Steinwürfe aus dem Glashaus


In einer geschlossenen Facebook-Gruppe (die ich daher auch gar nicht nennen will), ist die Aufregung derzeit groß. Es geht um ein Vortanz-Video der hoch angesehenen Alejandra Mantiñan auf dem kürzlich stattgefundenen Moskauer Festival „Planetango“. Das Problem scheint ihr Tanzpartner Anton Starcev zu sein, der sich in ziemlich diabolischer Manier mit einem Wechsel von maximal verzögerten Bewegungen sowie schnellsten Stakkato-Einwürfen über einen klassischen Tango hermacht:




Eine Leserin, die offenbar Augenzeugin der Vorkommnisse war, berichtet von gewaltigem Gegrummel, das wohl in der traditionellen Ecke herrschte:

„…alle rasten in Moskau aus und regen sich über den Tanzpartner auf  (…) und diskutieren, wofür Applaus ist, ‚da hat doch keiner getanzt‘ (…) Hab mir vorhin nur die Bemerkung erlaubt, dass diejenigen lästern, die fast die ganze Milonga nur sitzen...die haben mich fast zerfleischt (...) Wir dürfen dann uns da nie wieder blicken lassen“

Typischerweise bilden sich bei solchen Beispielen stets umgehend zwei Tango-Lager: Die einen können, auch wenn es vielleicht nicht ihr Geschmack ist, einem solch individuellen Tanzstil zumindest Interessantes abgewinnen:

„Kein klassischer Tango, eher Salsa meets Tango! ...lustig, erfrischend anders...authentisch, schön anzuschauen...!“

„Also ich weiß nicht, ob man das so in die Tonne treten muss. Die Martinan/Starcev Story wirkt ungewohnt, ja, aber ich seh es als ein Experiment, mal was anderes. Einige Stellen find ich auch nicht gut bzw.unpassend, einige Stellen aber Klasse. Warum nicht?“

„Eine etwas andere Art, mit der Musik zu spielen, und wohl auch ein Versuch, sich von den anderen Showtänzern abzuheben. Meine Bewunderung gilt Alejandra Mantinan, die sich auf unterschiedlichste Partner grandios einstellt.“

„Es gibt Ikonen in der Tangoszene, wenn man da seine ablehnende Meinung kundtut, wird man verbal gesteinigt.“

Nun, nach meiner Erfahrung ist es eher umgekehrt: Liefern Showpaare (manchmal sogar Blogger…) nicht den gewohnten Einheitsbrei, hagelt es umgehend Verrisse. So auch hier:

„Sorry, mein Geschmack ist es nicht. Ich find‘s nur albern. (…) Alle Herren jenseits der 60 sowie alle Damen sollten sich im Interesse ihrer Lendenwirbelsäulen gut überlegen, Pugliese SO tanzen zu wollen. (…) Auf dieser Grundlage beobachte ich bei Starcev, dass er IRGENDwas tanzt, während zeitgleich ein Tango läuft. Dass ich mit dieser Beobachtung auch eine Wertung verbinde, naja, das bitte ich mir nachzusehen. (...)
Merke: Wenn Du ein besserer Tangotänzer werden willst, musst Du erstmal ein Tangotänzer werden.

„Zappelei!“

„Affektiertes Getue bäääh“

Ein anderer üblicher Reflex ist die sofortige Exhumierung verblichener Milongueros, die das natürlich weit besser getanzt haben:

„Hier sieht man den himmelweiten Unterschied zwischen der 100%igen Musikalität des Altmeisters und dem zeitgleich mit einem Tango stattfindenden Rumgeturne von Starcev.“


Einen eigenen Kommentar kann ich mir weitgehend sparen – den hat mir ein anderer Schreiber schon vorweggenommen:

