Vorsicht, Puma!
In der vergangenen Dienstagnacht beobachtete ein Jäger im Naturschutzgebiet Notzingermoos (Nähe Erding) mit einer Wärmebildkamera ein verdächtiges Tier, das ein Puma gewesen sein könnte. So heißt es jedenfalls.
Seitdem geht in der Gegend die Katzen-Angst um. Der „Puma concolor“ zählt zwar systematisch zu den Kleinkatzen (Felinae), ist aber mit einer Körperlänge (ohne Schweif) bis zu knapp 2 Metern doch ein ganz ordentlicher Brocken.
Pumas gelten als scheu, sie meiden die menschliche Nähe. Ihr Interesse gilt eher Nutztieren. Selbst wenn es also wirklich in Puma wäre, der nahe des Münchner Großflughafens umgeht, wäre die Gefahr für die Menschen minimal.
Eventuell könnte man Pumas auch an ihrem Geruch orten, weil ihr Urin einen hohen Anteil von Ammoniak und Schwefelwasserstoff aufweist. Es stinkt nicht nur im Pumakäfig.
https://de.wikipedia.org/wiki/Puma
Die Polizei hat jedenfalls ein Großaufgebot aktiviert: Schwer bewaffnete Suchtrupps durchstreifen das Moos, Hubschrauber und Drohnen wurden eingesetzt.
Ist die Katze bei einem privaten Halter oder im Zoo ausgebüxt? Auch da Fehlanzeige: Nirgends ist ein Puma abgängig. Auch die Suche nach irgendwelchen Hinterlassenschaften des Tiers verlief ergebnislos.
Wie der Erdinger Polizeichef in einer Pressekonferenz mitteilte, gehe es ihm vor allem darum, dem Sicherheitsgefühl der Bevölkerung aufzuhelfen. Nicht dazu trügen aber gefakte Aufnahmen bei, die irgendwelche Hirnis ins Netz stellten, und auf denen KI-generierte Pumas zu sehen sind, die sich auf Dorfstraßen herumtreiben.
Hier ein Mitschnitt der Veranstaltung mit hohem Komikfaktor:
https://www.youtube.com/watch?v=AVjaWFIRz4Y
Berichte von Sichtungen gefährlicher Tiere fallen ja sonst in den August. Zur Sauregurkenzeit wurde dann schon mal von einem Löwen in Brandenburg berichtet, der sich als Wildschwein entpuppte. In Sachsen-Anhalt war auch ein Puma dabei, der sich dann als Katze erwies. Gerne werden die Miezen mit Füchsen verwechselt. Auch Krokodile wurden schon in Badeseen vermutet – meist mit null Resultat.
Wenn es beim Schwimmen mal zwicke, so ein Experte, sei es eher ein Hecht!
Geändert haben sich nicht die Bedrohungen, sondern die Medien. Die Wildtierexpertin Dr. Sophia Kimmig drückt es so aus: „Wenn früher jemand einen Fuchs gesehen hat, wussten es drei Leute. Heute sehen es tausende auf Instagram.“ Bei einem Puma noch weit mehr!
Nicht so lustig könnte dagegen die Begegnung mit einer Wildschwein-Bache enden, welche Frischlinge führt (ab März). Auch hier gilt: Hunde an die Leine, nicht durchs Unterholz brechen, möglichst keine nächtlichen Waldspaziergänge! Dennoch sind Todesfälle durch Wildsau-Attacken extrem selten.
Andersherum ist die Bilanz eindeutig: Über eine halbe Million Wildschweine werden jährlich abgeschossen, gut 15000 durch Kraftfahrzeuge erlegt.
Wir sehen also: Gefährlich ist nicht das Wildtier, sondern der Mensch. Insbesondere der Homo internetiensis.
Nun bin ich natürlich sehr gespannt, ob ich mit meiner Vermutung recht habe, dass man im Notzingermoos keinen Puma finden wird.
Höchstens vielleicht – um den Schluss-Kalauer nicht auszulassen – einen vergammelten Sportschuh…
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