Werbung: Bailongo im Giesinger Bahnhof



Dienstag, 1. September
Bailongo im Giesinger Bahnhof
Die intime Milonga mit der besonderen traditionellen Musik, bekannt und beschimpft für den besonderen Wert, den wir auf die sogenannten Codigos legen, weil sie praktisch sind und ein entspanntes Miteinander der Tanzenden ermöglichen.

Mit Cabeceo aufzufordern ist im Giesinger Bahnhof ganz einfach. Die Stühle stehen rund um die quadratische Tanzfläche, und die Beleuchtung wird während der Cortina und zum Beginn der Tanda hochgedimmt.

Die Ronda funktioniert meistens sehr gut in zwei Spuren rund um die Säule. Diejenigen, die es als Einschränkung ihrer Freiheit sehen, in ihrer Spur bleiben zu sollen statt kreuz und quer zu tanzen, kommen nicht in den Giesinger Bahnhof, ihnen ist nämlich die Musik zu langweilig.

Kompliment, Theresa Faus hat’s begriffen, wie man Werbung macht: Über den „gemeinsamen Feind“ – das hält die Truppe zusammen! Merke: Die richtigen Argumente hat der, dem widersprochen wird. Und die Vorhersage, wer nicht kommen wird, beruhigt die eigene Gefolgschaft. (Na, vielleicht tauche ich irgendwann mal doch dort auf, als Fan vielfältiger Tangomusik ist man ja nicht so zieselig…)
Wirklich im Ernst: Tolles Marketing, da gebe ich doch gerne die Reklame dafür weiter:


P.S. Dass Theresa nun im Gegenzug meine „Wohnzimmer-Milonga“ bewerben wird, ist kaum zu erwarten, macht aber nix!

Kommentare

  1. Und weil wir schon dabei sind und ich mir in meinem Alter etwas Sentimentalität leisten darf: Vor „Urzeiten“ - als einige der Herrschaften, welche einander heute als „Aficionados“ verdächtigen und damals eventuell noch ihren Schultanzkurs bewältigten - war ich öfters im „Giesinger Bahnhof“ tanzen. Zu dieser Zeit hätten die Gäste wohl kaum „Códigos“ buchstabieren können noch gar gewusst, was dieses Wort bedeutet. Damals durfte ich auch dort noch tanzen, wie ich wollte. Über die Musik habe ich mich nie beschwert – warum auch? Theresa macht das in ihrem Segment sehr gut. Und die „einsamen Herzen“ in ihrem Salon habe ich ausdauernd betanzt – und sie ließen sich bereitwilligst auch ohne Cabeceo auffordern.

    War „früher alles besser“? Ja, schon…

    AntwortenLöschen
  2. Mein lieber Gerhard, du hast die Symbolik des Ortes nicht begriffen: Der Tango findet in einem Bahnhof statt. Dort gibt es eben nur zwei Geleise, und die Züge können nur nach Fahrplan fahren!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Peter,

      drum habe ich nur "Bahnhof" verstanden!

      Laut Wikipedia hat die Redewendung folgenden Ursprung:
      Im ersten Weltkrieg hätten die kriegsmüden Soldaten beim Rücktransport nur noch "Bahnhof" gehört.
      Damit erschließt sich nun die gesamte Symbolik des Ortes...

      Schöne Grüße
      Gerhard

      Löschen
  3. Veranstaltungs-Ankündigung von „libertango“, Innsbruck:

    „Cabeceo, das ist das Auffordern mit Blickkontakt und kurzem Signal, und das tanzen in der Spur, ohne zu überholen, sind Elemente (Codigos), die beim Tango immer wichtiger werden. Beides ist nicht selbstverständlich, sondern will erlernt und geübt sein.
    Theresa Faus engagiert sich seit vielen Jahren als Veranstalterin, Lehrerin, DJ, Musikvermittlerin und Tänzerin für eine hohe Qualität des Tango Argentino und eine respektvolle Begegnung der Tänzerinnen und Tänzer. Seit einiger Zeit veranstaltet sie in München diesen Workshop, der sich erkennbar positiv auf die Tanzkultur in den Milongas auswirkt.“

    Na gut, aber dass sich der Verein ausgerechnet „Libertango“ nennt, halte ich schon für Leichenfledderei…