„Es ist immer das Gleiche, und die Diskussion wird zunehmend überflüssig: Es gibt Leute, die für alle möglichen Farben und Nuancen, die Musik und Tanz haben können, aufgeschlossen sind, die auch sich ihre Neugier und Experimentierfreude bewahrt haben und denen so etwas dann auch erstmal gefällt.
Und es gibt immer mehr (wie ich befürchte) in der Tangoszene, die Sicherheit in der Wiederholung des ewig Gleichen suchen und sich mit oft aggressiver Beharrlichkeit in ihren Codices festklammern. Diskussion hilft da nicht weiter. Aber manchmal hilft eine positive Erfahrung mit etwas Neuem dabei, den Blick zu weiten. Setzen wir darauf, dass Letztgenannten dies früher oder später gelingen möge – es sei ihnen von ganzem Herzen gegönnt!
Und mir kommt es vor, als stecke im Tanz von Mantinan-Starcev auch eine ganz erfrischende Portion Ironie. Und klar: Wer glaubt, das Hobby Tango mit Ernst betreiben zu müssen, kann nur schwer locker lassen, und dann tut Ironie halt weh, weil Distanz, die doch heilsam sein könnte, nicht zugelassen werden kann. Das ist dann schade...“

Niemand soll ja gezwungen werden, seinen persönlichen Geschmack zu unterdrücken. Es wäre nur für den gegenseitigen Respekt förderlich, nicht gleich zu behaupten, ein erfahrener Tänzer würde irgendwas tanzen, während zeitgleich ein Tango läuft. Man darf davon ausgehen, dass die meisten Künstler, welche vor großem Publikum auftreten, lange geübt und sich etwas vorgenommen haben, das zumindest aus ihrer Sicht passend, vielleicht aber originell, sogar provokativ ist. Man muss ja nicht applaudieren (wie es das Moskauer Publikum übrigens reichlich tat). Aber wenn sich dann Provinz-Hobbytangueros zum „Tango-Reich-Ranicki“ aufschwingen, ist das jedenfalls für den Künstler nicht peinlich.

Aber auf eine Anregung gibt es nie eine Reaktion – das weiß ich aus eigener Erfahrung:

Um die unterschiedlichen Meinungen zu verdeutlichen, sollten doch alle mal ihre persönliche tänzerische Interpretation dieses Stückes als Video einstellen.“

Auch hier antwortet die oben zitierte Augenzeugin des skandalösen Ereignisses:

„Hab ich auch vorgeschlagen, da flog schon der erste Stein in meine Richtung.“

Bliebe noch hinzuzufügen: Er kam mit Sicherheit aus einem Glashaus

So lassen wir denn lieber den bösen Herrn Starcev nochmal tanzen, jetza sogar zu einem Neotango:



P.S. Die Kommentare wurden, so gut es ging, in lesbares Deutsch verwandelt. 

Kommentare

  1. Nur mal so infohalber: Mr. Tango Voice hat vor kurzem ein neues Werk veröffentlicht. Mit einer recht interessanten Youtube-Linksammlung: Jeweils die gleiche Musik, einmal von einem Milonguero-Oldtimer und irgendwelchen jungen bzw. wilden Tänzern dargeboten.

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    1. Ja, danke - ich hab's gesehen.
      Wenn seine Artikel nur nicht immer so ellenlang und redundant wären...

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  2. Lieber Gerhard,

    mein erster Eindruck: gefällt mir gar nicht. Grund: Bewegung passt nicht zur Musik.
    Dann hab ich das Video doch noch ein paar Mal angeschaut und hingehört.
    Mein zweiter Eindruck: gefällt mir immer noch nicht.
    Aber: es passt doch zur Musik. Allerdings nicht so, wie man das wohl offenkundig hört. Der Tango ist sehr komplex aufgebaut. Dominanter Gesang. Streicher, Bandoneon und Klavier spielen nur zum Teil die gleiche, öfter jedoch unterschiedliche Melodie. Mir scheint, hier legte Alejandra Martinan den Focus auf die Interpretation v.a. der Geige durch die Frau, also langsame Bewegungen, Verzierungen etc., währenddessen Anton Starcev seine Bewegungen langsam ausführt, um der Partnerin für ihr Vertanzen der Melodie mehr Raum gibt. Selten wird der Rhythmus durch das Bandoneon mit zeitgleichen Bewegungen von Mann und Frau getanzt, das irritiert. Öfters jedoch tanzt Anton auf den Rhythmus, während Alejandra sich auf die Melodie bewegt. Natürlich geht das nicht über einen längeren Zeitraum, deshalb erscheint dies wohl als sehr zackig, „herumhüpfend“.

