Argumentativ in Schieflache

Über mangelndes Interesse an meinem Blog kann ich mich wahrlich nicht beklagen: Die Statistik vermeldet im letzten Monat über 64000 Aufrufe – der zweithöchste Wert seit Bestehen meiner Seite. Mehr als 2400 Posts stehen zur Auswahl. Fast 6400 Kommentare wurden insgesamt veröffentlicht.

Im Oktober habe ich 28 Texte veröffentlicht. Dazu erhielt ich 113 Kommentare (meine Antworten nicht mitgezählt).

Leider ist es mir nicht gelungen, das einstige Niveau der Zuschriften zu erhalten. Vieles war einfach nur dummes Zeug, das ich nicht veröffentlicht habe. Gut – dass im Tango ein riesiger Personal-Austausch stattgefunden hat, bleibt nicht ohne Folgen.

Statt zu jammern versuche ich, die positive Seite zu sehen: Eine Menge des unbeholfenen Gestopsels hat durchaus kabarettistischen Wert. Daher habe ich die schönsten Attacken auf unsere Muttersprache zusammengestellt, die mich im vergangenen Monat ereilten:

„... wozu? ....“ (31.10.): Wahrlich, manchmal kann ein einziges hingeworfenen Wort schlagartig die Zusammenhänge erhellen!

„Uiii! Was Sie als ‚individuellen Ausdruck‘ bezeichnen, erscheint mir eher als das Ergebnis von 25 Jahren hingebungsvoller Pflege unkorrigierter Bewegungsmuster“ (31.10.). Toll, wer kann das nach einem Vierteljahrhundert schon von sich behaupten…

„... und wieder Wendel ....“ (31.10) Na klar – auch die katholische Kirche war erfolgreich, weil sie stets beim Thema blieb. So heißt es seit dem 4 Jahrhundert im „Gloria Patri“: „wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.“

„Die Zugriffe sind völlig bedeutungslos und haben mit Besuchern einer Webseite absolut nichts zu tun.“ (30.10.) Klar – die Kommentare auch…

„Glauben Sie das würde jetzt dadurch glaubhafter?“ (30.10.) Sicher – in jeder Sekte entscheidet der Glaube!

„Offenbar unterliegen die eigenen Worte des Heren Riedl der Zensur! Wie lächerlich!“ (28.10.) auf jeden Fall – da bin ich ganz streng mit mir selber! Im Ernst!

„Aber diese persönlichen Anwürfe, die mit dem Thema überhaupt nichts zu tun haben, sind ja Ihre Spezialität.“ (27.10.) Na ja, ich lerne halt von den Kommentaren…

„Sie sind wirklich manchmal komisch, aber leider dann unfreiwillig.“ (26.10) Zweifellos mein Erfolgskonzept!

„Ich denke in Ihrem Blog sind eher die Leser die Leidtragenden.“ (26.10.) Masochisten sind mein Lieblingspublikum – die lesen, um zu leiden!

„Wo sind die hohen Wellen?“ (25.10.) Da müssen Sie halt ein wenig weiter rausschwimmen!

„Tja mein Lieber: So zeigt man sein wahres Gesicht.“ (25.10.) Muss ich ja – bin schließlich kein Kommentator!

„Schade, das Sie nicht auf den Inhalt des Kommentars eingehen.“ (25.10) Auf welchen Inhalt?

„Schade, das Herrn Riedl wieder keine eigene Geschichte eingefallen ist ....“ (24.10) Sorry, aber bei 28 Posts im Oktober ist das halt nicht so einfach…

„Wieso? SIE haben keinen Artikel geschrieben. Da kann man auf nix eingehen.“ (23.10.) Dann muss man halt eingehen…

„ein super gag im rentnerstile der titel LOL“ (22.10.) Wozu braucht’s da noch die PISA-Studie?

„Schade, das bei Ihnen nix dämmert ....“ (21.10.) Super – die Pointe immer schön im Nebensatz verstecken!

„Dabei sind Ihre Winkelzüge so armselig und durchschaubar, dass man den Eindruck gewinnt, sie haben Angst. Angst davor Ihr Gesicht zu verlieren, dabei ist die Maske längst gefallen.“ (20.10.) Sicher – aber ohne Gesicht brauche ich keine!

„q.e.d.“ (20.10.) SOS!