    Auf Facebook baten Theresa Faus und ihr Anhang gestern hierzu um Kritik und PR:

    „Theresa Faus: Und jetzt können sich die, die "Códigos" einen Krampf und das Vergnügen abtötend finden, gerne wieder in Kommentaren oder Blog-Einträgen austoben. Für mich wirkt eine gute Ronda entspannend, das Tanzen auf voller Fläche ist nicht mehr ein Kampf aller gegen alle, und der Cabeceo ist ein sehr nettes, spannendes Spiel. Natürlich geht es auch ohne Cabeceo; aber ohne ein gutes Miteinander auf der Piste macht das Tanzen mit mehr als 3 Paaren einfach keinen Spaß.

    Siebenundvierzig Elf: Die sich im Blog austoben tragen zumindest das Wissen von der Existenz der Códigos an Menschen heran, die Du sonst vielleicht nie erreichen würdest. Ein g'scheiter Verriß vom Gerhard Riedl ist auch marketingmäßig nicht zu verachten. Aber wer gern Menschen zum Tanzen nötigen will, die vorher ganz genau weggeschaut haben, mag freilich keinen Cabeceo;-)“

    Wie sagte der Masochist zum Sadisten: „Bitte, bitte, quäl mich!“ Da antwortet der Sadist: „Nein…“

    Im Übrigen dürfen sich Frauen, die sich von mir jemals zu einem Tanz genötigt fühlten, gerne bei Theresa melden...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Auf die Ankündigung des „Regel-Seminars“ von Theresa Faus in Innsbruck hin habe ich mich per FB-Nachricht an den Veranstalter gewandt. Auszüge:

      „Nun kann man solche Riten mögen oder auch nicht. Doch welche Ursachen seht ihr, dass sie ‚immer wichtiger‘ werden? Schrumpfen die Tanzflächen oder steigen die Gästezahlen? Nimmt die Rücksichtslosigkeit auf dem Parkett stetig zu? Oder liegt es daran, dass auch andere Veranstalter solche Themen herausstellen?“

      Von dort erhielt ich die abwiegelnde Auskunft:

      „Dieser Workshop soll nicht Wegbereiter für die strikte Einhaltung dieser Codigos auf unseren Milongas sein, sondern gerade Neueinsteiger ein wenig aufklären, was es damit auf sich hat. (…) Wir haben auch nicht vor jeden Überholenden anzuprangern aber zumindest sollte den Milonga TänzerInnen klar sein, dass das überqueren der Tanzfläche bei spielender Musik ein absolutes No Go ist. (…) Wir werden sicher nie eine Tanzordnung bei uns aufhängen wie es bei anderen Veranstaltern teilweise gemacht wird. Es wird auch keinen Cabeceo Zwang oder getrennte Sitzordnung für Führende und Folgende bei uns geben. (…) Wir werden sehen, wie dieses Angebot für diesen Workshop überhaupt angenommen wird.“

      Aus meiner Replik hierauf:

      „ …nun sind Sie auf meine zentrale Frage, wieso Códigos ‚immer wichtiger‘ werden, zwar nicht eingegangen – aber ich wüsste selber auch keine Antwort darauf. Ihre Auffassung zum Thema kann ich ja weitgehend unterschreiben – nur ist das, was Theresa Faus (im Internet nachzulesen) vertritt, um Grade rigider (Überholen z.B. kommt da nicht in Frage). Aber gut, Sie werden ja Ihre Erfahrungen machen.“

      Eine weitere Reaktion von dort gab es nicht…

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Wegen der wiederholten Zugriffe von Spammern und Trolls habe ich die Kommentarfunktion geschlossen. Sie können mir Ihre Anmerkungen aber gerne per Mail schicken, ich lade sie dann unter Ihrem vollen Namen für Sie hoch: mamuta-kg(at)web.de
Bitte bleiben Sie sachlich und respektvoll. Vielen Dank!

Hinweis zum Kommentieren:

Wegen der wiederholten Zugriffe von Spammern und Trolls habe ich die Kommentarfunktion geschlossen. Sie können mir Ihre Anmerkungen aber gerne per Mail schicken, ich lade sie dann unter Ihrem vollen Namen für Sie hoch: mamuta-kg(at)web.de
Bitte bleiben Sie sachlich und respektvoll. Vielen Dank!