Drei Piazzollas

 

„Astor Piazzolla, das einzige Kind von Vicente ‚Nonino‘ Piazzolla (aus Trani in Italien) und Assunta Mainetti (aus der italienischen Provinz Massa-Carrara), war vier Jahre alt, als seine Familie wegen der schlechten Wirtschaftslage in Argentinien nach New York auswanderte, wo sich sein Vater in Greenwich Village einen Friseursalon einrichtete. (…)

1954 erhielt Piazzolla im Zusammenhang mit dem Preis für seine Sinfonietta ein Stipendium für Europa und ging nach Paris, um bei Nadia Boulanger Komposition zu studieren. Beim ersten Vorspielen verschwieg er, dass er Tangos gespielt und komponiert hatte. Piazzolla erklärte seine Gründe so: In Wahrheit schämte ich mich, ihr zu sagen, dass ich Tangomusiker war, dass ich in Bordellen und Kabaretts von Buenos Aires gearbeitet hatte. Tangomusiker war ein schmutziges Wort im Argentinien meiner Jugend. Es war die Unterwelt.

Boulanger entdeckte beim Durchsehen von Piazzollas Partituren Einflüsse von Ravel, Strawinsky, Bartók und Hindemith, vermisste jedoch eine individuelle Handschrift und bat Piazzolla, einen Tango auf dem Klavier zu spielen. Hinterher sagte sie Piazzolla deutlich die Meinung: Du Idiot! Merkst Du nicht, dass dies der echte Piazzolla ist, nicht jener andere? Du kannst die gesamte andere Musik fortschmeißen! (…)

Im Laufe seines Lebens komponierte er über 300 Tangos und Musik für fast 50 Filme und spielte rund 40 Schallplatten ein.“

Quelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Astor_Piazzolla

 

 „Auch der von Dir zitierte Astor Piazzolla hatte anfänglich große Probleme mit dem Tango. Erst seine Lehrerin in Komposition in Paris konnte ihn überzeugen, an seine Werke das Etikett ‚Tango‘ zu heften. (…)

Nach meinem Verständnis sah sich Astor Piazzolla als Musikkünstler und eben nicht als Tango-Interpret (auch wenn er zum Geldverdienen Tango gespielt, komponiert oder arrangiert hat). Er war ein Nachkomme des argentinischen Bürgertums.“

Cassiel Tangoblogger

(Quelle: FB-Gruppe KoKo Tango, Post vom 24.5.21 https://www.facebook.com/groups/tangoforum)

 

„Ich finde, Piazzolla wird total überbewertet, und sage sicherheitshalber, diese Meinung nicht von alten Milongueros übernommen zu haben. Das Bemühen, gewachsenen Kulturgütern bei zunehmender oder abnehmender Popularität derselben ein akademisches Mäntelchen überzuziehen, ist nicht selten. Ich meine, man soll dem Volke lassen, was des Volkes ist.“

Bruno Rogalla

(Quelle: FB-Gruppe KoKo Tango, Post vom 24.5.21 https://www.facebook.com/groups/tangoforum)

 

Soweit ich weiß, spielt in dem folgenden Video der erste der drei genannten Piazzollas:


https://www.youtube.com/watch?v=UcRv5ZFTCTM

Kommentare

  1. Lieber Gerhard Riedl,
    Ihren Ein-Satz-Artikel über Astor Piazzolla muss ich kommentieren, auch wenn Sie das als Ausrede oder Themaverfehlung abtun werden.
    Diesen genialen Komponisten derart falsch darzustellen, geht gar nicht!
    Ich erkläre das einmal ganz langsam:
    1.) Dieser Libertango, vom Komponisten selbst interpretiert, zählt zu den einfachsten Stücken, die Piazzolla je geschrieben hat. Es gibt in diesem Stück eine einzige "Hürde": die fehlende "Eins" in der ostinaten Begleitung. Alles andere ist mehr als primitiv. Jeder halbwegs begabte Musiker wird Ihnen das näher erklären.
    2.) Piazzolla auf EINE Person als Komponisten zu reduzieren, ist eine Beleidigung! Es gibt eine Vielzahl an Beispielen anderer Komponisten, die ähnlich agiert haben - ich darf aber keine nennen, da Sie das als Themaverfehlung bezeichnen. Nur bin ich der Meinung, dass Sie sich in der Musikgeschichte einmal etwas besser informieren sollten, um Zusammenhänge zu erkennen.
    3.) alle drei Statements sind richtig. Das macht die Persönlichkeit dieses Komponisten aus!
    4.) Wenn Sie schon aus Artikeln zitieren, sollten Sie auch die Zusammenhänge erkennen: So steht in Ihrem ersten zitierten Artikl u.a. geschrieben: "Viele von Piazzollas Tangos sind nicht mehr im traditionellen Sinne tanzbar, sondern in erster Linie Musik zum Zuhören. Die Harmonie des Tango weitete er mit Mitteln des Jazz aus sowie nach den Vorbildern Igor Strawinsky und Béla Bartók." Herr Riedl, können Sie sich noch an meine Musikbeispiele erinnern??? Die wollten Sie (aus verständlichen Gründen) so gar nicht hören!
    5.) Und nun zu Ihren Ansichten: Sie müssen lernen, über den Tellerrand zu schauen. Dann werden auch Sie erkennen. dass Piazzolla nicht nur ein einfacher Tango-Komponist war. Aber dazu müssen Sie einmal die Musikgeschichte ein wenig lernen.
    Liebe Grüße,
    Jens Stauffen

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    1. Ich habe in meinem Artikel meine eigene Ansicht bewusst zurückgestellt. Bei mir dürfen sich nämlich jeder Leser und jede Leserin gerne auch mal eigene Gedanken machen. Das gilt natürlich auch für Sie.

      Dies umfasst allerdings nicht persönliche Angriffe. Daher lassen Sie in Zukunft Anspielungen über fehlende Kenntnisse von mir – falls Sie Wert darauf legen, weitere Kommentare veröffentlicht zu bekommen. Zudem habe ich nie behauptet, ein Experte in Musikgeschichte zu sein. Und ich will es auch nicht werden.

      Das Video mit „Libertango“ diente nur als Zitat des bekanntesten Werks des Komponisten. Wenn das Stück so einfach ist, sollte man doch dazu tanzen können – auch wenn das viele bestreiten.

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