Improvisation in Reih und Glied
Tangolehrer müssen uns ja immer wieder vorführen, dass sie es selber können – nicht ihre Schüler. Im folgenden Video sogar en bloc: mit einer gemeinsamen Choreografie, für die sogar der Schuldige genannt wird:
https://www.facebook.com/watch/?ref=saved&v=2337255680132100
Gut, so ganz „Ronda-geeignet“ ist der „Teachers Dance“ nicht. Aber man hat ja ausnahmsweise Platz.
Wir Standardtänzer kennen das als Formationstanz – allerdings in der Latein-Sektion mit deutlich mehr Selbstbräuner und absolut gleich gekleideten, aggressiv geschminkten Damen – die Herren in hautengen Strampelanzügen. Wie es halt in Lateinamerika so zugeht. Und die Energie, die sie in einer Minute verpulvern, würde für ein dreitägiges Tango-Marathon reichen:
https://www.youtube.com/watch?v=j7XPIY96A2Q
Ob es einem gefällt, mag man individuell beantworten. Mir bestätigt das Ganze aber, was ich seit vielen Jahren vorhersage: Die Entwicklung des Tango argentino zum „11. Standardtanz“.
Aber wir wollen nicht ungerecht sein: Die Spitzen-Tanzsportler, obwohl Amateure, trainieren fast täglich mehrere Stunden und müssen sich nicht dauernd um die Veröffentlichung von Werbevideos kümmern. Sie beherrschen nicht einen Tanz, sondern fünf – und tanzen technisch in einer Liga, von der man im Tango nur träumen kann.
Lustig finde ich, dass manche noch immer behaupten, unser Tango sei ein Improvisationstanz. Träumt weiter…
„Zwei
Tänzer*innen treten ins Abrazo. Voller Vorfreude auf die kommenden gemeinsamen
Tänze. Bereit zu improvisieren.
Die Musik beginnt. Einer schmeißt die Nerven weg. Und plötzlich… sind sie
wieder mal fast auf Autopilot, beim Wiedergeben von altbekannten Sequenzen, gut
einstudierten Bewegungen und Reaktionen.
Willkommen im Paradox der Wahlfreiheit.“
https://www.lillisballroom.at/improvisation-im-tango-freiheit-auf-duennem-eis/


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