Umme Engarmung



Seid umschlungen Millionen!
Diesen Kuss der ganzen Welt!
Brüder – überm Sternenzelt
muss ein lieber Vater wohnen.

Wem der große Wurf gelungen,
eines Freundes Freund zu sein;
wer ein holdes Weib errungen,
mische seinen Jubel ein!

(Friedrich Schiller: „An die Freude“)

Der Dichter weiß: Umarmung kommt immer gut – insbesondere gepaart mit dem Heilsversprechen, Männer könnten damit ein holdes Weib erringen“.

Kein Wunder, dass „El Abrazo“, wie der maskuline Klammerreflex der „engen Umarmung“ auf Spanisch heißt, derzeit im traditionellen Tango Hochkonjunktur hat: Der werbewirksame Begriff schmückt Tangostudios wie das gleichnamige in Hamburg, gleich zwei Umarmungen („Dos Abrazos“) gibt es in Erfurt und Thüringen, bei „Abraz Tango“ kann man in Karlsruhe und Baden-Baden Tango lernen, und selbstredend gibt es einen El Abrazo Tango Club“ in Buenos Aires.

Ein Tangofestival in Metz nennt sich ebenfalls „Abrazo“, bei „abrazos tango wear“ kauft man seine Klamotten fürs umarmte Vergnügen, und wenn man dabei noch zum Lesen eines Tangobuches kommen sollte, dann natürlich beim „Abrazos Verlag“ in Stuttgart (und Córdoba!).

(Quellen: u.a.

Kein Wunder, ist doch der Tango nach konservativer Anschauung nur „umarmtes Gehen“ – oder, wie die „Vor-Gänger“ dieses Tangostils, Sedó und Engel, die „umarmten Gegangungen“ zu hispanisieren belieben: „Caminar abrazados“.

Doch keine Suppe ohne Haar: Was die Apologeten des „Abrazo“ als höchste Vollendung des Tanzes aus den Kaschemmen preisen, gerät für manche Frauen zu einer größeren Nötigung als das verbale Auffordern. So beschreibt eine Tänzerin in einer Mail an mich ihr Gespräch mit Tangueros:

„Ich habe mal wieder fallen gelassen, dass ich es nicht mag, wenn mich die Männer immer so ‚zur Brust nehmen‘. (…) Dann ging es eben um die Führung in der engen Tanzhaltung (…) Also wurde ich natürlich belehrt (stimmt ja auch), dass ich ja gar nicht die Führung ‚ablesen‘ solle, sondern vom Mann mit dem Brustbein geführt werde und das daran merken müsse. (…)
Nicht ganz zustimmen wollten mir die Herren dahingehend, dass gewisse Figuren, Schrittkombinationen... in der engen Tanzhaltung einfach nicht möglich seien bzw. das Erkennen jener dann schon schwierig wird mit Führung nur übers Brustbein in enger Haltung.“

O mei, liebe Tangokollegin, da fehlt aber schon Grundlagenwissen im Fach „Männerkunde“: „Brustbein“ – seit wann interessieren sich die männlichen Wesen für Knochen, welche sie überdies auch selber haben? Wichtiger ist da wohl die Fühlungnahme mit zwei entscheidenden Faktoren männlichen Tanzinteresses...

Das haben offenbar auch Designer eines Modelabels erkannt und den schönen Titelbegriff für eine Dessous-Serie verwendet:


Somit sind wir endlich beim zentralen Thema: Wie bekommt man ein Geschlecht aufs Parkett, welches Tanzen normalerweise für „schwul“ hält und sich dies höchstens im besoffenen Zustand antut? Richtig: Mit dem Heilsversprechen, möglichst nah an die Weiber zu kommen, ohne die Hinterflossen allzu sehr bewegen zu müssen. Wenn‘s dann auf dem Tanzboden noch richtig schön eng zugeht, so dass man eh nicht viel machen kann: ein Traum! Und das Ganze völlig verdachtsfrei, da auf Jahrtausende alten argentinischen Traditionen beruhend perfekt! 

