Rezension des Buches wurde auch ihm angeboten. Zunächst führte das offenbar zu einem Austausch ewig langer Mails zwischen den Herren. Mit der Folge, dass Tabachynski, wohl einen Verriss fürchtend, plötzlich keine Besprechung aus Wendels Feder mehr wollte.
Auch an der Stelle hätte man die Sache noch halbwegs ohne Gedöns abbiegen können: Gut, er will keine Buchkritik – auch okay.
Nicht so Klaus Wendel: Unter dem Motto „Jetzt erst recht“ haute er auf seinem Blog drei längere Texte zum Buch heraus – einer negativer als der andere. Tendenz: „Spart euch dieses Buch!“ Schließlich mit Text Nummer 4 dann doch noch eine Buchrezension.
https://www.tangocompas.co/nachtrag-weitere-beitraege-zu-tom-tabaczynskis-somatic-milonguero/
Wars das jetzt? I wo – inzwischen streiten sich die Herren umfänglich auf dem Blog von Helge Schütt: Weitgehend mit ihrer Beteiligung stehen dort aktuell 75 Kommentare zu Buche, wobei Tabaczynski eine Menge seiner Anmerkungen nachträglich gelöscht hat. Momentan ist er aber wieder kräftig am Schreiben.
Wenn ich mich nicht verzählt habe, stammen 29 Kommentare von Tabachynsky, 26 von Wendel.
https://helgestangoblog.blogspot.com/2026/08/kurznotiz-48-tom-tabaczynsky.html#comments
Und wenn sie nicht gestorben sind, kommentieren sie noch heute…
Ich finde, der Autor kann sich nicht über die Werbung beschweren, welche die deutsche Tangoblogger-Szene inzwischen kostenlos zu seinem Werk veröffentlicht hat. Dennoch, so fürchte ich, werden seine Verkäufe hierzulande überschaubar bleiben, so lange keine deutsche Übersetzung vorliegt.
Allerdings bin ich froh, mich nicht selber auf eine Debatte mit dem Kollegen eingelassen zu haben. Nach meinem Eindruck handelt es sich um einen hundertprozentigen Ideologen, der nie auch nur einen Millimeter von seinen Erkenntnissen abrücken wird. Mit solchen Leuten kann man prima bis zur Erschöpfung debattieren, ohne dass irgendwas Neues herauskommt.
Was ihn und seinen Widersacher eint: Ich entdecke da nicht einen Funken Humor. Wendel lehnt es auch entschieden ab, „unterhaltsam“ sein zu wollen:
„Ich schreibe über Dinge, die ich im Tango für fachlich, pädagogisch oder kulturell relevant halte – und zwar so ausführlich, kurz, einfach oder kompliziert, wie das jeweilige Thema es verlangt. Ob das besonders unterhaltsam ist, interessiert mich dabei herzlich wenig.“ (obige Quelle, 28.8., 21.15)
Um es einmal in der Diktion Wendels auszudrücken: Und genau da liegt das Problem…
Bierernst lädt nicht zum Lesen ein. Es sei denn, er wird komisch übersteigert.
Der geniale Loriot hat solche Konflikte einmal in eine Badewanne verlegt, in der sich die Herren Müller-Lüdenscheidt und Dr. Klöbner nicht darüber einig werden, ob nun die Ente zu Wasser gelassen werden solle.
https://de.wikipedia.org/wiki/Herren_im_Bad
Neuester Stand: Wendel will die Diskussion beenden.
Freuen wir uns daher auf weitere Kommentare!
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| Illustration: www.tangofish.de |



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