„Ist das Satire oder meinen Sie das wirklich so?“ (19.10.) Beides!

„Sie sind gar nicht in der Lage etwas zu kritisieren. Sie tun bestenfalls Ihre Meinung kund.“ (18.10.) Na eben – nur keine Panik!

„Aber wenn Sie argumentativ in Schieflache kommen, ist dann Ende der Debatte.“ (18.10.) Ich lach mich gerne schief!

„Leider haben Zugriffszahlen mit ‚Interessenten‘ oder ‚Leser‘ absolut nix zu tun. Das hat schon so mancher versucht, Ihnen zu erklären. Schade, das Sie das nicht kapieren. (8.10.) Ach, mir gefällt es in meiner Tonne – gehen Sie mir aus der Sonne!

„Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!
Schade, das Sie das nich wissen.“
(7.10.) Weiß ich doch: Rumpelstilzchen!

„Schade, das Sie nicht kapieren, dass JEDER Grenzdebile so ein Quiz lösen lann. Aber genau das ist ja Ihr Problem.“ (6.10) Ich lanns auch – hab ja die Lösungen!

„OMG, jetzt zählt er schon einzelne Worte! Reif für die Klapsmühle!“ (6.10) Noch schlimmer wäre es, wenn ich nicht mal zählen könnte…

„Genau: dümmer geht's (n)immer!“ (5.10.) Bevor ich mit dem Bloggen begann, dachte ich das auch!

„Sie Klugscheißer! Zu Ihrer Info: AUDIO hört man, sieht man aber nicht.“ (3.10.) Könnte ich diesen Kommentar nochmal per Audio kriegen?

„Toll, wie Sie das machen, Herr Riedl: Schreibt jemand kurz, passt es Ihnen nicht. Schreibt jemand lange, rotzen Sie erst einen einen Einzeiler hin, um ihn dann zu verlängern (was auch keinen Mehrwert bringt).“ (1.10.) Ach, manchmal schreibe ich auch zwei zwei Zweizeiler…

Alle Kommentare wurden anonym eingestellt. 

Harald Schmidt hat Recht: Was man nicht verbergen kann, muss man ausstellen. Natürlich wünsche ich mir noch mehr intelligente Kommentare – aber man muss sich an dem freuen, was man kriegt.

Auf eine kleine Unlogik darf ich dennoch hinweisen: Man kann nicht immer wieder behaupten, mein Blog sei uninteressant und werde kaum gelesen – und sich anderseits massenhaft bemühen, meine Kommentarspalte vollzumachen. Irgendwie scheint es halt doch aufregend zu sein, was ich schreibe.

Also, nur zu: Es ist Herbst, die Blätter fallen…

Dazu eine Ballade, die alle Größen des Jazz im Programm hatten: „September in the Rain“ (1937): Hier singt Sarah Vaughan:

 

https://www.youtube.com/watch?v=TEOzIc9LHGg

Und dazu tanzen kann man auch – bitte sehr:

https://milongafuehrer.blogspot.com/2018/10/september-in-rain.html

Zugriffe 6.11.: 8721 

Wendels wundersame Weisheiten:

„28 Beiträge im Oktober, 64.000 angebliche Aufrufe – und jetzt noch ein ganzer Scherzartikel über anonyme Kommentare. Riedl hält seine eigenen Kalauer offenbar für geistreicher als die Kritik, auf die er damit nicht eingeht. Besonders komisch: Er beklagt das Niveau seiner Leser und führt anschließend selbst vor, wie tief man es noch unterbieten kann. Wenn die Argumente ausgehen, wird eben die Kommentarspalte zur Comedyshow. Nur über die Witze lacht offenbar vor allem der Autor.“

Sorry, aber auf welche „Kritik" ich hier eingehen sollte, ist mir schleierhaft!   

Kommentare

  1. Riedelsche Logik: Dumme und anonyme Kommentare werden nicht veröffentlicht. Sie werden nur gesammelt veröffentlicht. Ja, macht Sinn. 🤪

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    1. Wenn man Sinn für sprachliche Gestaltungsmöglichkeiten hätte, könnte man erkennen: Der Witz liegt in der Verkürzung und sprachlichen Einkleidung.
      Daher veröffentliche ich Quatsch nicht im Ganzen und unkommentiert.

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