Quiz: Erbsenzählen
Unter Grenzdebilen hat sich die Redensart verbreitet, ich übe mich im „Erbsenzählen“. Selber macht mir das nichts aus – ich finde es nur schrecklich, dass man damit ein schlechtes Licht auf einen der beiden größten Biologen des 19. Jahrhunderts wirft (der andere ist Charles Darwin). Daher möchte ich mit einem Quiz an Gregor Mendel erinnern, der mit seinen Vererbungsregeln die Basis dessen schuf, was etwa 100 Jahre später Watson und Crick als Molekulargenetik weiterführten.
Daher heute ein kleines Quiz über den Vater der Vererbungslehre. Lösungen finden sich – wie immer – unter dem Text. Ich wünsche viel Vergnügen mit „Mendel statt Wendel“!
1. Wodurch fiel Gregor Mendel als Schüler am Gymnasium auf?
1.1 Konflikte mit den Lehrern
1.2 Einer der besten Schüler
1.3 Betreuung eines naturkundlichen Museums
1.4 Einmal wegen Latein durchgefallen
2. 1850 bemühte sich Mendel an der Universität Wien um die Zulassung zum Studium. Welche Fächer strebte er an?
2.1Theologie
2.2 Naturgeschichte und Physik
2.3 Chemie und Biologie
2.4 Genetik
3. Was bewog Mendel vor allem, in einen Orden einzutreten?
3.1 Sein Interesse am Klosterleben
3.2 Seine religiöse Überzeugung
3.3 Die Betreuung des Klostergartens
3.4 Finanzielle Probleme
4. Welchem Orden gehörte Gregor Mendel an?
4.1 Augustiner
4.2 Dominikaner
4.3 Jesuiten
4.4 Franziskaner
5. Was lässt sich über Mendels Studium sagen?
5.1 Er schloss als einer der Besten seines Jahrgangs ab.
5.2 Er konnte nur dank eines Stipendiums studieren.
5.3 Er spezialisierte sich auf Genetik.
5.4 Er fiel zweimal durchs Staatsexamen.
6. 1865 veröffentlichte Mendel seine Kreuzungsregeln. Wo und wie?
6.1 In einem Vortrag an der Universität Wien
6.2 In einem führenden Genetik-Journal
6.3 Er stellte sie in einem naturforschenden Verein vor.
6.4 In einem Brief an seinen Uni-Professor
7. Wie lautet der Titel von Mendels Originalarbeit?
7.1 Ergebnisse der Kreuzung von Erbsenrassen
7.2 Versuche über Pflanzen-Hybriden
7.3 Meine Vererbungsregeln
7.4 Ergebnisse des Erbsenzählens
8. Wie nennt man die 3. Mendelsche Regel?
8.1 Rekombinationsregel
8.2 Uniformitätsregel
8.3 Spaltungsregel
8.4 Merkmalsregel
9. Wann wurden Mendels Regeln wissenschaftlich anerkannt?
9.1 Um 1870
9.2 Um 1880
9.3 Um 1890
9.4 Um 1900
10. Mendels Entdeckungen gelten heute neben Darwins Evolutionstheorie zu den beiden bahnbrechenden biologischen Entdeckungen des 19. Jahrhunderts. Was hatten die beiden Herren gemeinsam?
10.1 Beide waren Theologen.
10.2 Beide unternahmen ausgedehnte Forschungsreisen.
10.3 Beide gerieten in Konflikt mit der Kirche.
10.4 Beide wurden in der wissenschaftlichen Welt heftig abgelehnt.
11. Zu Mendels Zeit wusste man noch nichts von Chromosomen. Tatsächlich sind manche seiner Ergebnisse nur durch Crossing over erklärbar. Das heißt?
11.1 Auftreten gekoppelter Gene
11.2 Austausch zwischen Genen, die auf einer Chromosomenart liegen.
11.3 Kreuzung zwischen unterschiedlichen Arten.
11.4 Kreuzung zwischen unterschiedlichen Rassen
12. Gregor Mendel beschäftigte sich nicht nur intensiv mit Pflanzenzüchtung, sondern auch mit einem anderen Wissensgebiet. Welchem?
12.1 Evolutionstheorie
12.2 Meteorologie
12.3 Geologie
12.4 Astronomie
Lösungen:
1.2/1.3: Mendel war ein sehr guter Schüler. Von seinem Lieblingslehrer am Gymnasium Troppau wurde Mendel auch in die Betreuung des dortigen naturwissenschaftlichen Museums eingeführt.
2.2
3.4 Unfälle und Krankheiten in der Familie bewogen Mendel, nach einem selbst durch Nachhilfestunden finanzierten Studium in ein Kloster einzutreten.
4.1
5.4 Tatsächlich fiel Mendel zweimal durchs Staatsexamen. Er war wegen der familiären Situation kein besonders eifriger Student. Zudem war wohl der Prüfer nicht ganz objektiv, da Mendel auch den Pflanzen eine Sexualität zusprach.
6. Mendel veröffentlichte seine Ergebnisse in zwei Vorträgen im „Naturforschenden Verein zu Brünn“. Die wissenschaftliche Welt nahm davon keine Notiz – auch, nachdem er Zusammenfassungen an Universitäten verschickte. Wieder einmal galt der Amateur nichts bei den Profis…
7.2
8.1
9.4 Erst um 1900 kamen drei verschiedene Forschergruppen auf die Vererbungsgesetze und fanden heraus, was Mendel einige Jahrzehnte vorher entdeckt hatte:
„Ich habe das alles für etwas Neues gehalten. Dann habe ich mich aber überzeugen müssen, dass der Abt Gregor Mendel in Brünn in den sechziger Jahren durch langjährige und sehr ausgedehnte Versuche mit Erbsen nicht nur zu demselben Resultat gekommen ist, wie De Vries und ich, sondern dass er auch genau dieselbe Erklärung gegeben hat, soweit das 1866 nur irgend möglich war.“ (Carl Correns, 1900)
https://de.wikipedia.org/wiki/Gregor_Mendel
Seinen späten Triumpf hat Mendel nicht mehr erlebt – er starb 1884. Zu Lebzeiten äußerte er gerne den Satz: „Meine Zeit wird noch kommen!“
10.1 Auch Mendel war bei einigen Priesterkollegen nicht beliebt. Aber da er seit 1868 Abt seines Klosters war, dürfte ihn das wenig gekümmert haben.
11.2
12.2
P.S. Und hier ein wenig versäumtes Schulwissen:

Lieber Herr Riedl,
AntwortenLöschenSie sind ein leicht zu durchschauender Mann. Dass bei Ihrem letzten Beitrag mit der Wortzählerei die Assoziation „Erbsenzählerei“ naheliegt, dürfte kaum überraschen. Vermutlich stammt sie wieder aus einem unterdrückten Kommentar eines „Grenzdebilen“ – von wem sonst?
Nun folgt also eine kleine Demonstration bildungsbürgerlicher Überlegenheit, bei der den „Grenzdebilen“ erst einmal erklärt wird, dass Mendel nicht Wendel war.
Ein Kommentar? Ich habe nicht gezählt, wie oft der Schwachsinn mit der "Erbsenzählerei" schon in Zuschriften kam.
LöschenAber das Quiz ist nicht für Grenzdebile gedacht. Die hätten eh keine Chance.