Frauen fesseln
Bei meiner Schreibfee scheine ich doch ein Dauer-Abo zu haben: In dem Fall wies sie meine liebe Freundin Manuela an, mir ein wirklich faszinierendes Video zu senden.
Darin sehen wir ein junges Paar, von dem zu befürchten ist, dass es Tango unterrichtet. Die Dame kreischt was ins Mikrofon – in leider kaum verständlichem Hispano-Denglisch. Vielleicht ist das ein Segen. Er grinst nur kurz in die Kamera.
Die Haupt-Akteurin hat sich ein stabiles Gummiband um die Beine – knapp oberhalb der Kniegelenke – gegürtet. Dennoch versucht sie, die Hinterfüße auseinanderzukriegen, was ihr aber nur ansatzweise gelingt. Dann schnürt die Dame nochmal nach. Die herabfallende Frisur bietet viel Schatten.
https://www.facebook.com/reel/1458782709384685
Was soll uns das bedeuten? Einerseits zwingt der etwas verrutschte Keuschheitsgürtel sicherlich zu sehr kleinschrittigem Tanzen – natürlich absolut rondatauglich: Bekanntlich kann man ja nur von Tango sprechen, wenn kein Platz ist.
Vor allem aber schützt der Beinklemmer aber vor „strukturellen Vergewaltigern“, sprich Männern. Wobei man allerdings einwenden könnte: Das Weglaufen wird dadurch ebenfalls erschwert. Immerhin erhält der Begriff „fesselnde Frau“ einen ganz neuen Sinn.
Halten wir abschließend fest: Erst mit Gummi wird der Tango schön!
Auf jeden Fall aber lernen wir wieder die Kernkompetenz von Tangolehrerenden kennen: Reden ohne Unterlass.
Wir kennen das auch aus dem Fußballsport: Verbal und theoretisch werden die Spiele in der Kabine gewonnen. Bedauerlicherweise leider nicht immer auf dem Platz. Nicht nur im Fußball, auch beim Tango kann es eng werden zwischen den Beinen!
Hier ein schönes Beispiel eines Bundestrainers, der seine Leute leider auch nicht zur Weltmeisterschaft führen konnte. Aber wenigstens konnte er motivierend reden. Ob man ihm zuhörte, weiß ich nicht. Manche Gesichter lassen daran zweifeln.


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