Das Blog des Whistleblowers

 

„Ein Whistleblower (im deutschen Sprachraum zunehmend auch Hinweisgeber, Enthüller oder Aufdecker) ist eine Person, die für die Allgemeinheit wichtige Informationen aus einem geheimen oder geschützten Zusammenhang an die Öffentlichkeit bringt.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Whistleblower

Mein letzter Artikel hat, wie zu erwarten war, einigen Staub (oder vielleicht besser: Dreck) aufgewirbelt. Insbesondere der sich „Arthur Dent“ nennende Vielfach-Poster war natürlich fuchsteufelswild und hielt es daher für richtig, mich nicht nur auf meiner eigenen Facebook-Seite, sondern auch andernorts heftig zu kritisieren. Was sind die Vorwürfe?

Ich würde, was offenbar aus seiner Sicht verboten ist, „Fullquotes“, also längere Zitate von ihm verwenden. Nach dem Urheberrecht ist das jedoch erlaubt, da ich mich argumentativ damit auseinandersetze. Ob seine Sprüche die geforderte „Schöpfungshöhe“ besitzen, um überhaupt ein Copyright beanspruchen zu können, wäre dann noch die Frage. Wenn ich kürzere Zitate verwende, heißt es aber wieder, ich würde aus dem Zusammenhang reißen". Da sollten sich meine Kritiker mal einigen...

Weiterhin würde ich ihn und andere „diffamieren“. Auf Nachfrage schweigt er sich aber darüber aus, wie und wo ich Verbotenes wie Verleumdung oder Üble Nachrede eingesetzt hätte. Ich bin sicher: Weil er es auch nicht belegen kann.

Ferner meint er, ich sei verpflichtet, ihm Artikel zu melden, in denen er zitiert wird. Wäre pressemäßig etwas ungewöhnlich, wenn beispielsweise ein Journalist der Kanzlerin jeweils anzuzeigen hätte, wenn er Äußerungen von ihr in einem Artikel verwendet. Aber offenbar nimmt Herr Dent da eine Ausnahme-Stellung ein…

Vor allem aber bedient mein Kritiker die alte Kamelle, ich würde unerlaubt aus „privaten“ respektive „geschlossenen“ Facebook-Gruppen zitieren. Ein anderer Scherzbold drohte mir gar an, mich bei weiterer Renitenz aus dem Forum „KoKo Tango“ entfernen zu lassen.

Leider geht das nicht mehr, da ich die Gruppe im Juli 2018 bereits verlassen habe. Für die, welche dereinst noch nicht dabei waren:

Mein Austritt erfolgte damals nach einer Hetzkampagne gegen mich, in der man meinen Rausschmiss forderte, weil ich angeblich nicht über Debatten dort berichten dürfe. Ich habe mich damals in der Gruppe der Diskussion gestellt und war auch zum Entgegenkommen bereit. Meinen damaligen Beitrag findet man hier:

http://milongafuehrer.blogspot.com/2018/07/lange-wird-nicht-endlich-gut.html 

Das Resultat: Kein Mensch ging darauf ein. Stattdessen wurden die Forderungen nach meinem Ausscheiden noch drastischer. Also zog ich die Konsequenzen. Auch das kann man nachlesen:

http://milongafuehrer.blogspot.com/2018/07/in-eigener-sache.html

Ich kann allerdings bis heute alles mitlesen, was dort geschrieben wird. Dies ist der beste Beweis dafür, dass die Gruppe alles andere als „geschlossen“ oder gar „vertraulich“ ist. Offenbar kann man sich dort unter beliebigem Pseudonym (wie Herr „Dent“) anmelden. Wie ich bereits im Blog des seligen Cassiel feststellen durfte, fördert dies natürlich die Bereitschaft zu verbalen Exzessen. 

Manchen Mitgliedern scheint das allmählich klar zu werden:

„Ich denke gerade darüber nach, welchen Phantasienamen ich annehme um danach so richtig verbal auf irgendwelche Leute eindreschen zu können. Einfach mal so. Welche Begrifflichkeiten dazu geeignet und rüde genug sind, kann ich mir hier in der Foren ja schon mal einige sammeln.“

Auch dem bereits zitierten Manfred Schreiber scheint das nun zu dämmern:

„Bei ca. 800 Mitgliedern habe ich mir zuvor nicht klar gemacht, dass das theoretisch nicht private Zwiegespräche sind, sondern Zweiergespräche wie in einem voll besetzten Theater.“

In einem Beitrag vom 15.1.21 nahm man dort Fotos eines Tangodanza-Artikels wieder heraus, da man fürchtete, doch „öffentlich“ zu sein und so das Copyright zu verletzen. Mit Recht, wie ich meine.

Die Administratorin, die selber ebenfalls unter Pseudonym firmiert, steht voll und ganz dazu, Identitäten nicht zu überprüfen:

„Check unsre Gruppenregeln: Klarnamen sind nicht nötig. Und auch nicht überprüfbar. Wozu auch?“

Na ja, ich schaue mir in solchen Fällen zumindest das FB-Profil an. Wenn dort der Informationsgehalt gegen Null geht oder aggressive Tendenzen spürbar sind, nehme ich Bewerber nicht in unsere Tangogruppe auf.