Wenn ich selber tanze, verschwende ich kaum einen Gedanken zur Frage des Abstands – der ergibt sich situativ je nach Musik und Körpersprache. Wenn sie weiter weg bleiben will, kein Problem! Sollten wir beide gut tanzen, ist oft mehr möglich, da der Bewegungsspielraum größer ist. Zudem ist meine Sehnsucht sehr begrenzt, minutenlang mit feuchter Stirn an Chemikalien-Friedhöfen zu pappen, welche nach weiblicher Lesart „Frisur“ genannt werden. Und von der Konsistenz solcher Keratin-Produkte scheint mir die folgende Verwendung des Labels „Abrazo“ weit naheliegender:


Ein tröstlicher Tipp für meine Geschlechtsgenossen: Wenn ich bei einer sehr guten Tänzerin möchte, dass sie mal näher kommt, verwende ich keinen „Klammergriff“ – im Gegenteil. Ich nehme meine rechte Hand von ihrem Rücken. In dem Moment braucht sie mehr Körperkontakt, und voilà! (Zur Unterscheidung: Nach neuer Mode ausgebildete Tangueras geraten dabei sofort ins Schlingern.)

Und etliche Frauen auch dies kann ich aus weltmännischer Erfahrung bestätigen genießen diese Nähe ja durchaus. Und es gibt Verteilungsmuster des Unterhautfettgewebes, welche hinsichtlich der begrenzten Armlänge gar keine weitere Umarmung ermöglichen!

Insgesamt kann ich der Mail-Autorin nur Recht geben, wenn sie schreibt:

„Abschließend gab ich noch zu bedenken, dass der momentan immer weiter verbreitete Stil der reduzierten Bewegungen und kurzen Strecken beim Tango natürlich der engen Tanzhaltung entgegen kommt, da ohnehin wenig verschiedene Schritte nötig wären. Und dass ich für meinen Teil eher die andere Art des Tanzens bevorzuge, aber selbstverständlich immer auf den Stil des Führenden eingehe. Da wurde dann ein bissl so rumgemurmelt ;-), Zustimmung war es wohl keine, eher, hmmm, aha, naja... (…)

Aber trotzdem: Mir gefallen Barridas, in die ich mich schwungvoll hineindrehen kann, meine Verzierungen machen, das Ganze mal schnell, mal langsamer, trotzdem besser als die, wo mich der Mann einfach nur mit einem kleinen Vorwärtsschritt abstoppt und ich drübersteige. Und ich mag schöne, große Vorwärts-Ochos trotzdem lieber als dieses dauernde Mini-Arschgewackel und ...“

Letzteres ist ja auch der Grund, wieso sich das Solo-Gehen (in der Leichtathletik) nie so recht durchgesetzt hat:



Aber auch beim Erlernen des Gehens zu zweit ist zu beachten: Viel Reden darüber erspart Ihnen die praktische Ausführung, wie das auf zwei Schulungsvideos zum Thema „Abrazo“ (von Google ganz weit oben gelistet) wunderbar zum Ausdruck kommt. Dabei unterscheiden sich Amateure nicht wesentlich von Weltstars:





Zur Entschuldigung muss man sagen: Die beiden verkaufen in erster Linie Tangoschuhe:

Nun aber zum professionellen Sabbel-Marathon:



Und nicht übersehen: Ganz zum Schluss (ab 14:39) gibt es noch zwei Schritte: Hurra, es funktioniert!


P.S. Auf dem Forum „tanzmitmir“ hat nun „Cassiel“ einen längeren Beitrag zu diesem Artikel verfasst. Ich füge ihn hier an, da der Arme ja ohne Aufgabe seines Pseudonyms auf meinem Blog nicht kommentieren kann. Zudem fehlt es ihm nach faktischer Aufgabe des Bloggens womöglich an Popularität.


Weiterhin glaube ich nicht, dass fiktive Figuren des Internets ein Urheberrecht beanspruchen können. Einem Rechtsstreit hierüber sähe ich daher gelassen entgegen.



Hier der Text (zur Wahrung der Authentizität habe ich die Rechtschreibfehler belassen):



„Hallo Gerhard,

so, so, Du hast also recht plakativ zur Umarmung geschrieben. Mit einem nur mäßig komischen Wortspiel als Überschrift (ich bevorzuge übrigens das Wortpaar geschlossene vs. offene Umarmung – eine weite Umarmung, als Gegensatz zur engen Umarmung, gibt es nämlich m.E. nicht), führst Du eine isolierte Meinungsäußerung einer Tänzerin als scheinbaren Beweis dafür an, wie unpassend doch die gleschlossene Umarmung sei; die Tänzerin fühlte sich zur Brust genommen, was sie augenscheinlich nicht mochte.