    Mir gefällt es weder beim Zuschauen, noch hätte ich Lust, Musik dergestalt selbst zu tanzen. Aber: es gibt m.E. wenig Grund, das nieder zu machen. Vielleicht haben auch manche schon ihre Meinung geändert, nachdem sie das Video vielleicht mal genauer angeschaut haben.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Liebe Sandra,

      Deiner musikalischen Analyse kann ich mich weitgehend anschließen. Die Rollen sind bei diesem Tanz extrem unterschiedlich verteilt. Und der Tänzer übertreibt maßlos – nicht nur, was die Rhythmik betrifft.

      Ich überlege mir bei solchen Shows nicht in erster Linie, ob ich sowas tanzen möchte (wenn ich’s denn könnte). Für mich war es aber ein echter Hingucker im sonstigen Tango-Einerlei.

      Mein Artikel bezog sich aber vor allem auf das Diskussionsverhalten: Ich halte es für aufschlussreich, dass man in der Szene bei allem, was nicht den 08/15-Vorstellungen entspricht, gerne die Reißleine zieht: völlig an der Musik vorbei, kein Tango mehr etc. Komischerweise ist man sehr gnädig bei Shows, wo man via andächtiges Herumstehen reihenweise musikalische Impulse liegen lässt…

      Eines steht jedenfalls fest: Um Tänze wie diese hinzubekommen, muss man jahrelang hart arbeiten. Ich halte es dann nicht für adäquat, das Ergebnis mit ein, zwei Sprüchen abzuqualifizieren.

      Liebe Grüße
      Gerhard

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    2. Lieber Gerhard,

      was ich damit sagen wollte war vor allem, dass ich glaube, die meisten haben auf den ersten Blick und das erste Hinhören gar nicht gemerkt, worum es überhaupt geht. Insofern ist ein mehrmaliges Anschauen m.E. nötig, um sich da ein Urteil bilden zu können.
      Wie gesagt, trotz mehrmaligem Anschauen gefällt mir das nach wie vor nicht. Das liegt aber daran, dass ich es nicht schön finde (und auch beim Tanzen nicht als so schön empfinde), wenn die Partner völlig andere Bewegungen machen. Trotzdem finde es unangebracht, hier vorschnell abzukanzeln.

      Im Übrigen gibt es selbst in der Provinz den einen oder anderen Tänzer, bei dem man das Gefühl hat, er "gockelt" schon ganz schön herum. Trotzdem fühlt es sich beim Tanzen angenehm an...auch eine Kunst, finde ich.

      Natürlich kann die Show auch eine völlige Persiflage auf die üblichen Tanzvorführungen sein...des wenn ma etz wüsten... :-)

      Liebe Grüße
      Sandra

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    3. Na, vielleicht keine „völlige Persiflage“, aber der Hafer hat ihn wohl schon gestochen…

      Und klar, Tanzen ist ritualisiertes Balzverhalten, ob‘s die Herren nun zugeben oder nicht. Die ganzen scheinheiligen Sprüche, die das Gegenteil beschwören, werden unser Primaten-Verhaltensrepertoire nicht ändern!

      Tanzvideos genau anschauen, sogar mehrmals – und auch noch konzentriert hinhören? Ja, schön wär’s! Ich fürchte, in den meisten Fällen wird nur kurz reingeguckt. Wenn’s dann nicht dem Gewohnten entspricht, wird reflexartig „Verrat“ gerufen. Die Zahl der musikalischen Menschen beim Tango nimmt stetig ab – anders ist die Musikauswahl auf vielen Milongas nicht zu erklären.


      Übrigens gibt es von Starcev auch Videos aus anderen Shows, wo er etwas mehr „mainstream“ tanzt. Dennoch ist der Stil unverkennbar:
      https://www.youtube.com/watch?v=RK_m31qswfw

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  3. Und bei allen, die ich mir inzwischen angesehen habe, war eine Version deutlich spannender anzusehen...kleiner Tio: Die Milonguero-Version war es jeweils nicht. Schon klar...die meisten von uns sind keine kleinen Frumbolis und Parrillas, und ein schöner simpler Langsamtango kann auch was sehr Schönes sein. Aber dennoch...

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  4. Ich halte die Präsentation für eine gekonnte PERSIFLAGE -
    auf bestimmte andere SHOW-Einlagen.

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    1. Jetzt sind wir bei der beliebten Frage: „Was will uns der Künstler damit sagen?“
      Müsste man Herrn Starcev fragen – falls der bei dieser Kritik noch Lust hat zu antworten…

      Aber: Ja, war auch mein erster Eindruck. Das männliche Rumgegockel ist bei ihm schon eindrucksvoll.

