Haue am Hüpfkissen
Vorgestern kam es laut Presseberichten in Oberhausen zu einem denkwürdigen Polizeieinsatz: Im neu eröffneten – bereits vom Namen her satirepflichtigen – „Karls Erlebnis-Dorf“ entzündete sich an einem Hüpfkissen ein Konflikt zwischen zwei (wohl familiären) Gruppen.
Auslöser war wohl, dass sich ein Kind auf dem Sprunggerät nach Ansicht einer anderen Mutter nicht „hüpfgerecht“ verhielt und irgendwie dem eigenen Nachwuchs zu nahekam. Die andere Mama wollte es aber nicht hinnehmen, dass ihr Sprössling getadelt wurde.
Der verbale Streit der beiden Mütter mündete schließlich in Handgreiflichkeiten, an denen dann auch Kleidungsstücke litten: Neben Kratzern überlebte sogar ein T-Shirt die Debatte nicht unversehrt. Weitere Personen gingen aufeinander los. Ein Mann, der schlichten wollte, setzte zwar eine der Damen und sich selber auf den Hintern, blieb aber letztlich ohne Erfolg.
Insgesamt beteiligten sich schließlich an die 10 Erwachsene – jedenfalls „dem biologischen Alter nach“, wie der Polizeibericht süffisant anmerkt, Überwiegend weibliche Personen im Alter zwischen 23 und 45 Jahren. Also im noch sportlichen Alter.
Beteiligte Nationalitäten: deutsch, türkisch, syrisch.
Was uns nicht wundert: Zum genauen Hergang gibt es unterschiedliche Versionen. Die Polizei ermittelt.
Nicht so lustig fanden das Ganze die Gastgeber des Freizeitparks: „Gewalt passt nicht zu Karls, das ist keine Option für uns, sowas zu akzeptieren. Es folgt in solchen Fällen immer ein Hausverbot, weil wir hier Spaß und keine Gewalt haben wollen – insbesondere, wenn Kinder dabei sind, hat es bei uns nichts zu suchen“, so der Karls-Chef Robert Dahl.
Gegen die beiden Streit-Hennen setzte es ein unbefristetes Hausverbot.
Ich hoffe, die Sippen verlegen ihre Erholung nun nicht ins Freibad…
Grübeln darf man weiterhin, ob manchen Eltern der Begriff „Vorbild“ noch etwas sagt. Was unter solchen Umständen auf die Schulen zurollt, lässt sich unschwer ausmalen.
Da bildet der Tango doch ein leuchtendes Beispiel, wie es auch anders geht: Meist beschränkt man sich auf Debatten im Internet. Schlimmstenfalls gibt es mal einen „Gancho“ genannten Tritt in den Hintern. Und eine Hüpfburg widerspräche der Gemessenheit des Tangoschritts.
Quellen:
Nun noch einige Eindrücke von der Amüsier-Industrie:
https://www.youtube.com/watch?v=JYw9p3TWYjQ
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