Die Welt im Video
Eigentlich wollte ich einen Artikel über die Brandkatastrophe in Crans Montana schreiben. Nun habe ich entdeckt, dass eine Autorin bereits ziemlich genau das veröffentlicht hat, worauf es mir ankommt. Der Text stammt nicht aus der professionellen Redaktion einer großen Zeitung, sondern ist als persönlicher Beitrag auf Facebook zu finden. Er ist glänzend geschrieben – ich empfehle dringend die Lektüre:
Ursula Reichert lenkt den Fokus auf einige Punkte, die auch mir wichtig sind. Ihre Schlüsselfrage: Wieso geht in der Bar der Betrieb zunächst weiter, nachdem die Schaumstoffverkleidung der Decke bereits Feuer gefangen hatte? Warum zücken die jungen Gäste ihre Smartphones, statt sich zügig vom Acker zu machen?
„Es wirkt, als wäre das Feuer Teil der Party.
Was ist mit unserer Gesellschaft passiert? Wann haben wir aufgehört, Gefahr als solche zu erkennen?
Mich entsetzt nicht die Dummheit, Wunderkerzen an eine Decke zu halten, sondern die Reaktion danach.
Dieses reflexhafte Filmen, dieses Weiterfeiern, dieses Verhalten, als wäre alles nur ein Spektakel für Social Media, zeigt, wie weit wir den Bezug zur Realität verloren haben.“
Die Autorin möchte ihren Beitrag nicht als Vorwurf oder Hetze gegen die jungen Menschen verstanden wissen. Stattdessen fragt sie, welches Vorbild wir Erwachsenen eigentlich abgeben. Man beschäftige sich nicht mehr mit seinen Kindern, sondern stelle sie per Tablet ruhig: „Präsenz wird ersetzt durch Ablenkung, Nähe durch Displays, Aufmerksamkeit durch Scrollen. Und später wundern wir uns, wenn in Ausnahmesituationen nicht mehr reagiert, sondern gefilmt wird.“
„Handy an, Verstand aus“ – so ihr Resümee.
Eine Parallele: Die Durchfallquoten bei der Führerschein-Prüfung sind heute so hoch wie nie: fast die Hälfte in der Theorie, mehr als ein Drittel bei der praktischen Prüfung. Fahrlehrer berichten, dass junge Menschen mit Verkehrssituationen überfordert seien: Früher beobachteten Kinder, was auf der Straße passierte. Heute sitzen sie auf dem Rücksitz des Elterntaxis und glotzen ins Smartphone.
Gefahren kennen die Kids heute eher aus Katastrophen-Filmen. Aber da überleben die Helden zuverlässig. In der Realität oft nicht.
„Ja, es geht mir um Schuldzuweisung. Aber nicht an Kinder. Sondern an uns als Gesellschaft. Wenn wir wollen, dass junge Menschen in entscheidenden Momenten Verantwortung übernehmen, dann müssen wir ihnen zeigen, wie das aussieht. Nicht mit Worten, sondern im Alltag. Es braucht ein Umdenken. Und dieses Umdenken beginnt nicht bei den Jüngsten – es beginnt bei uns.“
Aktuell sehe ich in dem Schweizer Skiort wenig davon. Die Politiker sind bereits fleißig dabei, ihren Hintern zu retten. Irgendwann wird die Justiz sicherlich Anklage gegen einige Verantwortliche erheben. Möglicherweise wird sich der vorbestrafte Barbetreiber eine Bewährungsstrafe abholen. Auf viel Weiteres würde ich nicht hoffen! Das zeigen viele Erfahrungen nach anderen Katastrophen.
Ich hoffe, die Herren vom Gemeinderat waren in der Zwischenzeit nicht mit der Freundin (ebenfalls Senatorin) beim Tennis wie der Regierende Berliner Bürgermeister zu Zeiten des Stromausfalls.
Dass er stattdessen auch mal eine Stunde lang Tee an frierende Senioren hätte austeilen können, kam ihm wohl nicht in den Sinn.
Was mich ebenfalls besonders ärgert: Von den 40 Todesopfern waren 22 unter 18 Jahren, die beiden jüngsten Verstorbenen 14.
https://de.wikipedia.org/wiki/Brandkatastrophe_von_Crans-Montana
Ich finde, Minderjährige haben nachts um halb Zwei in einem solchen Club genau nichts zu suchen! Angeblich waren die Einlasskontrollen mehr als großzügig. Klar, man will ja die Gäste von morgen nicht vergraulen. Leider sind sie jetzt tot oder schwer verletzt.
Apropos: Die Versorgung von Brandverletzungen ist äußerst kompliziert und mit hohem Personalaufwand verbunden – und das oft über Jahre!
Klar, heute fordern bereits Kinder, möglichst die ganze Nacht ausbleiben zu dürfen – Terror bei Verweigerung eingeschlossen. Aber es gibt halt eine „Pubertät“ genannte Phase, in der man als Erziehender eh der „Arsch“ ist. Na und? Ich galt sicherlich als „strenger Lehrer“, weil ich nicht bereit war, mit Achtklässlern über richtige Erziehung und Unterrichtsgestaltung zu diskutieren. Mit deren Eltern oft auch nicht.
