Zum Thema „Parasiten“
Ich ertrage es nun seit Mitte Dezember des letzten Jahres, dass Klaus Wendel auf seiner Seite „Radio Riedl-Wahn“ Scherze über mich verbreitet, die ungefähr auf dem Niveau eines pubertären Dreizehnjährigen rangieren. Garniert sind sie mit einem Wust unfairer Unterstellungen. Aber immerhin verlinkt er darin meine Artikel, was meinen Bekanntheitsgrad eher verstärkt.
Nachzulesen hier: https://www.tangocompas.co/radio-riedl-wahn-antwortet/
Zusätzlich erhalte ich dann noch „private“ Mails mit juristischen Drohungen, aus welchen zu zitieren Wendel mir öfters strengstens untersagt: „Geheim-Diplomatie“ der speziellen Art…
Flankiert wird das von dummen Sprüchen der Herren Beyreuther und Balzer.
Klar, die Drei versuchen nun seit bald einem Jahr, mein Blog wegzukriegen – koste es, was es wolle:
Das gilt nicht nur für meine Artikel, sondern ebenso für meine Person, indem man beispielsweise (erfolglos) versucht, andere Veranstalter zu Hausverboten zu animieren:
„Wenn ein Veranstalter entscheidet, dass eine bestimmte Person auf seiner Milonga nicht willkommen ist, wird das schnell als Einschränkung der Meinungsfreiheit dargestellt. Das ist jedoch eine falsche Schlussfolgerung.
Eine Milonga ist keine staatliche Institution und kein öffentlicher Marktplatz. Sie ist eine private Veranstaltung. (…) Damit geht auch ein Recht einher: das Hausrecht. Der Veranstalter darf entscheiden, wen er einlässt und wen nicht.“
https://www.tangocompas.co/gedanken-ueber-meinungsfreiheit/
Nun weiß ich nicht, ob man es „private Veranstaltung“ nennen kann, wenn man öffentlich dafür wirbt. Ich frage mich aber, ob es Milongas, ob es dem Tango insgesamt guttut, wenn er mit dem Motto angepriesen wird: „Teilnahme nur für Gäste mit der korrekten Meinung.“ Und ob das den Sinngehalt unseres Grundgesetzes trifft.
Ebenfalls ist und bleibt es für mich anrüchig, wenn man über das Verbrennen unliebsamer Bücher fabuliert. Wem da nicht das Jahr 1933 in den Sinn kommt, hat an der Schule das Fach „Geschichte“ offenbar geschwänzt.
Dass man anscheinend überhaupt nicht mehr weiterweiß, zeigt sich an dem Eiertanz um die Seite „Radio Riedl-Wahn“: Erst wird sie als großartiger satirischer Schachzug gefeiert, dann doch eingestellt, nun wieder reanimiert.
Wie gesagt: Ich habe schon viel dummes Zeug über mich und mein Blog gelesen und bin daher ziemlich abgehärtet. Allerdings bin ich nicht gewillt, es kommentarlos hinzunehmen, wenn der Kollege mich nun als „Themen-Parasit“ bezeichnet.
https://www.tangocompas.co/radio-riedl-wahn-antwortet/ (10.3.26)
Sicherlich habe ich verstanden, was er damit meint: Ich würde mich immer wieder auf seine Artikel beziehen und diese schädigen, statt mir etwas Eigenes einfallen zu lassen. Klar – man kann das so sehen und es kritisieren. Aber man kann es auch ohne Rückgriff auf Nazi-Sprache tun.
Zudem stelle ich als Biologe fest: Menschen sind keine Parasiten. Nie gewesen. Nicht mal ich.