      Wenn’s denn so wäre – warum nicht? Eine gekonnte Persiflage als Showeinlage ist mir lieber als die hundertste Tanzvorführung nach ewig gleichem Muster!

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  5. Hm, ich hab mir jetzt das Video angesehen, und ich muss sagen, ich kann total nachvollziehen, wie Anton Starcev tanzt und führt. Ich mag den Wechsel zwischen langsamen und schnellen Bewegungen ;-) (allerdings bin ich weit vom Showtanzniveau weg ...)

    Gut dass ich nicht mitbekomm, wie andere über mein Tanzen lästern ;-)

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    1. Da musst nur mal ein Tanzvideo von dir bei YouTube einstellen! (Ich sprech da aus Erfahrung...)

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  6. Nachtrag: die Neotango-Interpretation fand ich jetzt nicht so gelungen ;-)

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  7. Frauke Schmidt
    Ich wünscht, mich würden Herren mit solch kreativem Tanz allenthalben aus der allgemeinen Lethargie reißen und nicht ihre ewig gleichen, vor 20 Jahren mal gelernten 3 Figuren endlos abspulen und zwar ob es zur Musik paßt oder nicht....
    Das ist auch ein Grund, warum ich zusätzlich Führen lerne. Mein eigenes kreatives Programm entwickeln, die Dame überraschen, bloß nicht vorhersehbar sein, der gegenüber ein Lächeln entlocken, weil ich etwas geführt habe, was sonst keiner macht und das auch noch Spaß macht. Wer nur kuscheln möchte, kann ja zur Wärmflasche greifen....

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    1. Liebe Frauke, wie wäre es,einfach mit einer Wärmflasche zu tanzen? Sie ist, wenn nicht zu fest gefüllt, flexibel und geht bestimmt auf interessante Bewegungsangebote ein, wenn man sie sanft genug in den Arm nimmt...
      Aber im Ernst: Ich bin auch für experimentelles und abwechslungsreiches Tanzen - halt immer passend zur Musik!
      Viele Grüße Karin

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    2. Liebe Frauke Schmidt,

      willkommen im Club der Außenseiter!
      Die Botschaft, welche man von einer Tanguera heute erwartet, lautet: „Mir ist es viiiel lieber, wenn der Partner einfach, langsam und kuschelig tanzt“.

      Daher mein Kompliment für diese Einstellung und weiterhin viel Freude am „Abenteuer Tango“!
      Herzliche Grüße!

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    3. Hm, mit der Wärmflasche wär's wahrscheinlich scho a weng g'mütlicher als mit einem Übe-Besen... Aber auf Dauer? Diese Dinger reagieren halt so gar nicht kreativ oder inspirierend.

      Dann lieber mit der Hex' tanzen, die auf dem Übe-Besen reiten will, wild durch die Lüfte. Oder mit dem Gockel - vorausgesetzt er kann über sich selbst grinsen.
      Herzlichst, Manuela

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    4. Ich tanz' am liebsten mit Hexen - mit oder ohne Besen!

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  8. ...ich verstehe die Aufregung nicht ganz. Wenn ein Video zur Diskussion gestellt wird, muß ich auch damit rechnen, daß es negative Meinungen gibt. Was bitte ist daran so schlimm? Wäre doch ätzend langweilig, wenn alle nur positiv auf das Dargebotene reagieren würden. Und meine Meinung dazu wird mich auch nicht veranlassen meine Interpretation dieses Tangos, den ich dazu noch nicht besonders mag, aufzunehmen und hier darzubieten. Für mich ist Tango etwas Anderes, und das hier Gezeigte eben nur gezappelte Effekthascherei. Und wenn das Ironie, Satire, Persiflage, oder sonnst eine veralberte Darstellung ist, och man...hatten wir doch schon.

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    1. Also, was mich betrifft, bin ich völlig unaufgeregt und erlaube mir lediglich, einen gewissen Kritikstil darzustellen und zu kommentieren.

      Selbstverständlich kann man zu künstlerischen Darbietungen verschiedene Auffassungen haben und diese auch äußern. Ob ich diese dann ernst nehme, hängt allerdings von einigen Punkten ab:

      Es sollte erkennbar sein, ob ein Beurteiler sich im Klaren ist, dass er eine subjektive Ansicht äußert: „Das ist Gezappel“ unterscheidet sich für mich wesentlich von „für mich ist das Gezappel“.