Das ist auf den ersten Blick eine legitime Meinungsäußerung. Leider verkennt die Urheberin (und in der Folge auch auch Du als Autor), dass es schon viel früher begonnen hat, aus dem Ruder zu laufen. Bevor man sich auf eine Tanzpartnerschaft einlässt, hat man fast durchweg die Möglichkeit, sich von den Qualitäten des Gegenübers vorab in der Milonga zu überzeugen. Wenn dann eine Aufforderung per Mirada und Cabeceo in der entsprechenden Ümgebung üblich wäre, wäre das Problem höchstwahrscheinlich überhaupt nicht entstanden. In der konkreten Situation hat die entsprechende Dame dann zusätzlich ja noch immer die Möglichkeit, Impulse zu geben, die dem Führenden anzeigen, wie sie die Umarmung gestaltet haben möchte. Deswegen verstehe ich das nachträgliche Gemeckere nicht so ganz. (Nebenbei bemerkt: Man kann sich natürlich auch entschließen, jemanden aufzufordern, der – bzw. die – lange gesessen ist – bzw. eine Aufforderung zu akzeptieren, weil man selbst lange gessessen ist. Dann sollte man sich nur anschließend nicht beschweren, wenn es nicht hundertprozentig schön war.)


Im übrigen gibt es höchst unterschiedliche Sensibilitäten. Es gibt beispielsweise auch Damen, die es überhaupt nicht mögen, mit den Armen geführt zu werden (was mir persönlich häufiger bei Vertretern der offenen Umarmung auffällt). Merke: Arme, die arbeiten, können nicht sanft umarmen.


Der Rest des Artikels besteht aus mehr oder weniger glücklich gewählten Analogien (vom Tanzstudio über Dessous bis zum Topfschwamm; eine beeindruckende Internetrecherche) und ich verstehe nicht, was das nun unbedingt mit dem Thema zu tun hat. Wahrscheinlich muss man es unter dem Begriff Satireversuch subsumieren.


Und weil ich hier schon schreibe, muss ich wohl kurz auch auf Kommentator Peter R. eingehen. Es ist langsam ermüdend, von irgendwelcher angeblichen Gewalt zu lesen. Das entspricht nach meinen Beobachtungen auch nicht der Realität im Tango-Alltag. Es ist eine andere Tango-Philosophie und wer das nicht mag, der lässt es eben bleiben. Phantasien über Schienbeintritte bzw. Knoblauchverzehr vorab entspringen vermutlich eher einem extrem juvenilen Humorbegriff und sind keine ernstzunehmende Strategie für den sozialen Tango.


Auch auf die Gefahr hin, mich hier zu wiederholen: Worum geht es denn im Tango? Es ist vollkommen in Ordnung, wenn für manche der primäre Fokus auf der Bewegung liegt. Sich aber nun zu beschweren, wenn es für andere um die Verbindung im Paar geht (und dies auch z.B. in einer geschlossenen Umarmung sichtbar wird), halte ich für ziemlich unangebracht.


Einstweilen viele Grüße“

Die gesamte Diskussion findet man hier: http://www.tanzmitmir.net/tanzpartner-boerse/viewtopic.php?t=19294&start=15&sid=8a6bfae3b3f91905ccd34a3f753f3c4b 

Meine Antwort dazu steht im Kommentarbereich! 

Kommentare

  1. Robert Wachinger25. Juni 2017 um 14:47

    Ich habe "damals" gelernt, dass der Mann anbietet, aber die Frau den Abstand bestimmt (und so halte ich das auch. Hoffentlich ;-) , weiss ja nicht, wie weit da mein Selbstbild vom Fremdbild abweicht ...)

    Ich persönlich mags zwar eng lieber (und je sympathischer die Dame, umso enger ...), aber was gibt es Schöneres, als wenn die Dame von sich aus und freiwillig, den Abstand reduziert? ;-)

    PS: ich glaube, dass es eine Dame, die ein prinzipielles Problem mit körperlicher Nähe zu einem (fremden) Mann hat, es nicht lange beim Tango hält, sofern sie sich überhaupt jemals für Tango interessiert hätte ...

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    1. Ach, ich glaub schon, dass Du es richtig machst - Körbe kriegst Du ja offenbar kaum. Auf Freiwilligkeit zu setzen kommt jedenfalls immer gut an.