Und die historischen Bezüge sind gruselig:
„Im weiteren Verlauf der Entwicklung wird das Wort Parasit von zwei Anschauungsweisen her auf den Juden angewendet. Der Rassenantisemitismus, (…) stellt die jüdisch-semitische Rasse als eine parasitäre Rasse dar; ihre Angehörigen sind Parasiten, die n u r auf Kosten ihrer „Wirte" leben können. Das Bild von den „Wirtsvölkern“ (…), unter denen die Juden leben, gerät immer m e h r in den Bann dieser naturalistischen Vorstellungen vom Parasiten u n d seinem Wirt, auf dem er lebt,von dessen Blut u n d Lebenssäften er zehrt u n d den er dadurch schädigt u n d oft vernichtet.“ (Alexander Bein: "Der jüdische Parasit“)
https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1965_2_1_bein.pdf (S.128)
Allmählich haben wir bald alles zusammen:
Kauft nicht bei Riedl!
Für Riedl unerwünscht!
Verbrennt seine Bücher!
Wehrt euch gegen den Parasiten!
Was kommt als Nächstes?
Ab ins Lager?
P.S. Der Kollege Wendel hat zu meinem Artikel eine längere Replik verfasst: „Die Inflation der Nazi-Vergleiche“.
https://www.tangocompas.co/radio-riedl-wahn-antwortet/ (oberster Text)
Er will nun den Begriff „Parasit“ durch „Schmarotzer“ ersetzen. Dann bin ich ja beruhigt – klingt auch irgendwie „deutscher“…
Der Autor beklagt sich wortreich darüber, dass man heute Nazi-Vergleiche inflationiert, um sich wirkliche Argumente zu sparen.
Damit kann er mein Blog nicht meinen: Seit dessen Eröffnung Ende 2013 habe ich solche Vorwürfe nicht erhoben – weil meine Seite zwar immer wieder sehr scharf und oft unfair kritisiert wurde, man aber wenigstens Anleihen aus der Nazi-Sprache vermied. Erst seit etwa einem Jahr übertrifft sich das Triumvirat Wendel, Balzer und Beyreuther gegenseitig mit rhetorischen Ausfällen.
Wirklich erschreckend ist für mich, dass man offenbar keine Grenzen kennt. Man wirft mit jedem Dreckbollen, den man in die Finger kriegt: Da werden Hausverbote angeregt, Bücherverbrennungen empfohlen oder anonyme „Zeugen“ aus meiner früheren Tätigkeit als Lehrer zitiert.
Gleichzeitig scheut man sich nicht, mir immer mal wieder juristische Schritte anzudrohen. Praktisch umgesetzt hat man das nie – weil man genau weiß, dass es, außer Gebühren und Anwaltskosten, nichts bringen würde. Aber es macht sich halt gut, den Eindruck zu verbreiten, ich würde Ungesetzliches unternehmen – auch das eine subtile Art der Rufschädigung.
Immer wieder wird das „Selber-Argument“ eingesetzt: Wer selbst Satire betreibe, müsse mit Gegenwehr gleicher Qualität rechnen. Aber gerne doch – nur sehe ich da keine Qualität. Eher eine Aneinanderreihung übler Beschimpfungen.
Das zentrale Ärgernis scheint für Klaus Wendel zu sein, dass ich es wage, immer wieder Artikel von ihm zu besprechen – oft mit Lob, manchmal auch kritisch: Er habe mich mehrfach gebeten, sein Blog nicht ständig als Quelle meiner Texte zu „missbrauchen“.
Ich verwende Wendels Texte nicht als „Füllstoff“ meiner Veröffentlichungen. Ein paar eigene Gedanken steuere ich schon bei! Oft sogar ziemlich viele.
Tja, andere wären vermutlich froh, wenn man sich überhaupt mit ihrem Kram befassen würde. Im Tango ist das jedoch offenbar verboten. Wenn ein großer Maestro Weisheiten von sich gibt, hat man denen anscheinend nur demütig zu lauschen und ihnen zuzustimmen – anderes wäre vermutlich ungehörig. Für das Gedöns, das Wendel wegen dieser Sache veranstaltet, habe ich nur eine Erklärung: Er fürchtet, meine Besprechungen könnten überzeugender sein als die eigenen Darlegungen – und daher nichtsahnende Neulinge vom Pfad der Tango-Tugenden wegführen.
Ich fürchte, da könnte er recht haben!
Aber noch gilt in Deutschland halt die Pressefreiheit. Vor 1945 war das einfacher.

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