Erziehung bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Und zu der gehört auch, Minderjährige vor sich selbst zu schützen. Später werden sie es einsehen und mit den eigenen Kindern ebenso verfahren.
Wahrscheinlich wird man mir nun wieder vorwerfen, „victim blaming“ zu unternehmen. Nein: Ich versuche gerade, zukünftige, sinnlose Opfer zu vermeiden.
Und darum sage ich: Es gibt eine Eigenschaft, die jede noch so „gut gemeinte“ Erziehung erledigt: Feigheit.
Sorry, heute kein Video!
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| Foto: www.tangofish.de |

Klaus Wendel ist nun wieder aktiv! Zumindest hat er verlautbart, dass er zukünftig weniger veröffentlichen werde, weil er nicht mehr so oft im Tango unterwegs sei. Nun gut – ihm wird man es nicht negativ anrechnen.
AntwortenLöschenZu meinem obigen Text schreibt Wendel, ich wolle die Eltern der verunglückten Jugendlichen „nachträglich erziehen“. Offenbar, weil ich in der Tangoszene nicht weiterkomme.
Ich habe mit einer solchen niederträchtigen Unterstellung gerechnet. Wahrscheinlich war ich auch in der Schweiz und habe die Benutzung der Feuerwerks-Fontänen empfohlen, um Stoff für einen Artikel zu bekommen!
Selber profitiert Wendel natürlich ebenso wie ich von der Nutzung des Internets – nur mir hält er es vor. Ob die Leserinnen und Leser dabei Rechner oder Smartphone benutzen, ist deren Sache. Und ja – viele tun das nach Feierabend, wie ich am Verlauf der Zugriffe sehe.
Meine „endlosen Beiträge“ sind im Schnitt knapp 1000 Wörter lang. Wenn das Herrn Wendel geistig überfordert, ist das sein persönliches Problem. Meine Kundschaft scheint es nicht zu stören.
Ich warte geduldig ab, ob von seiner Seite mal wieder ein Text mit Inhalt kommt. Wir werden sehen!
P.S. Beim Tennis war während der Katastrophe kein Schweizer Gemeinderat, sondern der Regierende Bürgermeister von Berlin während des Stromausfalls. Soweit zum Wendelschen Umgang mit Tatsachen…
Quelle: https://www.tangocompas.co/in-eigener-sache-und-sonstiges/
Hier ein Kommentar von Karin Law Robinson-Riedl:
Löschen„Was bleibt dann noch?“
… fragt sich Klaus Wendel in seinem Text vom 8.1.2026.
Zum Tango falle ihm jetzt nicht mehr so viel ein, dazu habe er schon genug geschrieben, wolle „keine künstlichen Themen aus dem Ärmel schütteln, nur um diesen Blog zu befüllen.“
Das klingt endzeitlich, resigniert, erregt fast Mitleid.
Aber eben nur fast – denn er kann sich doch glücklicherweise weiterhin an einem „gewissen Blogger“ abarbeiten, dessen Texte er, obwohl sie ihm offenbar heftig zuwider sind, täglich studiert und diese nun „satirisch auf ihre eigentliche Substanz eindampft“. Mutige Behauptung seinerseits!
Dazu bedient er sich des Mechanismus‘ der Witze des legendären „Radio Eriwan“. Wendel greift also zu jedem neu erscheinenden Text des „gewissen Bloggers“ irgendeine Frage heraus, die mit „im Prinzip ja/nein“ beantwortet wird, gefolgt von einer widersprüchlichen Aussage, die letztlich ins Absurde führt.
https://www.tangocompas.co/radio-riedl-wahn-antwortet/
Wo bleibt dabei bloß die „eigentliche Substanz“ des gemeinten Textes?
Sie geht in einem simpel imitierten Witzprinzip völlig unter.
Einen unangenehmen Beigeschmack hat es, dass Wendel ausgerechnet „Radio Eriwan“ ausschlachtet, seinerzeit produziert von „Sputnik“, einem Propagandamedium der sowjetischen Presse, das (in seinen späteren Erscheinungsformen) 2018 vom Bundesamt für Verfassungsschutz zu einem der wichtigsten Organe bei der verschleierten und subtilen Beeinflussung der deutschen Öffentlichkeit erklärt wurde.
Was auch immer der „gewisse Blogger“ über Missstände in der Tango-Welt schreibt – es wird vom Wendel und einigen Kumpanen bestenfalls negiert, als Fantasiegebilde abgetan oder ins Lächerliche gezogen, schlimmstenfalls grob verunglimpft, da es „der“ Realität nicht entspreche.
Wo bleibt hier eine Reflexion des Begriffs Realität?