      Das mit der körperlichen Nähe stimmt schon - aber wenn ich mir die "Tanzschul-Ehepaare" betrachte, die momentan beim Tango aufschlagen...

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  2. Das Problem hat schon Goethe erkannt: "Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!", mit, wie wir als gebildete Menschen wissen, tödlichem Ausgang. Da hilft nur ein sanfter Tritt gegen das Schienbein oder eine andere sensible Männerstelle. Vorbeugend kann frau auch vor dem freudigen Ereignis Knoblauchzehen verzehren und bei Bedarf mit einem lang gehauchten "aha!" ihrem Partner schmeicheln und die nötige Distanz herstellen. Tanzen war halt schon immer die einzig legale Art, sich dem anderen Geschlecht (oder dem eigenen, je nach Einstellung) auf nächste Distanz zu nähern. So ein Recht steht mir als Mann schließlich zu, Gleichberechtigung hin oder weg.

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    1. Ja, das von Dir beschriebene Männerbild hat derzeit beim Tango wieder Konjunktur!

      Neben Knoblauch könnte auch Piazzolla helfen...

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  3. Gehen gern eng (wenn Frau einverstanden)! Nur leider ist meine Erfahrung: Paralleles Gehen voreinander ist scheinbar simpel, überfordert aber viele Ladies, weil sie erstaunlicherweise nicht gelernt haben, erst abzusetzen, wenn der Führende seinen Schritt gesetzt hat. - Und alles andere: Mit so viel Abstand wie erforderlich. - Auf Abstand kann man alles tanzen, eng aber halt nur wenig: "Mini-Arschgewackel", wie die Dame im Beitrag so herrlich formuliert.

    Und dass es möglich ist, auch ohne jeden Körperkontakt zu Führen und zu Folgen, demonstrieren Gustavo Naveira und Giselle Ann hier wunderbar: https://youtu.be/iNMYS-Sbqsg

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    1. Ja, das einspurige Gehen (inside) ist zwar total tangotypisch, aber auch schwierig und daher selten zu sehen.

      Und klar kann man auch ohne Körperkontakt führen (wenn man's kann) - danke für das Video!

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    2. Markus Betz, WI26. Juni 2017 um 18:27

      Hallo Harri,

      "(..)überfordert aber viele Ladies, weil sie erstaunlicherweise nicht gelernt haben, erst abzusetzen, wenn der Führende seinen Schritt gesetzt hat.(..)"

      schön wie wunderbar dieses von dir selbst gewählte Video deine eigene Kritik an den Ladies wiederlegt ;-) bitte nichts für ungut :-)

      Zunächst ist ja über die Erfahrung des gezeigten Paares keine irgendwie geartete Diskussion notwendig, richtig?

      Wenn du nun dieses Video über die YT Einstellungen in 0,25er Geschwindigkeit ablaufen lässt, so wirst du fasst immer folgendes sehen können: Angebot, Annahme und "Gemeinsames" beenden des initierten Schrittes, egal wohin.

      Einfach großartig, weil man hier durch den großen Abstand genau dies verfolgen kann.

      Der/die Führende/r ist beim Start immer die Fraktion einer Sekunde im voraus bereits im klaren, welcher Schritt als nächstes durchgeführt werden soll.
      Und durch das gemeinsame Timing Gefühl lässt sich dies auch so realisieren.
      Dazu benötigt man aber ein paar gemeinsame Tandas....

      Vielleicht nimmst du diese Überforderung wahr, weil du nicht auf deine Folgende wartest, dadurch entsteht sehr schnell ein überrennen.

      Ich selbst finde es manchmal einfach wunderbar, einen kompletten Tangotitel lediglich laufend im parallelen, links gekreuzten, rechts gekreuzten System in unterschiedlichen Tempi mit Verdopplungen und hinter/-vordergekreuzten Schritten, zu tanzen, mal mit mehr, mal mit weniger Variationen, macht echt Spaß :-) vor allem nach einer Milonga Tanda ;-P

      LG
      Markus

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    3. Hallo Markus,

      glaube, nicht richtig von Dir verstanden worden zu sein.

