Von hübschen Sechzehnjährigen

Als Blogger stoße ich immer wieder auf Geschichten, die ich mich nie zu erfinden trauen würde. Der einzige Grund, warum ich über diese berichte: Sie sind wahr!

In der demnächst stattfindenden Landtagswahl im Bundesland Baden-Württemberg sahen die Chancen für die CDU nach dem Rückzug des grünen Winfried Kretschmann und dem Schwächeln seiner Bundespartei lange sehr gut aus. Obwohl der grüne Amtsbewerber Cem Özdemir allmählich aufholte.

Dem CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel, 37 Jahre jung und gutaussehend, fiel nun ein Video aus dem Jahr 2018 auf die Füße, in dem er für einen Lokalsender – damals als CDU-Landtagsabgeordneter – vom Besuch einer Realschule berichtete. Näher ins Gespräch kam er wohl mit einer Sechzehnjährigen, die ziemlich konträr auf seine Ansichten reagierte, welche er aber dann halbwegs umstimmen konnte. So viel zum Inhalt.

Was nun die Moral zum Überschäumen bringt, ist eine Passage, in der sich der junge Abgeordnete über seinen Besuch so äußerte: „Eine Klasse, 80 Prozent Mädchen. Also da gibt’s für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen.“ Die erste Fragerin habe „Eva“ geheißen: „Braune Haare, rehbraune Augen.“ Gegen Ende der Diskussion habe sich diese Schülerin nochmal mit den Worten gemeldet: „Ich wollte Ihnen nur sagen: So schlecht war’s jetzt ned.“ Danach spricht Hagel länger über die „Politikerverdrossenheit“ bei jungen Menschen. Aber das interessiert natürlich kaum einen…

 

https://www.youtube.com/watch?v=VxBBRr0a9Dk (ab 4:13)

„Zugespielt“ wurde das alte Video der grünen Bundestagsabgeordneten Zoe Mayer, die sich umgehend und natürlich öffentlich darüber erregte:

Sie kritisierte die Worte als „verbale Entgleisung": Warum beschreibe Hagel, damals 29 Jahre alt, Landtagsabgeordneter und Generalsekretär der CDU, das Aussehen einer Schülerin, wenn doch ihre Frage im Mittelpunkt stünde? Welches Signal werde damit an junge Mädchen und Frauen gesendet, die sich in der Politik engagieren wollen, fragte sie ihre Follower.

Das Video erreichte in kurzer Zeit fast 3 Millionen Zugriffe.

https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-aussage-ueber-schuelerin-kritik-an-video-ausschnitt-von-cdu-spitzenkandidat-hagel-100.html

Schwere Schäden scheint der Politiker Hagel bei der jungen Dame nicht angerichtet zu haben: Die BILD-Zeitung (wer sonst?) machte die inzwischen 23-Jährige nun ausfindig. Zur Sache befragt äußerte sie sich so: „Kann schon sein, dass er damals bei uns in der Klasse war. Aber ich erinnere mich nicht an ihn.“

https://www.morgenpost.de/politik/article411350037/was-schuelerin-eva-ueber-die-sexismus-vorwuerfe-rund-um-manuel-hagel-sagt.html  

Der Betroffene übt sich nun natürlich in Zerknirschung: „Dieser Satz war wirklich Mist, daran habe ich nie einen Zweifel gelassen. Ich würde diesen Satz heute auch nie mehr so sagen und bereue das von ganzem Herzen.“

https://www.deutschlandfunk.de/cdu-spitzenkandidat-hagel-zu-online-video-ich-bereue-das-von-ganzem-herzen-102.html

„Meine Frau hat mir wirklich auch gleich an dem Abend ordentlich den Kopf gewaschen“ – so der ertappte Spitzenkandidat. Gut, persönlich wasche ich mir die Haare selber. Meine Frau hat Besseres zu tun. Außerdem ist sie von mir ärgere Sprüche gewöhnt.  

Gut möglich, dass Hagel seine unbedachte Äußerung den Wahlsieg kostet. So oberflächlich urteilt man heute über andere. Und dann wird man ausgerechnet wegen einer Eva aus dem Paradies vertrieben! Hatten wir das nicht schon mal  durch vegane Ernährung?

Es ist dem Gegenkandidaten Cem Özdemir hoch anzurechnen, dass er beim Skandalisieren nicht mitmachte und den Kollegen in Schutz nahm: Er sei sich sicher, dass Hagel es heute nicht mehr so formulieren würde. Zudem komme das Video nicht von der grünen Landespartei, sondern von der betreffenden Bundestagsabgeordneten.

https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-aussage-ueber-schuelerin-kritik-an-video-ausschnitt-von-cdu-spitzenkandidat-hagel-100.html

Was ich an den Medien immer schlimmer finde: Ich habe eine halbe Stunde gesucht, bis ich das Original-Video des Gesprächs mit Manuel Hagel fand. Dafür sehr schnell kommentierte Video-Schnipsel. Immer mehr liefern uns die Medien Tatsachen nur noch in Kombination mit vorgefassten Ansichten. Eigenes Denken und Urteilen ist wohl unnötig, ja unerwünscht. Wir können ja sonst nichts einordnen"...