Und vor allem - wo bleibt der „differenzierte Blick aufs Ganze, auf die Hintergründe“, wenn Wendel einfach unbelegt behauptet: „In der realen Tango-Welt herrscht dagegen bemerkenswerter Frieden.“
Aber es kommt noch dicker: Selbst Texte des „gewissen Bloggers“, die mit Tango nichts zu tun haben, zerreißt Wendel. Und das, obwohl ihm bezüglich aktueller Geschehnisse in der Welt sein Tango-Expertentum nichts nützt: „Die Weltlage zerlegt sich aktuell täglich wie ein junger Hund das Sofa, sobald man nur kurz den Raum verlässt.“ Wahrhaftig keine tiefsinnige und differenzierte Betrachtung und eine ziemlich befremdliche, da verharmlosende Metaphorik.
Überlegungen des „gewissen Bloggers“ zu den bedenklichen bis gefährlichen
Verhaltensänderungen, die das Smartphone (nicht nur bei Jugendlichen) auslösen, wurden längst (endlich!) von Wissenschaftlern, Psychologen, Pädagogen, ja, selbst Politikern erkannt, und man ventiliert Lösungsansätze.
Wendel fällt hierzu nur ein, dass der „gewisse Blogger“ sich als „Erzieher“ der Eltern aufspiele, und das, obwohl er doch selbst von der Smartphone-Benutzung seiner Leser profitiere - nebenbei: wie Wendel selbst natürlich auch, was er geflissentlich übergeht.
Höchst oberflächlich unterscheidet Wendel nicht zwischen Gebrauch und Missbrauch einer Sache.
Was muss man daraus folgern?
Es geht Wendel offensichtlich nicht um eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemen. Vielleicht möchte man diese ebenso wenig wahrhaben wie gewisse Missstände in der Tango-Welt.
Dies zeigt endgültig, dass Wendel und seine „Mitstreiter“ in völliger Abkehr von gelegentlich beteuerter Friedfertigkeit, inzwischen ausschließlich eines wollen: die Person des „gewissen Bloggers“ diskreditieren.
Bei den „Eriwan-Sprüchen“ auf Wendels Seite wird immer weniger klar, von wem sie eigentlich stammen: Von ihm selber, irgendwelchen Einflüsterern (deren Namen natürlich geheim bleiben) oder der KI. Alles völlig nebulös!
LöschenEigene Inhalte fallen ihm schon längst nicht mehr ein. Die „Kritik“ beschränkt sich auf dumme Sprüche.
Als Lüge entlarvt sich auch seine Einlassung, er müsse ja reagieren, wenn er „gemeint“ sei. Stattdessen wird auf alles eingeschlagen, was auf meinem Blog erscheint – egal zu welchem Thema.
Offenbar ist ihm entgangen, dass ich im obigen Artikel auf den Text einer Frau eingegangen bin. Die erwähnt er mit keinem Wort. Dieses Geschlecht wird von ihm konsequent ignoriert.
Unterm Strich sorgt die „Eriwan-Seite“ dafür, dass sich meine Texte noch weiter verbreiten. Damit kann ich zufrieden sein!
Herr Wendel hat nun meiner Frau in einem längeren „Brief“ geantwortet. Natürlich mit „Kopierschutz“, um das Zitieren zu erschweren.
LöschenEr vermutet, dass Karin die Hintergründe nicht bekannt sind – klar, sie ist ja nur eine Frau…
Kritikwürdig seien nicht meine Ansichten, sondern mein Umgangston, mein Verhalten gegenüber anderen Menschen. Klar – wenn man in der Sache wenig entgegenzusetzen hat, muss der „Tonfall“ herhalten…
Dazu liefert Wendel eindrucksvolle Zitate. Natürlich, so würde er es formulieren, völlig „aus dem Zusammenhang gerissen“. Natürlich gibt er keine Quellen an – sonst könnte man ja den Kontext beurteilen.
Ich bin gerne bereit, über „persönliches Herabwürdigen anderer“ zu diskutieren – aber dann bitte konkret im Einzelfall. Stattdessen liefert Wendel pauschale Sprechblasen.
Seit ich Kommentare nur noch per Mail zulasse, gibt es die vielen Zuschriften nicht mehr, die mich beleidigend runtermachen. Was sind das für Leute, die sich nicht trauen, ihre Ansichten per wahrem Namen zu vertreten? Diese Kundschaft überlasse ich gern den hetzenden Kollegen.
Herr Wendel meint, meine Frau hätte ihren Kommentar nur aus „Loyalität“ verfasst. Das beweist ein prähistorisches Frauenbild. Nein, Karin ist zwar über meine Arbeiten bestens informiert, hält es aber oft für vertane Zeit, auf jeden Schwachsinn zu reagieren. Wenn sie es aber tut, dann aus eigenem Antrieb, weil sie selber was zu sagen hat. Aber selbstständige, unabhängige Frauen scheinen für Klaus Wendel unvorstellbar. Sein Problem!
Zum Nachlesen die Quelle: https://www.tangocompas.co/in-eigener-sache-und-sonstiges/#comments