      Weiterhin sollte man bedenken, dass Künstler oft jahrelang üben und sich bemühen, bevor sie mit einem Werk an die Öffentlichkeit treten. Vom Kritiker erwarte ich dann schon eine halbwegs detaillierte Analyse, die über einen hingepfefferten Spruch hinausgeht – je negativer das Urteil ausfällt, desto mehr.

      Speziell bin ich empfindlich, wenn ein Kommentator sich eine allgemeine Deutungshoheit herausnimmt, die ihm überhaupt nicht zusteht, und uns dann wissen lässt, das sei überhaupt kein Tango, habe keinerlei Bezug zur Musik etc. Angesichts von Vielfalt und wechselnder Stilistik in über 100 Jahren Tangogeschichte verraten solche Ansichten mehr über den Beurteiler als über den Beurteilten.

      Und klar muss es der Kritiker persönlich nicht besser können oder es gar beweisen. Es ist allerdings schon aufschlussreich, dass regelmäßig umso weniger Belege der eigenen Leistung geboten werden, je vernichtender die Sichtweise nach außen ist.

      Aber natürlich ist das alles legitim; aufregen tue ich mich da gar nicht – im Gegenteil: Es ist für mich bester Satire-Stoff, den ich gerne übernehme, denn natürlich ist auch der Kritiker nicht vor Kritik geschützt.

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    2. ...und dazu braucht es natürlich auch entsprechend versierte Kritiker, eben welche etwas von der Materie verstehen und deshalb etwas differenzierter kritisieren.
      Aber da braucht man nur mal Kritiken von Konzerten (oder anderen künstlerischen Darbietungen) in der Zeitung lesen. Da fragt man sich - so man selbst das natürlich besucht hat - zweilen schon, ob der Kritiker wirklich selbst anwesend war, oder einen Volontär, schlimmstenfalls vielleicht sogar Lieschen Müller aus der Buchhaltungsabteilung geschickt hat.

      Übrigens hab ich hier den Versuch gemacht und das Video meinem GöGa vorgeführt, ohne vorher was zu sagen. Und sein erster Kommentar: für mich ist das einfach kein Tango, was die da tanzen.
      Aha.
      Aber es war das "für mich" davor.... :-)

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    3. Na gut, man könnte es auch umdrehen: Für den Tango ist er vielleicht…

      Was Pressekritiker betrifft, gibt es noch schönere Beispiele: Es soll schon vorgekommen sein, dass der Herr Experte zur Pause ging und dann eine Programmänderung nicht mitbekommen hat. So entstanden Besprechungen von Stücken, die gar nicht gespielt wurden.

      Mir fällt immer wieder auf, dass Meister ihres Faches oft Amateuren gegenüber äußerst freundlich auftreten (z.B. Menuhin, Bernstein – bei Celibidache hab ich’s mal persönlich mitbekommen). Gefährlicher sind die Wadlbeißer aus der zweiten oder dritten Reihe, die noch ein paar Skalps am Gürtel brauchen, um berühmt zu werden. Im Tango ein weit verbreitetes Phänomen!

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  9. Dass kreatives Tanzen möglich ist habe ich gestern Abend wieder erfahren. Obwohl ich erst 1 1/2 Jahre und meine Partnerin ein halbes Jahr tanzt, kreierten wir beide (der Impuls kam von ihr, die Weiterführung von mir) eine nette und effektvolle Fortsetzung einer (verpönten :-) ) Pose...es hat beiden enormen Spaß gemacht in einem Kurs auch kreativ tätig zu werden.

    Ernst Kopica

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    1. ich finde, Tango ist (u.a. ;-) ) dann am schönsten, wenn er ein Dialog ist.

      Und ja, nur so nebenbei angemerkt, es sind nicht nur die Männer, die keinen Dialog zulassen. Es gibt auch Frauen, mit denen kein Dialog möglich ist, weil von denen schlicht nichts kommt.(da hilfts dann, wenn so eine Dame wenigstens nett und angenehm im Arm zu halten ist ;-) )

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    2. Na eben, dann sind's doch wenigstens keine Emanzen, gell?

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