      Bei parallelen Gehen voreinander (Gerhard nennt es einspurig inside) in enger Umarmung besteht die Gefahr, dass er ihr auf die Füße tritt, wenn er z.B. rechts vor und sie links zurück geht. Da sie nicht (genau) weiß, wie groß sein Schritt wird, darf sie erst kurz nach ihm ihren Schritt beenden. - Bei geübten Paaren sieht es gleichzeitig aus.

      Das Problem des "Überrennens" kann z.B. beim Kreuz entstehen, beim o.a. Gehen nicht.

      Schönen Gruß
      Harri

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    4. Also, ich will ja der Diskussion über Zeitlupenaufnahmen, wer welchen Fuß als Erster absetzt, nicht im Wege stehen – dennoch:

      Ich hatte in den letzten zwei Tagen wieder einmal die Ehre, mit mehreren sehr guten Partnerinnen tanzen zu dürfen. Gestern Abend dachte ich dabei schmunzelnd an solche Debatten: Ich könnte in keinem Fall sagen, wie in diesen Fällen die Chronologie des Belastungswechsels verlief. Das einzige, was ich weiß: Wir hatten beide eine Menge Spaß!

      Leute – der Tango ist durch technische Details nicht umfassend zu beschreiben. Eher habe ich manchmal den Eindruck, man analysiert ihn zu Tode…

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    5. Markus Betz, WI27. Juni 2017 um 19:18

      Naja, ich weiß, ist eher Akademisch, sobald es aber im Paar Spaß macht und es genossen werden kann, ist ja alles Großartig.

      Und damit der nächste der an meinen Holzkopf klopft, ;-P, ich konnte aber nicht anders....

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    6. Nein, ist schon in Ordnung, kein Problem! Ich wollte nur mal wieder die "Sinnfrage" stellen.

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    7. Robert Wachinger29. Juni 2017 um 22:33

      ohoh, die "Sinnfrage" ...
      hier stimme ich der Manu aus ihrem letzen Blogartikel zu: "Sandlöcher mit Wasser füllen ist sinnlos aber lustig" ;-)
      Auch "akademische Diskussionen" (auch "Hirnwixereien" genannt) können sinnlos aber lustig sein ...

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    8. Können schon - im vorliegenden Fall fand ich's eher nicht lustig.

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  4. Lieber Gerhard!

    Ein tolles "Tangofrauen-Weltbild" hat der Herr Cassiel da. *achtungironie*

    „Nebenbei bemerkt: Man kann sich natürlich auch entschließen, jemanden aufzufordern, der – bzw. die – lange gesessen ist – bzw. eine Aufforderung zu akzeptieren, weil man selbst lange gessessen ist. Dann sollte man sich nur anschließend nicht beschweren, wenn es nicht hundertprozentig schön war.)“


    Aha! Jetzt versteh ich!
    Wenn man als Frau eine Zeitlang herum sitzt und dann endlich mal wieder aufgefordert wird, dann hat man doch bitteschön entsprechend dankbar zu sein und nicht herum zu zicken, wenn man dann mal ein bisschen enger ran genommen wird, obwohl man das nicht will (und auch signalisiert, dass man das nicht will – denn ich glaube, die wenigsten Tangueras geben sich einem solchen Gebaren kampflos hin)

    „Sich aber nun zu beschweren, wenn es für andere um die Verbindung im Paar geht (und dies auch z.B. in einer geschlossenen Umarmung sichtbar wird), halte ich für ziemlich unangebracht.“

    War da beim Tango nicht irgendwas mit „Tanzen“? Und bitte: für anderE (plural! = zwei ) und nicht für eineN andereN!

    „In der konkreten Situation hat die entsprechende Dame dann zusätzlich ja noch immer die Möglichkeit, Impulse zu geben, die dem Führenden anzeigen, wie sie die Umarmung gestaltet haben möchte.“

    Ich wünsche dem Herrn Cassiel mal, dass er sich für die nächsten 10 Milongas, die er besucht, in eine Frau verwandelt. Dann würde er nämlich feststellen, wie oft diese Signale von Männern ignoriert werden, aus welchen Gründen auch immer (vom Mann gewollte „Paarverbindung“, eine eigene schlechte Achse, die der Frau zugeschrieben wird, nie richtig erlernte offene Tanzhaltung…)

    Was mich an der – hier vor allem von Männern geprägten – Diskussion um die enge (oder geschlossene) Tanzhaltung stört ist, dass man als Frau immer mehr den Eindruck bekommt, es stelle eine Art Qualitätsmerkmal einer Tänzerin dar, wenn diese immer/oft/gerne sehr eng tanzt. Und manchmal habe ich den Eindruck, dies ständig zu suggerieren hat auch System…