Ich finde es übrigens interessant, dass Frau „Elijah Nur Filbustan“ sich bislang noch nicht zum aktuellen Fall geäußert hat, obwohl das von Gruppenmitgliedern gefordert wurde. Ich hatte ihr sogar einmal einen Offenen Brief geschrieben, den sie natürlich ignorierte:

http://milongafuehrer.blogspot.com/2020/01/offener-brief-elijah-nur-filbustan.html

Was soll sie auch sagen? So lange das „Geschäftsmodell“ dahin geht, möglichst viele Mitglieder und Kommentare anzulocken, wird man es nicht anders machen können.

Arthur Dent hält mir auch vor, man könne mit mir nicht auf Augenhöhe diskutieren: Im Gegensatz zur offenen Diskussion hier im Forum - können sich die Diskussionsteilnehmer noch nicht einmal Aug-in-Aug / Wort-in-Wort gegenüberstehen.“

Doch, könnte man, beispielsweise auf meinem Blog. Aber da schreibt man lieber nichts – man will ja nicht noch mehr Leser dorthin locken.

Ich will nun die ganzen Hobbyjuristen und Moralprediger nicht daran hindern, weiter über Zitatenrecht und Persönlichkeitsschutz zu fantasieren – statt sich endlich einmal mit Inhalt und Absicht meiner Artikel zu befassen:

Den vorherigen habe ich geschrieben, weil ich es unmöglich finde, wie Menschen im Tango miteinander umgehen. Wer einem Kollegen ein „wohl erbärmliches Leben“ bescheinigt oder schreibt „Du benötigst die ‚Ersatzbefriedigung Tango‘, im ‚körperlichen Reiben an Frauenkörpern‘!“, diskutiert nicht „auf Augenhöhe“. Eher sind da die Glubscher in Höhe des Hosentürls. Und ich bin in dieser Diktion ein „creepy Voyeur“. Na ja, „gruselig“ finde ich da was anderes… 

Was ich nicht verstehe: Warum teilt man einem solchen Großsprecher, der wahrlich im Trumpschen Stil agiert, nicht mal mit, er solle in einer Tangogruppe ein Minimum an Kinderstube zeigen? Aber ich weiß schon, was der antworten würde: Meine Einwände seien halt „Fake News“.

Diese Missstände greife ich nicht mit moralinsauren Abhandlungen an, sondern mit dem Stilmittel der Satire. Das liegt schon deshalb nahe, weil viele der Äußerungen ein unfreiwillig komisches Potenzial besitzen. Und viele lesen halt Texte lieber, wenn sie was zum Lachen haben.

Klar, die durch den Kakao Gezogenen mögen das nicht automatisch lustig finden, verstehe ich ja. Aber so ist halt das Leben – ob auf dem Nockherberg oder in „Gerhards Tango Report“. Ich würde den „Derbleckten“ raten, sich bayerische Politiker zum Vorbild zu nehmen, die eben Humor haben – oder dies überzeugend darstellen können. Oder, noch besser: In Zukunft solche Streithanseleien zu lassen.

Mit pseudo-juristischer oder moralischer Empörung kriegt man mich jedenfalls nicht. Das haben schon viele vergeblich versucht. 

Heute habe ich auf meinem Blog zwei anonyme Kommentare erhalten (die ich natürlich nicht veröffentlichte). Ich glaube, dies zeigt ein Grundproblem, aus dem solche Aufregungen entstehen: Es herrscht im Tango eine unglaubliche Geheimniskrämerei. 

Deren Ursache liegt wohl in der Angst, man könnte im ach so „sozialen“ Tango aussortiert werden, wenn man seine Meinung allzu öffentlich vertritt. Veranstalter und Tangolehrer fürchten eine Abwanderung der Kundschaft, DJs einen Rückgang der Angebote, Männer Körbe und Frauen, dass sie dann den ganzen Abend herumsitzen. Diese „geräuschlosen“ Ausgrenzungen halte ich für höchst gefährlich.

Na gut, wenn dem so ist, muss es im Tango auch einzelne Leute geben, denen das piepegal ist. Diese Rolle spiele ich weiterhin gerne!   

Bin ich tatsächlich ein Whistleblower? Ich glaube nicht. Aber notfalls kann ich ja Asyl in der ecuadorianischen Botschaft beantragen. Vielleicht tanzt man dort sogar Tango

Kommentare

  1. Mein Kritiker Klaus Wendel erweist sich in der immer noch heftig tobenden Debatte auf „KoKo Tango“ als Meister der Metapher. Zitat:

    „Bildlich betrachtet: Riedl kämpft nicht mit dem Stier, sondern lässt sich ein Steak vom Stier mundgerecht von einem Freund - weil er selbst nicht mehr rein darf - beim Metzger einkaufen und mitbringen. Würzt es dann und haut es in die Pfanne, verspeist es dann vor seinem Publikum in seiner Arena und lässt sich danach wie ein Stierkämpfer feiern.“

    Zusammengefasst: Wer mich angreift, den haue ich in die Pfanne. Gar nicht so schlecht…

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