Ganz ohne Weiber?
Boris Palmer hat wirklich das Talent, sich Ärger an Land zu ziehen!
Die neueste Posse: Eine ehemalige Tübinger Gemeinderätin („Die Partei“) hat das dortige Stadtoberhaupt auf irgendeinem Online-Kanal (den ich nicht mit der Kohlenzange anfassen würde) angeblich auf 17 Seiten alt aussehen lassen. Die Rede ist von sexueller Übergriffigkeit und emotionalem Missbrauch.
Irgendwie ging es um eine zunächst einvernehmliche Sache, welche aber dann unerfreulich endete.
Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Tübingen Vorermittlungen begonnen – auf Grund der Anzeige einer weiteren, eigentlich unbeteiligten Person. Klar, gerade bei solchen Petitessen zeigt sich der ganze Eifer juristischer Aufklärung!
Palmer lässt nun sein Ehrenamt als Bürokratie-Bekämpfer ruhen, welches ihm von seinem Freund Cem Özdemir verliehen wurde. Ob das der Zweck der ganzen Geschichte war, lässt sich natürlich nicht beweisen.
Sexuell nicht ganz einwandfrei verlaufen viele Politiker-Leben: Klar, man ist ständig im Stress, sieht die Familie viel zu selten und verbringt die Nächte allein in abgelegenen Hotelbetten. Und für viele Frauen verströmen mächtige Männer durchaus den Duft, der nicht nur die Beine schwach werden lässt – und die Kerle in den Maßanzügen halten solche Effekte für wahre Liebe.
Ich habe eine schöne Zusammenstellung diverser Affären gefunden:
https://www.welt.de/politik/gallery13543905/Affaeren-und-Sex-Skandale-der-Politiker.html
Besonders tragisch ist der Fall des CDU-Politikers Christian von Bötticher, den das Verhältnis mit einer Sechzehnjährigen Partei- und Fraktionsvorsitz sowie Ministerpräsidenten-Kandidatur kostete. Dabei hatte er nicht mal eine Ehefrau zum Betrügen und gestand tränenreich, es sei „wahre Liebe“ gewesen. Natürlich hatte die Affäre keinen Bestand.
https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_von_Boetticher
Eine schöne Übersicht dazu bietet der preisgekrönte Artikel „Feind, Todfeind, Parteifreund“
Horst Seehofer, der einer Bundestags-Mitarbeiterin ein Kind bescherte, hat dagegen keinen größeren Schaden genommen und wurde später CSU-Chef. Warum? Weil man ihn brauchte!
Reines Kabarett lieferte der Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping, der sich mit seiner adeligen neuen Freundin auf Mallorca selig im Pool planschend ablichten ließ, während seine Soldaten sich auf einen Kriegseinsatz in Mazedonien vorbereiteten. Die feuchten Bilder von „Malle-Rudi“ gelten bis heute als Musterbeispiel einer „gelungenen Selbsthinrichtung“.
Auch der SPD-Legende Willy Brandt sagte man Affären mit Journalistinnen nach. Ob das seinen Rücktritt in der Guillaume-Affäre beschleunigte, kann man schwerlich beweisen.
Die Homosexualität des früheren Hamburger Bürgermeisters Ole von Beust wurde vom Koalitionspartner Ronald Schill weidlich ausgenützt und führte zum Bruch mit dessen Law und Order-Partei.
Weniger Risiko gingen Gerhard Schröder und Joschka Fischer ein, die ihre neuen Affären (soweit bekannt) stets gleich ehelichten – Schröder viermal, Fischer fünfmal.
Auch Franz Josef Strauß war kein Kind von Traurigkeit. Bekannt ist seine einstige, durchaus ernsthafte Zuneigung zu einer 17-jährigen Bürokraft, die ihn aufblühen ließ. Seine Ehefrau konnte sich aber durchsetzen. Schön ist auch die Geschichte, als Strauß im New Yorker Central Park von zwei Prostituierten ausgeraubt wurde – eine davon laut dem CSU-Granden „a dürre, greißlige Henn“. Na dann…
https://www.sueddeutsche.de/bayern/serie-zum-20-todestag-von-fjs-ein-mann-ein-solcher-mann-1.698917
Männer in der Politik lassen wenige Gelegenheiten aus, sich als triebgesteuerte Hansel zu profilieren.
Interessant finde ich, dass weibliche Politiker wesentlich weniger in erotische Affären verstrickt sind. Mag sein, dass sie zu vernünftig sind, um ihre Wirkung als „Promi“ mit echter Zuneigung zu verwechseln. Auch das bestärkt mich in meinen Zweifeln, ob das Wahlrecht für Männer wirklich eine gute Idee ist…
Die Herren der Schöpfung seien gewarnt: Ihr Danebenbenehmen wird von den Damen bei Bedarf auch jahrelang gespeichert und bei Bedarf veröffentlicht! So musste der britische Verteidigungsminister Michael Fallon zurücktreten, weil er Jahre zuvor einer Radiomoderatorin ans Knie fasste und wohl auch mehr wollte.
https://taz.de/Zurueckgetretener-britischer-Minister/!5457636/
Hart traf es auch den FDP-Politiker Rainer Brüderle, der ausgerechnet einer „Stern“-Reporterin an einer Hotelbar bestätigte, sie „könne ein Dirndl ausfüllen“. Als der Dame der Satz ein Jahr später in einem Artikel wieder einfiel (der Betroffene war gerade Spitzenkandidat geworden), brach ein Sturm der Entrüstung los. Brüderle schwieg lange Zeit zu den Vorwürfen. Später nannte er den Grund:
„Ich bin heute noch überzeugt, dass ich die politische Debatte anders nicht überstanden hätte. Da kommen Sie mit der Wahrheit nicht weiter, wenn Frauenrechtlerinnen wie Alice Schwarzer im Kampfmodus sind.“
https://www.tagesspiegel.de/politik/rainer-bruderle-sieht-sich-als-opfer-3555886.html
Und eine Schwärmerei von „rehbraunen Augen“ kann schon mal wahlentscheidend sein.
Gerade männlichen Promis kann man nur raten: Überlegen Sie sich Frauen gegenüber genau, was Sie sagen oder gar tun! Es kann nicht nur gegen Sie verwendet werden – es wird Sie mit tödlicher Sicherheit irgendwann einholen!
Von amerikanischen Politikern ist bekannt, dass sie nie ohne Zeugen mit einer Frau zusammen einen Lift besteigen. Fraglich, ob dies das menschliche Zusammenleben fördert.
So ist der Tango einer der letzten Exklaven, wo ein gewisses Macho-Verhalten weitgehend toleriert wird – schließlich benötigen die Damen in der Regel einen Tanzpartner: Ganz ohne Männer geht die Chose nicht. Das Gegenteil, ein Lied aus der Operette „Die Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán, sollte man heute lieber nicht singen – natürlich purer Sexismus.
Daher nun zum Schluss:
https://www.youtube.com/watch?v=05IbTF69ki8
Wendels wundersame Weisheiten:
„GANZ OHNE KINDERSTUBE?Man könnte natürlich auch als älterer Mann auf die Idee kommen, in Sachen Umgang mit Frauen noch etwas dazuzulernen. Aber ich weiß, die Kinderstube hat man schließlich schon mit 14 verlassen. Und seitdem gilt offenbar: Was Hänschen nicht gelernt hat, muss Hans auch nicht mehr lernen.“

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