    Liebe Grüße
    Sandra







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    1. Liebe Sandra,
      das, was du beschreibst (Stichwort "lange gesessen, soll gefälligst dankbar sein") kenne ich. Habe es während meiner Tangogeschichte oft genug genaus so erlebt. Aber keine Sorge, ab einem gewissen Level scheuen sich besagte Herrschaften, solche Almosen-Tangos anzubieten ;) Erst recht, wenn man als Frau selber auch führt. Und heute fordere ich ggf. lieber selber auf.
      Liebe Grüße, Manuela

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  5. Vielen Dank an die Kommentatorinnen, welche das Thema - und das ist dringend nötig - aus weiblicher Sicht betrachten.

    Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich mich zu Cassiels Text auf dem besagten Forum nicht weiter äußere. Dies hat mehrere Gründe:

    Erstens ziehen die meisten Diskutanten dort jedes Thema auf eine persönliche Ebene, was oft in pubertären Sprüchen und persönlichen Anspielungen endet. Den Kommentarverlauf dort habe ich ja oben verlinkt – jeder kann sich ein eigenes Urteil bilden.

    Und Herrn Cassiel speziell habe weiß Gott oft genug zu einem Austausch von Argumenten zur Verfügung gestanden. Herausgekommen ist nichts Positives – beim letzten Mal hat er mir ein Hausverbot erteilt. Was bleibt, ist Nonsens wie der folgende:

    „Klar, in Deinem Blog darf ich nicht antworten und hier gehst Du einer Diskussion aus dem Weg. Man könnte jetzt der Meinung sein, Du willst gar keinen Dialog.“

    Natürlich dürfte er auf meinem Blog antworten – aber halt mit realem Namen. Dass er dies verweigert, ist doch nicht meine Schuld!

    Ebenso unsinnig ist sein Bekenntnis, er habe „Fragen aufgeworfen“. Es gibt in seinem Beitrag einen einzigen Fragesatz: „Worum geht es denn im Tango?“ Nun gut, darüber habe ich mehrere hundert Seiten geschrieben…

    Ansonsten bietet er über weite Strecken eine Rezension meines Textes, welcher ihm – o Wunder – nicht gefällt. Mit diesem mir geläufigen Einzelschicksal habe ich mich nun wahrlich lange genug befasst.

    Und natürlich kriegen Peter Ripota und die von mir zitierte Schreiberin ihr Fett ab: „Das ist auf den ersten Blick eine legitime Meinungsäußerung.“ Bei solchen Sätzen könnte ich weinend unter den Teppich kriechen… Wenn jemand die möglichen Nachteile einer zu engen Tanzhaltung beschreibt, ist dies auch auf den zweiten, dritten und letzten Blick eine legitime Meinungsäußerung! Wo lebt denn dieser Herr?

    Und dass die enge Tanzhaltung „unpassend“ sei, habe ich nie behauptet oder mich gar über sie „beschwert“, sondern lediglich davor gewarnt, sie mit einem „Heilsversprechen“ zu verwechseln. Eine „Verbindung im Paar“ ist selbstverständlich – doch führen da halt mehrere Wege nach Rom. Für Strenggläubige mag das übertrieben klingen.

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  6. Markus Betz, WI30. Juni 2017 um 16:50

    Ich lese die dazu gekommenen Kommentare zu diesem Cassiel erst mal nicht...Fremdschäm...

    Zunächst: "Tango-Report .. Gerhard Riedls garantiert unanonymes Blog zum Tango argentino" subtiler satirischer Hinweis zur möglicherweise Satirischen Schreibweise in Tages abhängiger Qualität, hey vielleicht ein neuer Untertitel als Giftzettel, so what?

    Und dann hier nochmal mein Kommentar zum bereits veröffentlichten Artikel "Umme Engarmung II" in Kurzfassung:

    Bereits 4 altgediente Argentinische Maestros mit folgender Prioritätenliste:"Zuerst die Frau(In meiner Modernen Auffassung Folgende/Folgender), DANN DIE MUSIK, dann die Eleganz(wobei hier alles möglich gemeint sein könnte), aber ich tanze erst weniger als ein halbes Jahrzehnt, was weiß ich schon....

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