Das Wort zum Samstag… 68
Derzeit läuft der Tango-Laden wirklich wie geschmiert! Bereits bei der ersten Tasse Kaffee und einem Blick in den Computer fand ich einen derart hinreißenden Text, dass die weiteren thematischen Ideen noch kurz ruhen müssen.
Ein Blogger-Kollege schreibt aktuell in einem Kommentar auf Klaus Wendels Blog – und ich tippe die Pretiose wegen des Kopierschutzes mühsam ab:
Er wähle, zumindest auf den lokalen Milongas, wo er die Tänzerinnen persönlich kenne, seine Partnerinnen gerne abhängig von der Musik aus: „Für einen flotten Vals brauche ich eine andere Tanzpartnerin als für einen leichten Di Sarli oder einen akzentuierten Biagi oder einen differenzierten Pugliese.“
Man beachte die Wortwahl: Er möchte nicht nur, er „braucht" ganz einfach...
Daher sollten alle Stücke einer Tanda „zwingend die gleiche Charakteristik“ haben. Das sei kein formales Kriterium wie „dasselbe Orchester“ oder „derselbe Jahrgang“, es gehe vielmehr um die „Charakteristik der Musik“. Ansonsten passe vielleicht der erste Titel, nicht aber der Rest.
Das war die Anspielung auf eine Idee von mir, welche Meister Klaus in seinem Text besprach: Ich hatte einmal Beispiele für „Mixes Tandas“ vorgestellt:
https://milongafuehrer.blogspot.com/2019/06/mixed-tandas-meine-beispiele.html
Ich gestehe, dass ich bei solchen Ideen auch zu der zweiten Tasse Kaffee noch tief durchatmen muss! Tja, lieber Kollege, dann wollen wir nicht hoffen, dass deine Tanzpartnerinnen das lesen und sich mit der Einschätzung abfinden müssen, sie seien – außer bei einem Orchester – für sie Interpretation von Tangomusik zu doof.
Und ich würde dir raten, niemals eine der üblichen Tanzveranstaltungen zu besuchen: Da könnte es sein, dass deine Partnerin in einer einzigen Runde Foxtrott, Rumba und Jive beherrschen muss! Du übrigens auch. Da kann ich nur warnen!
Was ich noch mutiger finde: Selber hältst du dich offenbar für fähig, zu jedwedem Orchester zu tanzen… Klar: Der Mann führt ja. Oder billigst du diese Auswahl auch den Tangueras zu? „O Gott, da kommt der ‚Troilo-Helge‘ – aber die spielen doch Di Sarli – ich schau lieber weg.“
Wobei wir allerdings von der mutigen Unterstellung ausgehen, mehr als 5 Prozent der Milongabesucher würden das jeweilige Orchester erkennen!
Das macht natürlich die Paarfindung im Tango noch komplizierter, als sie eh schon ist. Aber wir wissen ja: Den Fachmann erkennt man daran, dass er kaum tanzt.
Da rudert sogar der Blog-Betreiber zurück: Er führe „keine Musik-Partnerinnen-Matrix“. Würde sich vielleicht auch nicht rentieren.
Jedenfalls danke ich dem Kollegen sehr für einen heiteren Vormittag!
Quelle: https://www.tangocompas.co/gedanken-ueber-tango-musik-4-teil/#comments![]() |
| Sorry, falsches Orchester! |

Den ganzen Artikel Wendels werde ich nicht besprechen, da er Im Wesentlichen schon Gesagtes enthält. Lustig, dass man sich einerseits beklagt, dass ich auf etliche Texte des Kollegen eingehe - und nun sehnlichst darauf wartet, dass ich eine weitere Replik liefere.
AntwortenLöschenNein, Leute, ich habe auch noch einige andere Themen in der Warteschleife...
Gerade erreichte mich ein Kommentar von Helge Schütt:
AntwortenLöschenLieber Gerhard,
Vielen Dank für Deinen Artikel!
Ich habe schon lange nicht mehr so herzhaft gelacht.
Deine zentrale These ist: Man sollte die Musik bei der Auswahl seiner Tanzpartnerin nicht berücksichtigen, sondern jede Tanda mit jeder Frau tanzen können.
Also zum Beispiel die Neotango-Tänzerin, die bei Colgadas, Volcadas und Hebefiguren dahinschmilzt, bei einem furztrockenen Biagi auffordern. Oder mit der überzeugten Encuentro Tänzerin, bei der schonder Angstschweiß ausbricht, wenn sie das Wort „Volcada“ auch nur hört, einen schwungvollen Vals tanzen.
Oder die Anfängerin, die hauptsächlich damit beschäftigt ist, ihre eigenen Füße zu sortieren, zur Pugliese Tanda auffordern.
Das werden bestimmt die besonders gelungenen Tandas, die alle Beteiligten genießen können und an die sie sich noch lange erinnern werden!
Herrlich!
Ich bewundere wirklich, wie Du es immer wieder schaffst, Dir so vollkommenen Unsinn auszudenken.
Respekt!
Lieber Helge,
Löschenda ist die Bewunderung beiderseits groß!
Du kannst das nicht wissen, aber es gab im Tango mal eine Zeit, da waren Tänzerinnen einfach Tänzerinnen – und keine auf ein Orchester dressierten „One Trick Ponys“. Die konnten sich auf jede Musik einstellen, sogar auf Standard- und Lateintänze.
Aber ich bin beruhigt, dass du selber mit jedem Orchester zurechtkommst – im Gegensatz zu den unbedarften Damen.
Das ist doch ein Hoffnungsschimmer!
Beste Grüße
Gerhard