In Memoriam Monaco



Moment, ich muss mir noch die Lachtränen abwischen…  denn ich erhielt heute von einer sehr guten Tangofreundin den Link zu einem herrlichen Video. Es zeigt eine Szene von Helmut Dietls Kultserie „Monaco Franze – der ewige Stenz“ (aus der ersten Folge).

Wir erleben die Zentralfigur, verkörpert vom legendären Helmut Fischer, der nach dem Besuch einer Wagner-Oper – zusammen mit seinem „Spatzl“ (Ruth Maria Kubitschek) und einigen kulturbeflissenen Bekannten in einem Nobellokal den Abend ausklingen lässt.

Monaco, der nur gezwungenermaßen mitgegangen war, da er sich keinen Deut für die Oper interessiert, legt es auf eine Provokation des kulturbeflissenen Dr. Schönferber an, der sich anfangs auch als zungezuzelnder Weißweinkenner profiliert: In unnachahmlich lässiger Weise macht Monaco Sänger samt Dirigenten herunter, was zu einem Totalverlust der Contenance beim Kenner der Hochkultur führt.

Auch für die Münchner Klassikfreunde hat Monaco Franze eine Botschaft: „Weil die Oper da, die gschiss‘ne, des ging ja noch – viel schlimmer ist es, dass wir in München ein Publikum ham, das vorne und hinten von nix was versteht und sogar jeden Reinfall zu einem einmaligen Erlebnis hochjubelt!“

Da fiel mir die Münchner Tangoszene ein…



Das Ganze erinnert mich frappierend an meinen damaligen Verriss des „Blinzel-Seminars“ von Theresa Faus und die anschließende zähnefletschende Reaktion ihres Anhangs:


Tja, es war schon immer gefährlich, Leuten, die sich mehr am Schein denn am Sein festklammern, klarzumachen, dass man sie durchschaut… Ob die Münchner Schickeria sich anno 1983 auch so gemopst hat wie die Tango-Granden über 30 Jahre später? Oder hat man Solches damals einfach weggelächelt?

Die lustvolle Art, wie Monaco Franze hier auf seiner eigenen Meinung besteht, ist grandios!

Auf jeden Fall hoffe ich, dass mir immer mal wieder ein Artikel dieser Machart einfällt – das anschließende Getue ist wunderbar! Und „ein bisserl was geht immer“

P.S. Der Clou: Monaco hatte noch im Theater mit dem Musikkritiker der "Süddeutschen Zeitung" gesprochen und von dessen negativer Meinung über die Aufführung erfahren. Am nächsten Tag war es dort zu lesen - und "Spatzl", die zunächst sehr böse über die Reaktion ihres Partners war, änderte ihre Sichtweise.  

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