Das nächste Hausverbot
Über meinen neuen Artikel zum Thema „Platz auf der Tanzfläche“ hat sich Klaus Wendel offenbar sehr geärgert. Und das, obwohl ich ihm in vielen Punkten zugestimmt habe. Aber anscheinend ist für ihn der größere Horror, man könnte bei uns gewisse Gemeinsamkeiten entdecken.
Für mich nicht.
Neu ist, dass er nun (in einem Kommentar) indirekt Veranstaltern vorschlägt, mir ein Hausverbot zu erteilen:
„Tut mir leid, lieber Veranstalter: Auf meiner Milonga hätte Gerhard Riedl allein aufgrund seiner tanz-egozentrischen Einstellung, die er ja offenherzig im Blog bekundet, Hausverbot.“
https://www.tangocompas.co/volle-milongas-raum-dichte-und-gestaltung-im-tango/#comments
Anscheinend reicht es nicht, meine Bücher zu verbrennen – nun geht es darum, die Aktionsfreiheit des Autors einzuschränken. Aber auf solche Ideen sind schon andere gekommen:
https://www.deutschlandfunk.de/empoerung-ueber-antisemitisches-plakat-100.html
Nun machen Hausverbote sicherlich Sinn, beispielsweise, wenn ein besoffener Gast in einem Lokal randaliert oder jemand im Supermarkt klaut. Neu ist, dass man jetzt Autoren allein wegen ihrer angeblichen Gesinnung von Milongas ausschließen möchte. Denn selbstverständlich bin ich auf Tangoveranstaltungen stets nett und freundlich, halte keine flammenden Reden oder trage Thesen aus meinem Tangobuch vor. Ich versuche es sogar zu vermeiden, alleinige Jungfrauen durch persönliche Ansprache zu einem Tanz zu nötigen. Oder im Piazzolla-Taumel (woher der auch kommen mag) ganze Rondas abzuräumen.
Nein: Offenbar ertragen manche Leute im Tango keine abweichenden Ansichten. Da findet die Zensur bereits im Gehirn statt.
Fürwahr. Es ist gruselig, wie der Tango in manchen Bereichen immer mehr sektenartige Züge annimmt!
Dennoch sehe ich die Affäre mit einem Rest an Gelassenheit: Eigene Milongas veranstaltet der große Meister ja kaum noch – da muss er schon bei anderen hetzen gehen.
Und die Sache mit dem Hausverbot ist für mich nicht neu:
Bereits 2016 drohte mir der große Cassiel:
„Um
nur kurz für mich als Veranstalter zu sprechen. Solltest Du zukünftig Einlass
in eine von mir organisierte Milonga begehren, werde ich Dir freundlich an der
Kasse erklären, dass ich keine Menschen in meiner Milonga möchte, die ein
System von Drohungen oder eigener Prominenz im Tango etablieren wollen. Du
wirst dann wohl umstandslos wieder gehen müssen. So einfach ist das …
Ich bin gespannt, ob ich der einzige Veranstalter bleibe, der so auf Dein
Agieren reagiert.“
https://milongafuehrer.blogspot.com/2016/07/hausverbot-und-boykottaufruf-durch.html
Nein, das blieb er nicht: Im Nachgang wurde mir bedeutet, ich sei auf der Milonga seines hauseigenen Hasspredigers Christian Tobler ebenfalls nicht mehr willkommen.
Drei Jahre später erreichte mich der Bannfluch des Münchner Neo-DJs Jochen Lüders:
„Mit
großem Erstaunen lese ich:
‚In diesem Jahr haben wir uns fest vorgenommen, auch einmal der Neolonga von
Jochen Lüders im 'El Rojo' einen Besuch abzustatten‘
Diese Fahrt können Sie sich sparen, Sie sind auf meiner Milonga NICHT
willkommen. Meine Gäste und ich legen keinerlei Wert darauf, in einem Ihrer
überheblichen und beleidigenden Texte portraitiert zu werden.
Hochachtungslos
J. Lüders“
https://milongafuehrer.blogspot.com/2019/01/ausladung.html
Na ja, inzwischen wäre das Hausverbot obsolet, denn die Milonga gibt es längst nicht mehr. Lustigerweise wurde ich einige Zeit später dort zu einem Tanzabend eingeladen. Und auch von den praktischen DJ-Aktivitäten des Herrn Lüders lese ich kaum noch etwas. Inzwischen gibt er Tango-Einzelstunden.
https://jochenlueders.de/?p=18241
Ebenso still geworden ist es auf dem Blog des einstigen Retro-Stars Cassiel. Sein letzter Artikel datiert vom 3.4.25. Und auch Cassiels Haus-Ideologe Tobler veranstaltet meines Wissens nichts mehr.
Nach meinen Erfahrungen sind solche Boykott-Aufrufe der Ausdruck galoppierender Hilflosigkeit und somit Vorboten des nahen Endes. Ich hoffe, Klaus Wendel kriegt noch die Kurve. Es wäre schade, wenn auch sein Blog im Orkus der Tangogeschichte verschwände. Wenn, dann läge es nicht an mir, sondern an der Verbohrtheit des Kollegen, der jedes Lob, jede Anerkennung zurückweist – nur, weil sie von mir kommt. Da kann ich dann auch nicht mehr helfen.
Kriege ich auch mal „Hausverbot im Altenheim“? Hoffentlich!
https://www.youtube.com/watch?v=2KuVmFbiJ8U
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Ich mag nun wirklich nicht jeden Käse kommentieren, den Herr Wendel über mich verbreitet. Bei faustdicken Lügen jedoch möchte ich schon korrigieren:
AntwortenLöschenWendel schreibt, mein „tänzerisches Treiben“ habe „in bestimmten Milongas ja bereits zu einigen Hausverboten oder ‚Unerwünschtheits-Bekundungen‘ geführt“.
Das ist die pure Unwahrheit: Auf keiner Milonga, um die es hier geht, war ich vorher einmal zu Gast. Die Ausschlüsse beruhten eindeutig auf meinen Texten, mit denen man nicht einverstanden war.
https://www.tangocompas.co/volle-milongas-raum-dichte-und-gestaltung-im-tango/#comments