Was das Radio meldet

Nun möchte ich doch einmal auf eine Schöpfung eingehen, auf die meine Kritiker unheimlich stolz sind: Seit zirka zwei Monaten gibt es die Seite „Radio Riedl-Wahn“: Zu jedem meiner Artikel wird dort im Stil des fiktiven Senders aus der armenischen Hauptstadt die berühmte „Frage an Radio Eriwan“ gestellt, gefolgt von „Im Prinzip ja. Aber…“ Es folgt eine Pflaumerei, die natürlich meinen Text ins Lächerliche ziehen will.     

https://de.wikipedia.org/wiki/Radio_Eriwan

Sicherlich eine hübsche Idee für eine aus dem Moment geborene Satire – nur, wie bei allen, die keine Witze erzählen können: Sie wird bis ins Unendliche ausgewalzt.

Da der Blogger seine Seite weiterhin unter Kopierschutz betreibt, erspare ich mir das Abschreiben eines Beispiels – zumal diese Texte mit dem Inhalt meiner Artikel wenig zu tun haben.

Aber er beruft sich ja darauf, dass diese Texte nicht von ihm, sondern der KI stammen. Seltsam nur, dass diese Wendel-typische Rechtschreibfehler macht: Beispielsweise heißt es halt richtig „gar nicht“ statt „garnicht“.

Aber klar, der Papageienschwarm mit computer-generierter Sprache plappert halt den Blödsinn nach, den man ihm vorgibt. Intelligenzmäßig ist das alles nicht weit von „Lora, gib Küsschen“ entfernt.

Man muss auch die vorangestellte Warnung beachten: „Sollte sich bei fortgesetzter Lektüre ein Gefühl von Langeweile einstellen, ist das kein Mangel dieser Rubrik, sondern eine unmittelbare Folge der zusammenfassenden Verdichtung.“

Es bleibt halt die Frage, ob man von „Verdichtung“ reden sollte, wenn die Luft sowas von raus ist…

Der Blogger-Kollege kommt leider an einem Problem nicht vorbei: Er hat keine Spur von Humor. Wer mit einer umfangreichen Verwandtschaft gesegnet ist, hat sicherlich einen „Onkel Heinz“ im Repertoire, der zuverlässig auf jeder Familienfeier erscheint und unter der Illusion leidet, irgendjemand von den Gästen sei an den kalorienarmen Geschichten interessiert, mit denen er seine Tischnachbarn in die Flucht treibt. Er hält sich für grenzenlos witzig und erzählt daher Geschichten, bei denen er nach langem Anlauf mit tödlicher Sicherheit die Pointe (die eh schon alle kennen) mit Bravour versemmelt.

Der Einzige, welcher sich kaputtlacht, ist der Erzähler selber. Na, immerhin... 

Ach, Onkel Klaus… aus professionellen Gründen bin ich leider dazu verdammt, Pointenfreies zu lesen – ein hartes Schicksal!

Aber ich will nicht klagen: Es geht gar nicht darum, dass in solchen Texten Humorfreiheit mit Dummheit ringen – entscheidend ist ja, dass meine Artikel verlinkt sind. Die meisten Leser motiviert das sicherlich, im Original nachzuschauen, ob ich tatsächlich einen solchen Blödsinn schreibe. Gestern führte das beispielsweise zu 1020 Zugriffen. Heute, kurz vor Zwölf, sind es bereits 350. Damit kann ich gut leben.       

Daher hoffe ich, dass uns (und mir) „Radio Riedl-Wahn“ noch lange erhalten bleibt. Die Schmerzen beim Lesen sind eingepreist.

 Quelle: https://www.tangocompas.co/radio-riedl-wahn-antwortet/

Aber der Kollege soll sich nicht grämen! Es gibt im Tango auch andere, die keine Witze erzählen können:

https://www.youtube.com/watch?v=EAMQceYpb_U&list=RDEAMQceYpb_U&start_radio=1

Kommentare

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