Bei weiblichen Grünen scheint es zur Standard-Prozedur zu gehören, männliche Konkurrenten (gerne auch aus der eigenen Partei) über sexuelle getönte Vorwürfe loszuwerden. Über den Fall Stefan Gelbhaar habe ich schon berichtet:

https://milongafuehrer.blogspot.com/2025/01/von-ausbleibender-belastigung.html

Da breitet sich ein verklemmter Neo-Viktorianismus aus, den ich mir in jüngeren Jahren nie hätte vorstellen können. Ich weiß nicht, ob man männlichen Politikern inzwischen nicht raten sollte, sich vorsichtshalber kastrieren zu lassen – oder zumindest via Standesamt das Geschlecht zu wechseln.

Ich glaube, dass dahinter nicht nur verspießerte Dummheit steht, sondern ein klares politisches Kalkül. Solche „Affären“ kommen ja meist kurz vor Wahlen zum Ausbruch. Dann wird gerne mit feministischem Dreck geworfen.

Wie wäre es, wenn man sich noch mehr um die wirklichen Probleme weiblicher Wesen hierzulande kümmern würde? Beispielsweise, dass es die Politik und Gesellschaft ums Verrecken nicht hinkriegt, genügend Frauenhaus-Plätze zu schaffen? Oder die Justiz via Gesetzesänderung dazu anzuleiten, bei häuslicher Gewalt nicht das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung zu verneinen? Nur in wenigen Prozent werden Anklagen erhoben, ansonsten auf den „Privatklageweg“ verwiesen oder „fehlende Beweise“ vorgegeben. Merke: Frauen daheim zu misshandeln ist im Zweifel „Privatsache“!

https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/02/berlin-brandenburg-haeusliche-gewalt-strafverfahren-wenige-anzeigen.html#:~:text=H%C3%A4usliche%20Gewalt:%20Ermittlung%20f%C3%BChrt%20selten%20zur%20Anklage.

Das Schlimmste ist, dass man mit einem solchen Schmierentheater berechtigte Anliegen des Feminismus ins Lächerliche zieht und somit den Frauen eher schadet als nützt. 

Persönlich finde ich nicht nur manche Menschen hübsch – egal welchen Alters und Geschlechts, sondern ebenso beispielsweise Kaninchen oder Katzen. Das bedeutet nicht, dass ich mit all denen in sexuellen Kontakt treten möchte. Ich kann Schönheit ohne sexuelle Regungen bewundern. Und sogar Frauen attraktiv finden, die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen. Noch traue ich mich, diese verwerflichen Neigungen zuzugeben. Schließlich möchte ich nicht gewählt werden – von wem und wozu auch immer. Ich frage mich dennoch, wie sich ein solches spießiges Aufpassertum auf die menschliche Kommunikation auswirkt.

Am schlimmsten finde ich die „Schere im Kopf“, welche durch derartigen Killefit entsteht. Ich habe die auch schon beim Tango verspürt. Gelegentlich war ich auf Milongas drauf und dran, einer Tänzerin mitzuteilen, dass ich ihr Erscheinungsbild sehr hübsch fände. Meist habe ich es unterlassen – ich wollte ja nicht als „Belästiger“ rüberkommen.

Aber wir Deutschen sind ja ein moralisch äußerst hochstehendes Volk: „2,6 Millionen Euro Umsatz wird weltweit pro Tag mit Internet-Pornografie gemacht. Deutschland liegt laut einer Studie von SimilarWeb mit 12,5 Prozent seines Datenverkehrs ganz weit vorn im Porno-Konsum – noch vor den USA mit 8,3 Prozent.“

https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/dokthema/pornoland-deutschland-108.html

Da sollten wir uns unbedingt um nicht ganz geglückte Politiker-Sätze kümmern!

Nannte man Komplimente früher nicht „Artigkeiten“? Ich habe nachgesehen:

„Versäume nicht, der Dame einige Artigkeiten zu sagen, vermeide es, andere Damen zu loben. [Roeder, Fritz: Anstandslehre für den jungen Landwirt, bes. f. d. Schüler landwirtschaftl. Lehranstalten.“ In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia 2004 [1929]

https://www.dwds.de/wb/Artigkeit 

P.S. Und nun die ganze Wahrheit über den Fall Hagel:

https://www.youtube.com/watch?v=0ZS-Vecam7U

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Kommentare

  1. Das Aussehen von Politikerinnen und Politikern spielt bei Wahlentscheidungen eine wichtige Rolle. Siehe beispielsweise die „schöne Kommunistin“ Sahra Wagenknecht! Oder der fast ebenso schöne Christian Lindner (früherer Spitzname „Bambi“ – ja, die rehbraune Schönheit…).
    Nach einer soziologischen Untersuchung ist das Äußere die zweitwichtigste Eigenschaft bei Personen-Wahlen. An erster Stelle steht der Bekanntheitsgrad. Erst auf Platz 3 folgt die Kompetenz.
    Generell haben Männer niedrigere Attraktivitäts-Werte.
    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/studie-zur-attraktivitaet-von-politikern-schoener-waehlen-a-1187152.html
    Ich glaube, wir sollten uns nicht in die Tasche lügen: Das Aussehen spielt auch in unserem privaten Umgang eine wichtige Rolle. Auch im Märchen ist Böses stets hässlich – und der edle Prinz berückend schön!

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